Fortsetzung der Bündnisse zwischen Zwergen und Elben:

" Caranthir war der vierte Sohn Feanors, also vom Elben-Volk der Noldor, und herrschte in Thargelion. Sie wohnten am weitesten östlich, jenseits des oberen Gelion, um den Helevorn-See unter dem Berg Rerir und weiter nach Süden; sie erstiegen die Höhen der Ered Luin und sahen verwundert nach Osten, denn wild und weit schienen ihnen die Lande von Mittelerde. Und so kam es, daß Caranthirs Volk den Zwergen begegnete, die nach dem Vordringen Morgoths und der Ankunft der Noldor den Handel mit Beleriand eingestellt hatten.

Doch obwohl beide Völker kunstvolle Arbeiten schätzten und jedes begierig war, vom anderen zu lernen, herrschte keine große Freundschaft zwischen ihnen; die Zwerge nämlich waren Geheimniskrämer und schnell beleidigt, während Caranthir hochfahrend war und aus seiner Gerinschätzung für das unliebenswürdige Volk der Naugrim kaum ein Hehl machte; und Caranthirs Volk stand seinem Fürsten an Hochmut nichts nach.

Dennoch, da beide Völker Morgoth fürchteten und haßten, verbündeten sie sich und hatten viel Vorteil davon; denn die Naugrim lerten in jenen Tagen viele geheime Kunstgriffe, sodaß die Schmiede und Mauerwerker von Nogrod und Belegost unter ihresgleichen berühmt wurden, und als die Zwerge ihre Reisen nach Beleriand wieder aufnahmen, gingen alle Güter aus ihren Bergwerken zuerst durch Caranthirs Hände, und so fielen große Reichtümer an ihn.

(Quelle: Silmarillion, Seite 127-128)

In Nan Elmoth waren die Bäume die höchsten und dichtesten in ganz Beleriand, und nie drang die Sonne hinein; und dort lebte Eol, den man den Dunkel-Elben nannte. Einst war er von Thingols Volk gewesen, doch rastlos und unzufrieden in Doriath, und als Melian ihren Gürtel (ein Zauber, der Thingols Volk vor den Augen von Feinden verbarg) um den Wald von Region legte, wo er wohnte, da floh er nach Nan Elmoth. Dort lebte er im tiefen Schatten, denn er liebte die Nacht und das Dämmerlicht unter den Sternen.

Die Noldor mied er, denn er hielt sie für schuldig, daß Morgoth zurückgekehrt war, um den Frieden von Beleriand zu stören; für die Zwerge jedoch hatte er mehr Zuneigung als alle anderen aus dem alten Elbenvolk. Von ihm erfuhren die Zwerge vieles von dem, was in den Ländern der Eldar vorging. Nun kamen die Zwerge mit ihren Waren von den Blauen Bergen auf zwei Wegen durch Ost-Beleriand, und der nördliche führte dicht an Nan Elmoth vorüber zu den Aros-Furten; und dort pflegte Eol sich mit den Naugrim zu treffen und mit ihnen zu reden.

Und als ihre Freundschaft enger geworden war, ging er zuweilen fort und wohnte zu Gast in den unterirdischen Hallen von Nogrod und Belegost. Dort erfuhr er so manches von der Schmiedekunst und erwarb in ihr großes Geschick; und er mischte ein Metall, das hart war wie der Stahl der Zwerge, aber so geschmeidig, daß er es dünn und leicht walzen konnte, und immer noch widerstand es allen Klingen und Pfeilen. Er nannte es Galvorn, denn es war schwarz und glänzte wie Pech, und er hüllte sich darein, wann immer er fortging.

(Quelle: Silmarillion, Seite 149)

Sein Sohn Maeglin ging oft mit Eol in die Zwergenstädte im Osten der Ered Lindon, und dort lernte er eifrig, was man ihn lehrte, vor allem aber die Kunst, das Erz der Metalle in den Bergen zu finden. Nun geschah es, daß die Zwerge, wie es ihre Art war, zu Mittsommer Eol zu einem Fest in Nogrod einluden; und er ritt fort.

(Quelle: Silmarillion, Seite 150, 151)

Maedhros und seine Brüder (Söhne Feanors) zogen in der Fünften Schlacht (Nirnaeth Arnoediad; die Schlacht der Ungezählten Tränen) gegen Angmar. Unterstützt wurden sie von den Naugrim, die sowohl eine Streitmacht als auch große Vorräte an Waffen schickten; und die Schmieden von Nogrod und Belegost waren in jenen Tagen geschäftigt. Auch befreundete Elbenvölker von Fingon und Hador und die Menschen Bórs und Ulfangs wurden für den Krieg geübt und gerüstet.

Als es aber dann von Osten und Westen her zur Schlacht gegen Thangorodrim kam und auch Gondolin seine Heere entsandte, waren nicht nur unzählige grausame Orks, Balrogs, Wolfsreiter und Glaurung, der Vater der Drachen, ihre Feinde, sondern auch die Söhne Ulfangs, die zu Morgoth überliefen und die Elben im Rücken angriffen, während viele Ostlinge (auch Menschen) vor der Schlacht flohen. Bis zuletzt hielten von dem Heer aus dem Osten die Zwerge von Belegost stand, und so gewannen sie Ruhm.

Denn die Naugrim traten mutiger als Elben oder Menschen dem Feuer entgegen. Ihr Brauch war es, in der Schlacht große Masken zu tragen, die gräßlich anzusehen waren, ihnen aber gut zustatten kamen gegen die Drachen. Wären sie nicht gewesen, so hätten Glaurung und seine Brut alles verbrannt, was von den Noldor noch übrig war.

Die Naugrim nämlich schlossen einen Kreis um ihn, als er sie angriff, und dann prüften ihre schweren Äxte seinen Panzer; und als Glaurung in seiner Wut sich umwandte und Azaghâl niedermachte, den Fürsten von Belegost, sich auf ihn wälzend, da stieß ihm dieser mit letzter Kraft von unten ein Messer in den Bauch und brachte ihm eine solche Wunde bei, daß er vom Schlachtfeld floh und alle Untiere von Angband, eingeschüchtert, ihm folgten.

Dann hoben die Zwerge Azaghâls Leichnam auf und trugen ihn fort; und langsam schritten sie hinter ihm drein, aus tiefen Kehlen ein Klagelied anstimmend und der Feinde nicht weiter achtend, wie bei einer Begräbnisfeier in ihrem Lande; und niemand wagte sie aufzuhalten.

(Quelle: Silmarillion, Seite 216)