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  1. #1
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    Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen will?

    Ursprünglich hatte ich vor, meine alte Zusammenschrift über die Zwerge aus dem Codemasters-Forum noch einmal gründlich zu überarbeiten, bevor ich sie hier hereinstelle. Leider spiele ich derzeit nur noch selten Lotro und habe im Moment auch keinen Kopf dafür. Doch wenn ich mir den Thread hier darüber ansehe, was die Ardapedia so schreibt, denke ich, daß eine tolkien-getreuere Beschreibung auf jeden Fall nicht schaden kann; ob nun vollständig anhand von Sekundärliteratur (Tolkiens Briefe, History of Middle Earth, Lost Tales, Unfinished Tales, etc.) aktualisiert oder halt auch nicht

    Der große Vorteil beim Zwergen-RP ist, daß man dafür nicht extrem viel "lernen" muß. Tolkiens Zwerge sind nicht nur wie die meisten Völker vorwiegend an ihren eigenen Angelegenheiten interessiert; sie sind auch noch laut ihrem Erfinder Geheimniskrämer, was die Dinge ihres Volkes angeht. Sie haben ihre geheimen Zwergen-Namen, die sie keinem Nicht-Zwerg jemals verraten (!), und sprechen nur unter sich ihre eigene Sprache; Khuzdul. Sie gebrauchen Khuzdul bis auf wenige dafür bekannte Worte nicht, wenn Angehörige anderer Völker anwesend sind, sondern sprechen die Alltagssprache (in unserem Spiel also Deutsch, in Mittelerde wird die Allgemeinsprache "Westron" genannt).

    Die Zwerge nennen sich selbst übrigens "Khazâd". Ihrem Schöpfer, dem Vala Aulё, geben sie den Namen "Mahal" (Schöpfer, Erschaffer, Macher). Die Elben wiederum bezeichnen die Zwerge als "Naugrim" (die Kurzgewachsenen), oder "Gonnhirrim" (die Herren der Steine) oder auch als "Nogothrim" (Zwergenvolk).

    1. allgemein Wissenswertes über die Zwerge Tolkiens:

    Aus aktuellem Anlaß (Die "Hobbit"-Filme von Peter Jackson) erstmal einige Klarstellungen: seit Tolkiens Zeiten haben sich in Fantasy-Büchern und Medien einige 08/15-Vorstellungen über "Zwerge" im allgemeinen gebildet. Bitte denkt aber daran: die allermeisten dieser heutzutage als typisch empfundenen Fantasy-Zwergenklischees gelten NICHT für die Zwerge in Tolkiens "Herr der Ringe"!

    * Tolkiens Zwerge sind keine Klingonen
    Äußerlich legen viele von den Zwergen, die Tolkien in seinen Büchern beschreibt, Wert auf ein gepflegtes - ziemlich buntes - Erscheinungsbild, und der Zurschaustellung von kostbarem Metall. Die Zwerge im Buch "Der kleine Hobbit" ("The Hobbit") tragen Werkzeuge und auch jeder ein Musik-Instrument, aber lange Zeit keine oder zumindest keine sichtbaren Waffen!

    Anders steht es freilich, wenn sich Zwerge auf einen Krieg vorbereiten; dafür schmieden sie laut Tolkien (siehe Anhänge zum Herrn der Ringe) vor Kriegsbeginn jahrelang ausreichend viele hochwertige Waffen und Rüstungen. Als Volk sind Tolkiens Zwerge gleichwohl durchaus "kriegerisch" (im Vergleich zu anderen freien Völkern Mittelerdes); jedoch ebenso stark dem Handwerk als auch dem Handel zugetan. Die Zwerge waren schon frühzeitig in den jungen Jahren von Arda Erbauer von großen Straßen und mächtigen unterirdischen Städten, Hallen und Palästen aus Stein. (Quelle: Silmarillion Seite 104-105)

    Selbst Thorin und seine Vorfahren waren sich keineswegs zu schade, um höchstpersönlich in Minen und an Schmieden zu arbeiten. (Quellen: der kleine Hobbit Seite 30, Anhänge zum HdR Seite 63 & 65) Im einsamen Berg stellten Zwerge im übrigen auch "Zauberspielzeug" her. (Quelle: der kleine Hobbit Seite 30) Außerdem sollte erwähnt werden, daß Tolkien ausdrücklich betont, daß alle Zwerge (ja, auch die Zwergenfrauen, wie er in einem Brief beschreibt!) bärtig sind (Durins Volk wird auch "Langbärte" genannt) und Glatzen bei ihnen unbekannt seien.

    Soviel zu finster gekleideten, waffenstarrenden, metallverzierten Zwergen-Karikaturen...

    * Tolkiens Zwerge tragen keineswegs Tag und Nacht Rüstungen, und nicht alle besitzen welche
    Glóin: "Zu Frodos Rechten saß ein Zwerg, eine eindrucksvolle Erscheinung und reich gekleidet. Sein Bart, sehr lang und gegabelt, war weiß, fast so weiß wie das schneeweiße Tuch seines Gewands. Er trug einen silbernen Gürtel und um den Hals eine Kette aus Silber und Diamanten." (Quelle: HdR Band 1 Seite 277)

    Dwalin: "Es war ein Zwerg mit einem blauen Bart, den er hinter den Goldgürtel gesteckt hatte, mit leuchtenden Augen unter seiner dunkelgrünen Kapuze (Kapuzenmantel)." Balin: "Statt Gandalf stand ein sehr ehrwürdig aussehender Zwerg auf der Schwelle, der einen weißen Bart und eine purpurrote Kapuze trug." Kili und Fili: "Es waren zwei weitere Zwerge, beide mit blauen Kapuzen, silbernen Gürteln und gelben Bärten, und jeder trug einen Sack mit Werkzeugen und einen Spaten."

    Dori, Nori, Ori, Oin und Gloin: "... sehr schnell hingen zwei purpurrote Kapuzenmäntel, ein grauer, ein brauner und ein weißer an den Haken, und die Kerle steckten ihre breiten Hände in die goldenen und silbernen Gürtel und gingen los, um sich mit den anderen zu vereinen." Bifur, Bofur, Bombur, Thorin: "Dann hängten sie zwei gelbe und eine blaßgrüne Kapuze auf, und es war auch eine himmelblaue mit einer langen silbernen Quaste dabei. Sie gehörte Thorin, einem überaus berühmten Zwerg." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 13-17)

    Was nicht heißt, daß Zwerge deswegen jetzt gar keine Rüstungen tragen dürfen
    "Gimli, der Zwerg, war der einzige, der offen ein kurzes Hemd aus Stahlringen trug, denn den Zwergen machen Lasten nichts aus; und in seinem Gürtel steckte eine Axt mit breitem Blatt. ... Alle waren von Elrond gut mit warmer Kleidung ausgestattet worden, und sie hatten mit Pelz gefütterte Jacken und Mäntel." (Quelle: HdR Band 1 Seite 340)

    Über die Instrumente: "Kili und Fili liefen zu ihren Rucksäcken und brachten kleine Fiedeln. Dori, Nori und Ori holten Flöten aus den unergründlichen Taschen ihrer Kapuzenmäntel. Bombur holte eine Trommel aus der Halle. Bifurund Bofur gingen ebenfalls hinaus und kamen mit Klarinetten zurück, die sie bei den Spazierstöcken abgestellt hatten. Dwalin und Balin ... kamen zurück mit Bratschen, die größer als sie selbst waren, und mit Thorins in grünes Tuch eingeschlagener Harfe." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 20)

    * Tolkiens Zwerge kämpfen nicht ausschließlich mit Äxten
    Wie schon erwähnt, tragen die Zwerge im "kleinen Hobbit" erstmal gar keine großen Waffen - seinen ersten Kampf bestreitet Thorin noch mit einem Ast aus dem Feuer. In der Trollhöhle wählt sich Thorin dann ein altes Elbenschwert aus, das sich kurze Zeit später als eine berühmte alte Waffe namens "Orkrist" entpuppt. Drei Zwerge können zudem leidlich mit Bögen umgehen, die sie während der Reise von Beorn jenseits des Nebelgebirges erhalten.

    Erst nach dem Tod Smaugs im einsamen Berg rüsten sich die Zwerge mit Panzerung und Waffen von den Wänden, wie Tolkien jetzt explizit beschreibt. Auch wird nun Thorins neues vergoldetes Kettenhemd und seine Axt mit silbernem Griff erwähnt; zusätzlich sein schmückender Gürtel, besetzt mit scharlachfarbenen Edelsteinen. (Quelle: der kleine Hobbit)
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 03:48 PM.

  2. #2
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Weiteres Allgemeines:

    * Tolkiens Zwerge sind keine lächerlich-peinlichen "toss me"-Clowns
    "... die Erinnerungen sind nicht frisch genug geblieben unter den Menschen an eine Rasse, die jetzt in die Volksmärchen verbannt ist, wo wenigstens noch ein Schatten der Wahrheit erhalten ist, und schließlich in die Unsinnsgeschichten, wo sie zu bloßen Witzfiguren geworden sind.

    Aber im Dritten Zeitalter tauchte noch flüchtig etwas von ihrer alten Art und Macht auf, wenngleich schon ein wenig verschwommen: sie sind die Nachkommen von Naugrim aus der Altvorderenzeit, in deren Herzen noch das alte Feuer von Aulё dem Schmied brennt und die Glut ihres einstigen Grolls gegen die Elben noch schwelt; und deren Hände noch eine Geschicklichkeit in Steinmetzarbeiten besitzen, die niemand übertroffen hat." (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 127)

    * Tolkiens Zwerge sind auch keine herumgröhlenden Kleinwuchs-Wikinger ohne Manieren
    Im Gegenteil sind alle Zwerge, die Tolkien beschreibt, in ihren Dialogen durchwegs sehr höflich, besonders Gimli und Gloin im "Herr der Ringe". Auch schweigt Thorins Gruppe im "kleinen Hobbit" überraschend duldsam, als die Zwerge von Elben bei Bruchtal mit spöttelnden Worten bedacht und besungen werden. Nicht einmal bei seiner Gefangennahme bei den Elben im Düsterwald verliert Thorin Schimpfworte gegen sie.

    Zwar laden sich die Zwerge im "kleinen Hobbit" bei Bilbo quasi selbst ein und bestellen ihr Frühstück ohne "Bitte", aber offenbar deswegen, weil Gandalf Bilbo ihnen gegenüber als Meisterdieb ausgegeben hatte - der sich ihnen angeblich freiwillig anschließen wollte, und zwar für eine ausgesprochen hohe Belohnung.

    Zudem hinterlassen Bilbos Zwergengäste zwar nach dem Frühstück, das sie unerwarteterweise selbst zubereiten mußten, ein Durcheinander und Haufen von ungespültem Geschirr in der Küche; aber das Geschirr vom Abendessen haben die Zwerge noch eigenhändig sauber gewaschen und weggestellt.

    Tolkien erklärt das im selben Buch weiter hinten so: "Was die Zwerge angeht, so muß man zu ihren Gunsten sagen, daß sie Bilbo für seine Dienste wirklich gut bezahlen wollten. Sie hatten ihn mitgenommen, damit er für sie eine unangenehme Arbeit erledigte, und sie hatten nichts dagegen, wenn der arme kleine Kerl es dann auch tat. Ihrerseits würden sie ihr Bestes tun, um ihn aus Schwierigkeiten zu holen, wie sie es im Falle der Trolle am Beginn iher Abenteuer bewiesen hatten und das, ehe sie den geringsten Anlaß hatten, Bilbo gegenüber dankbar zu sein.

    Es ist nämlich so: Zwerge sind keine Helden, sondern geschäftskluge Leute mit einer sehr hohen Meinung vom Wert des Geldes. Einige sind ein hinterhältiges und verräterisches Volk. Andere sind nicht von diesem Schlag, wie Thorin und Kumpanei. Sie benehmen sich rechtschaffen, falls man nicht zuviel von ihnen erwartet." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 215)

    * Tolkiens Zwerge reden fast nie Khuzdul
    "Zwerge sind "Geheimniskrämer". "Sie gebrauchen unter sich ihre eigene Sprache, die sie wie einen Schatz der Vergangenheit hüten, und sprechen nicht offen darüber wie Elben. Ihre geheimen und "verborgenen" Namen, ihre eigentlichen Namen, haben die Zwerge niemals einem Angehörigen einer fremden Rasse entdeckt. Sogar auf ihre Grabsteine schrieben sie sie nicht.

    Aber der Kriegsruf zumindest war nicht geheim, sondern auf vielen Schlachtfeldern vernommen worden, seit die Welt jung war. Baruk Khazâd! Khazâd aimênu! "Äxte der Zwerge! Zwerge über euch!"
    Moria nannten die Zwerge selbst (und zumindest dieser Name wurde niemals geheimgehalten) "Khazad-dûm", "Heim der Khazâd"; denn dies ist ihr Name für ihre eigene Rasse und ist es immer gewesen, seit Aluё ihn bei ihrer Erschaffung in grauer Vorzeit ihnen gab. (Quelle: Anhänge, Seite 127)

    * Tolkiens Zwerge sind keine exzessiven oder gar ausschließlichen Biertrinker

    Im "kleinen Hobbit" läßt sich Dwalin erstmal von Bilbo zu Tee und Kuchen einladen. Balin wünscht sich ein kleines Bier - und Kümmelkuchen. Von den nächsten Zwergen riefen einige nach Bier, nach Porter, nach Kaffee und alle nach Kuchen; danach wird auf Butterbrote ausgewichen. Gandalf und Thorin schließlich möchten beide Rotwein zu trinken.

    * Tolkiens Zwerge sind nicht übermäßig ausgerechnet auf Gold erpicht (außer, wenn sie einen der großen Zwergen-Ringe trugen) und können im übrigen auch kein Gold "wittern"
    "Sie sind ein zähes und zumeist starrsinniges Geschlecht, verschlossen, fleißig, sie haben ein gutes Gedächtnis für Kränkungen (und Wohltaten), lieben Steine und Edelsteine und eher Dinge, die unter den Händen von Künstlern Gestalt annehmen, als solche Dinge, die ihre eigene Lebendigkeit bewahren. Aber sie sind nicht böse von Natur aus, und wenige dienten dem Feind jemals aus freien Stücken, ..." (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 121)

    Aber von Anfang an waren sie von einer Art, die sich höchst beharrlich jeder Beherrschung widersetzt. Sie konnten zwar erschlagen oder verletzt werden, aber sie konnten nicht zu bloßen Schatten erniedrigt werden, die einem anderen Willen hörig waren ... Die einzige Macht, die ein Ring über sie besaß, bestand darin, daß er ihre Herzen mit einer Gier nach Gold und Kostbarkeiten erfüllte, so daß ihnen, wenn sie diese nicht hatten, alle anderen Dinge nutzlos erschienen und sie Zorn und Rachedurst gegen alle empfanden, die sie des Goldes beraubten. (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 64)

  3. #3
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Und noch ein wenig mehr Allgemeines:

    * Tolkiens Zwerge sind keine furchtlosen übermännlichen Supermachos oder blutrüstigen Kampfmaschinen

    Zwerge (und eigentlich alle Tolkien-Helden, denn es herrschten zu früherer Zeit andere Sitten und Klischee-Vorstellungen als heute, wie man auch in anderer Literatur sehen kann) sind keine "immer harten" Machos:

    "So begann die Schlacht von Azanulbizar (oder Nanduhirion in der Elbensprache), und wenn sie daran denken, schaudert es die Orks noch immer, und die Zwerge weinen." (Anhänge, Seite 61)

    Der ansonsten sehr stolze Zwergenkönig Thorin erzählt im kleinen Hobbit freimütig und ohne Scham (Seite 32): "Die wenigen von uns, die draußen waren, verbargen sich und weinten und verfluchten Smaug."

    "Sie (die Zwerge) haßten das Tosen des Meeres und fürchteten sich vor seinem Anblick" (Quelle: Silmarillion, Seite 106)

    Im Herrn der Ringe wiederum weint die ganze Gemeinschaft um Gandalf (Band 1, Seite 401): "Der Schmerz überwältigte sie schließlich, und sie weinten lange: einige stehend und schweigend, einige hatten sich auf den Boden geworfen."

    Vor dem Pfad der Toten (Band 3, Seite 62) sagt Gimli ganz offen: "Mir stockt das Blut."

    Und dann beim Hineingehen (Seite 63): Und draußen stand Gimli der Zwerg allein. Seine Knie schlotterten, und er war auf sich selbst wütend. "Das ist doch unerhört!" sagte er. "Ein Elb geht unter die Erde, und ein Zwerg wagt es nicht!" Und damit stürzte er sich hinein. Aber ihm schien, daß er seine Füße wie Blei über die Schwelle schleppte; und sofort kam eine Blindheit über ihn, über Gimli, Glóins Sohn, der so manches Mal furchtlos in den Tiefen der Welt gewandert war.

    ... Nichts griff die Schar an oder stellte sich ihnen in den Weg, und dennoch wurde der Zwerg immer stärker von Angst gepackt ... Von der Zeit, die dann folgte, eine Stunde oder viele, erinnerte Gimli wenig. Die anderen eilten voran, aber er war immer der hinterste, verfolgt von einem tastenden Entsetzen, das immer gerade im Begriff zu sein schien, ihn zu packen; und ein Geräusch kam hinter ihm her wie der Schemen-Klang vieler Füße. Er stolperte vorwärts, bis er wie ein Tier auf dem Boden kroch und spürte, daß er es nicht mehr ertragen könne: entweder mußte er ein Ende finden oder entfliehen oder in Wahnsinn verfallen, zurückrennen, um dem nachfolgenden Schrecken zu begegnen."

    (Das für alle "Rollenspieler" mit dem "Superman"-Syndrom; niemals auch nur kleinste Schwächen zeigend, nie zurückweichend, lachend im Angesicht des Todes, und niemals eine Träne vergießend.)

    * Tolkiens Zwerge waschen sich nicht seltener als andere Völker Mittelerdes, und sie schmieren sich auch keine übelriechenden Salben auf den Leib

    Die Sache mit der übelriechenden Salbe wurde beispielsweise in DSA den Zwergen von Aventurien zugeschrieben. Zu Beginn des "Herrn der Ringe" widmet Tolkien der Hygiene der Hobbits noch ein paar Mal einige Worte, danach erwähnt er sie aber so gut wie gar nicht mehr. Das und auch der Mangel an Gelegenheiten während des gemeinsamen Reisens macht einen Vergleich zwischen den Hygiene-Gewohnheiten von Tolkiens Rassen unmöglich. Aber es ist zu vermuten, daß der Professor Besonderheiten auch in diesem Bezug bestimmt zumindestens angedeutet hätte, falls ihm überhaupt solche für seine Figuren eingefallen wären.

    *Allerdings sind Zwerge auch in Tolkiens Büchern freilich keine vollkommenen "Weicheier"
    Von Anbeginn waren alle Naugrim ein kriegerisches Geschlecht, und erbittert kämpften sie gegen jeden, der ihnen schadete, ob gegen die Diener Melkors, Eldar, Avari oder wilde Tiere, und nicht selten auch gegen ihre Stammesbrüder, die Zwerge von anderen Fürstensitzen. (Quelle: Silmarillion, Seite 106)

    Da sie in den Tagen der Herrschaft Melkors auf die Welt kommen sollten, schuf Aule die Zwerge zäh und ausdauernd. Deshalb sind sie steinhart, di-ckköpfig, unbeirrbar in der Freundschaft wie im Haß, und standhafter als alle andern sprechenden Völker ertragen sie Mühsal, Hunger und Wunden; und sie leben lange, viel länger als die Menschen, doch nicht ewig. (Beispiel: Dain II. Eisenfuß wird in den Anhängen mit 252 Jahren als "hochbetagt" beschrieben.) (Quelle: Silmarillion, Seite 53)

    Daß Zwergen Lasten nichts ausmachen, habe ich weiter oben ja schon bei Gimlis Kleidung erwähnt.

    Zwergenfrauen und Ehegewohnheiten der Zwerge:

    Dís war Thráins II. Tochter. Sie ist die einzige Zwergenfrau, die in diesen Geschichten mit Namen genannt wird. Sie war die Mutter von Fíli und Kíli, die im Ered Luin geboren wurden. Gimli sagt, es gebe wenig Zwergenfrauen, wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel des ganzen Volkes. Sie sind selten unterwegs, es sei denn in großer Not. Und wenn sie auf eine Fahrt gehen müssen, dann sind sie, was ihre Stimme, ihr Äußeres und ihre Kleidung betrifft, den Zwergenmännern so ähnlich, daß Augen und Ohren anderer Völker sie nicht auseinanderhalten können. Das hat bei den Menschen die törichte Meinung aufkommen lassen, daß es keine Zwergenfrauen gebe und die Zwerge "aus Stein wachsen".

    Daß es so wenig Frauen unter den Zwergen gibt, ist der Grund, warum sich ihr Geschlecht so langsam vermehrt und in Gefahr ist, wenn sie keine sichere Bleibe haben. Denn Zwerge nehmen in ihrem Leben nur eine Ehefrau oder einen Ehemann und sind eifersüchtig, wie in allen Fragen ihrer Recht. Die Zahl der Zwergenmänner, die heiraten, beträgt tatsächlich weniger als ein Drittel. Denn nicht alle Frauen nehmen einen Ehemann: manche wollen keinen; manche wollen einen, den sie nicht bekommen können, und nehmen deshalb lieber gar keinen. Was die Männer betrifft, so wünschen auch sehr viele von ihnen nicht zu heiraten, weil sie von ihrem Handwerk so in Anspruch genommen sind. (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 67)

    Gimli sagt, es gebe wenig Zwergenfrauen, wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel des ganzen Volkes.

    In "The War of the Jewels" steht geschrieben: "Die Naugrim (wie die Elben die "Zwerge" nennen) waren immer, wie sie es auch jetzt noch sind, kurz und gedrungen von Gestalt; sie waren tiefbrüstig, mit starken Armen und kräftigen Beinen, und ihre Bärte waren lang. Tatsächlich ist es eigenartig, daß weder Menschen noch Elben jemals einen bartlosen Zwerg gesehen haben - außer, er wäre aus Spott geschoren, und dann würde er leichter an der Schande sterben als an vielen anderen Wunden, die uns wohl tödlicher erschienen.

    Denn die Naugrim besitzen Bärte vom Anfang ihres Lebens an, Männer wie Frauen; und in der Tat können jene von anderer Rasse ihre Frauen nicht von den Männern unterscheiden, sei es durch Körpermerkmale, durch die Haltung oder die Stimme, noch auf andere Weise als nur durch eines: daß die Zwergenfrauen nicht in den Krieg ziehen, und daß sie selten aus ihren tiefen Kammern und Hallen hervorkommen, außer in großer Not. Man sagt auch, daß die Zwerge nur wenige Frauen haben, und daß außer ihren Königen und Anführern nur wenige Zwerge jemals heiraten; deshalb vermehrt sich die Rasse langsam und schwindet nun."

    "War of the Jewels" ist allerdings eine Sekundär-Literatur. Sie wurde von Professor Tolkiens Sohn herausgebracht und enthält viele Skizzierungen und Ideen, die Tolkien zwar zusammengetragen hat, die aber der veröffentlichten Fassung der bekannten Tolkien-Bücher in vielen Details widersprechen.
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 02:26 PM.

  4. #4
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    2. Zeit:

    Wir schreiben ingame (laut Turbine ist die Zeit "eingefroren") im Spiel das Jahr 3018 des Dritten Zeitalters und Zwerge verwenden auch diese allgemein übliche Zeitrechnung.

    Im Lotro-Intro für die Zwerge erlebt man als bereits erwachsener Zwerg die Abfahrt Thorins; das war laut Tolkien schon im Jahr 2941 und ist somit 77 Jahre her. Wer seinen Zwerg nicht so alt sein lassen möchte, kann diese Vorgeschichte fürs Rollenspiel als Traum, als Erzählung durch andere oder einfach als ungeschehen betrachten

    Allzu genaue Details über die eigenen Ingame-Erlebnisse sollte man im RP ja ohnehin am besten niemals IC weitererzählen; denn wenn das jeder tut und daher jeder haargenau dieselben Erlebnissse etc. beschreibt, würde die Welt ganz bestimmt nicht lebendiger werden (was ja das Ziel von niveauvollem RP sein sollte), sondern im Gegenteil sehr viel unrealistischer...

    3. Sprache und Schrift:

    Tolkiens Zwerge sprechen vor den Ohren anderer Rassen praktisch immer die Gewöhnliche Alltags-Sprache, auf Mittelerde "Westron" genannt, das alle freien Völker lernen. Unser Deutsch ist quasi im RP als Übersetzung des Westrons anzusehen.

    Die geheime alte Sprache der Zwerge nennt sich Khuzdul. Tolkien sagt über diese Sprache: "Sie ist heute eher eine gelehrte Sprache als eine Wiegensprache, die Zwerge hüten sie wie einen Schatz der Vergangenheit und gebrauchen sie fast ausschließlich unter sich.
    Nur wenigen Angehörigen anderer Völker ist es je gelungen, Khuzdul zu lernen (!), die Zwerge lernten statt dessen schon in alter Zeit rasch die Sprachen der Elben als auch später die der Menschen, und beherrschen ebenso deren Schrift." (Quelle: Anhänge zum HdR)

    Hier ein Link zum Khuzdul-Wörterbuch auf deutsch: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-5.php

    Für den Film von Peter Jackson wurde außerdem auch ein "Neu-Khuzdul" erfunden, das noch mehr pseudo-zwergische Begriffe beinhält, aber nicht tolkienschen Ursprungs ist: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-6.php

    Worte und Phrasen in Khuzdul von zuverlässigen Quellen:
    * Khazâd = Zwerge, das Zwergenvolk
    * Khazâd ai-mênu! = Die Zwerge sind über Euch!
    * Mahal = Schöpfer, Erschaffer, der Macher = zwergischer Name für den Valar Aulё, der die Zwerge schuf
    * Uzbad = Herr
    * Burk = Axt
    * Rakhâs = Orks (Mehrzahl)
    * Rukhs = Ork (nur einer)
    * Sigin-tarâg = Langbärte
    * Tarâg = Bärte
    * Dûm = Binge, Bergwerk, Halle, Wohnstätte
    * Tharkûn = Stab-Mann = Gandalf
    * Gunud = Untertagebau, Ausschachtung, Tunnel
    * Gundu = unterirdische Halle
    * Gathol = Festung
    * Zahâr = Burg
    * Zâram = See, Teich
    * gabil = groß
    * Felak, felak = 1. Spitzhacke, 2. Steine behauen
    * felek = Felsen bearbeiten
    * Iglishmêk = eine geheime Zeichensprache der Zwerge (!)

    Laut Tolkien ist die gewöhnliche Mittelerde-Runenschrift - Certhas oder Cirth genannt - keine Schrift, die nur Zwerge benutzen. Im Gegenteil wurden die Runen laut Silmarillion und Anhänge zum HdR genauso wie die normale Schreibschrift (Tengwar oder Tíw - die Buchstaben) von den Elben erfunden und von einem elbischen Gelehrten namens Daeron verfeinert und erweitert zu dem sogenannten Angerthas Daeron - Runenalphabet http://www.angerthas.de/angerthas-daeron.htm (Quelle: Anhänge zum HdR)

    Die Zwerge fügten allerdings Bedeutungsveränderungen und neue Laute hinzu, um ihre Sprache damit ausdrücken zu können - es existieren daher zwei zwergische Abwandlungen der Angerthas; eine für Moria http://www.angerthas.de/angerthas-moria.htm , und eine für Erebor http://www.angerthas.de/angerthas-erebor.htm

    "Die Zwerge erfanden allerdings auch noch die Mondbuchstaben und schrieben sie mit silbernen Federn. Es sind Runen, die nur gelesen werden können, wenn der Mond hinter ihnen steht. Bei den verzwickten muß der Mond von der gleichen Form und es muß die gleiche Zeit sein wie an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 61)

    Zur Zeit des "kleinen Hobbits" hatte Tolkien noch keine eigene Runenschrift für Zwerge erdacht. In Abbildungen davon sind deswegen noch ähnliche Runen wie die auf unserer Welt existierenden germanisch-keltischen "Futhark"-Runen zu sehen. Erst später genauerte Tolkien dann seine eigenen Schrift-Arten für Mittelerde.

    In den Anhängen zum HdR wird kein Unterschied zwischen Runenschrift und Cirth gemacht: "Es gab zwei Hauptarten von Alphabeten, die ursprünglich unabhängig voneinander waren: die Tengwar oder Tîw, die hier als "Buchstaben" übersetzt sind; und die Certar oder Cirth, als "Runen" übersetzt. Die Tengwar waren die älteren; denn die Noldor, das in derartigen Dingen kundigste Volk der Eldar, hatten sie lange vor ihrer Verbannung entwickelt. (Quelle: Anhänge zum HdR Seite 103)

    Die "Ardapedia" behauptet, daß Zwerge über eine streng geheim gehaltene piktographische oder ideographische Schrift besaßen - diese wird allen Zwergenvölkern zugeschrieben, die in den Büchern Tolkiens keine Hauptrollen spielen, sondern kaum erwähnt werden (aus dem weißen Gebirge Ered Nimrais, dem grauen Gebirge Ered Mithrin und den Eisenbergen im Osten). Zusätzlich wird in der Ardapedia erwähnt, daß Zwerge Gefallen an in Stein gearbeiteten Inschriften fanden, doch die ihnen geläufigen Schriften nur sehr wenig gebrauchten.

    Quellen für diese beiden Aussagen werden nicht genannt. Ich vermute sehr, daß sie Sekundär-Literatur zu Tolkien mit verschiedenen Entwürfen und Ideen wie der "History of Middle-Earth" entnommen wurden. Teilweise beschreibt die Sekundär-Literatur (siehe z.B. "Das Buch der Verschollenen Geschichten) Ideen und Entwürfe für Tolkiens Mittelerde, die der Professor sicher aus guten Gründen nicht in seine veröffentlichten Bücher übernommen hat.

    Beispielsweise werden in Tolkiens frühen Schriften die Zwerge (damals als "Nauglath" bezeichnet) noch meist als ein böses Volk dargestellt: "... in Wahrheit ist wenig Schönheit in den Dingen, die sie selber in den vergangenen Zeitaltern geschaffen haben, vielmehr hatten immer abtrünnige Gnomen ... ihren Teil daran." "Außerdem scharte Naugladur (der Herr der Nauglaths) ein großes Heer von Orks um sich und wandernde Kobolde ... und alle bewaffnete er mit seinen eigenen Waffen."

    Einige Zeit später scheint Tolkien geplant zu haben, die Zwerge von Nogrod als Nauglath zu bezeichnen, während die Zwerge von Belegost quasi die "guten" Zwerge sein sollten, darunter die Langbärte. (Quelle: The War of the Jewels Seite 108) Aber auch das war im veröffentlichten Silmarillion nicht so ausgeführt; stattdessen wurde in den veröffentlichten Büchern vollständig auf den Begriff Nauglath verzichtet, und die Zwerge ganz allgemein - vor allem im Silmarillion und in den Anhängen zum HdR - als freies Volk und wohlgesinnt dargestellt.
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 03:02 PM.

  5. #5
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Manchmal trifft man ingame auf ein erfundenes Khuzdul, das ich hier nur für das gegenseitige Verständnis einfüge, damit ihr im Rollenspiel als Zwergenspieler nicht dumm dasteht und nur Bahnhof versteht, wenn ihr damit konfrontiert werdet (Quelle: http://www.geocities.com/khazadium/language.html ):

    Gamut manan - guten Tag
    Gamatu yenet menu - schön, Euch zu treffen
    Vemu ai-menu (oder auch Vem / Vemu & Name des Angesprochenen) - Grüße/seid gegrüßt!
    Caku men Rasp? - wie geht es Euch?
    Rasup men - es geht mir gut
    Rasup ogamut men - ich fühle mich nicht wohl
    Rasup gamut - Auf bald
    Tak yemu - bis später
    Gamut melik - gute Reise
    Tak khaz meliku suz yenetu - bis sich unsere Wege wieder kreuzen
    Hurun ganat - ruht wohl
    Tan matu selek lanun naman - Möge eure Esse hell brennen
    Bundul menu denapdul - Eure Worte sind wahr
    Menu denapdul - Ihr seid ehrenhaft
    Gazardul menu ked gamelu pethem - Eure Weisheit gleicht dem Alter des Steins
    Targ menu bundul gazaru - Euer Bart spricht für eure Weisheit
    Menu sigim bundul - Ihr seid größer als Worte (es beschreiben können)
    Ekespu menu men o targu men - Ihr bedeutet mir mehr als mein Bart
    Rukhsul menu - Sohn/Tochter eines Orks!
    Khagun/Khagam menu penu rukhs - Eure Mutter/Euer Vater war ein Ork
    Gelek menu caragu rukhs - Ihr riecht wie Orkdung
    Khagam menu penu shirumund - Euer Vater hatte kein Bart
    Ozirum menu seleku - Ihr könnt nicht einmal einen Löffel schmieden
    Men gajamu - ich entschuldige mich (es tut mir leid)
    Men kemgu gajum menu - Eure Entschuldigung wird akzeptiert
    Remenu! - zu den Waffen!
    Khayamu! - zum Sieg!
    Khayum Thane Khazadu! - Sieg dem König der Zwerge!
    Khaham - Klan
    Khahay - Familie
    Khagan - Mutter
    Khagam - Vater
    Gamul Khagam - Großvater
    Gunud - Höhle
    Pemb/Kemb/Pend - Dörfchen/Dorf/Stadt
    Khuzd / Khazadul - Zwerg / die Zwerge
    Khulum / Khalam / Khalamdul - Elb / Elben / die Elben
    Burm / Buram / Buramdul - Mensch / Menschen / die Menschen
    Rukhas / Rukhasdu - Orks / die Orks
    Gorog - Bier
    Gorah - Alkohol
    Goraz - Ale (obergäriges Bier mit wenig Kohlensäure)
    Garan - Lager-Bier (untergäriges Bier, durch Reifung schmackhafter - Pils oder Märzen)
    Goroj - Met (fermentierter Alkohol aus Honig, Wasser und Hefe)
    Keld - Wein
    Khelum - schwach (Bier)
    Kheluz - stark (Bier)

    Bitte seid euch aber bewußt, daß dieses Neu-Khuzdul nicht von Professor Tolkien selbst erdacht wurde. Genausogut könnt ihr als Zwergen-Rollenspieler hingehen und selbst einzelne Worte in Khuzdul erfinden, wenn euch danach ist

  6. #6
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    4. Ort:
    es gibt in der Charaktererstellung folgende Herkunftsorte für Zwerge zu wählen:
    a) Ered Luin - das Blaue Gebirge
    b) die Eisenberge
    c) Erebor - der einsame Berg
    d) Ered Mithrin - das graue Gebirge
    e) Ered Nimrais - das weiße Gebirge

    Was sollten Zwerge über diese Orte wissen? Grundsätzlich würde ich vorschlagen, daß ein Zwerg IC nur über seinen eigenen Herkunftsort auch die alten Geschichten/Legenden aus dem ersten oder zweiten Zeitalter zumindest vage kennen sollte; daß er aber nicht unbedingt die sehr alten Geschichten über die anderen zwergischen Orte wissen muß.

    a) Ered Luin - das Blaue Gebirge, wo Thorins Hallen stehen

    Die Ered Luin sind das einzige Heimatgebiet der Zwerge von denen, die zur Auswahl stehen, die auch wirklich derzeit ingame zu sehen/erleben sind.

    Die blauen Berge hatten bei der Erschaffung von Arda mit einem alten grauen Gebirge im Süden einen westlichen Wall gebildet, so wie die "roten Berge" (Orocarni) und die "gelben Berge" einen östlichen Wall bildeten; die beiden Wälle waren durch die Eisengebirge nördlich miteinander verbunden gewesen, von denen nur die Eisenberge und der Einsame Berg heute noch übrig sind. Die ganze Gebirgs-Symmetrie wurde durch Morgoth noch vor dem Erwachen der Elben und noch bevor Sonne und Mond existierten, zum Zusammenbruch gebracht.

    Im ersten Zeitalter waren die Ered Luin noch eine sehr lange und bedeutende Gebirgskette von Norden nach Süden gewesen, die Eriador von Beleriand vor dessen Zerstörung trennte. Sieben Flüsse entsprangen dem blauen Gebirge ursprünglich in Beleriand an der westlichen Seite und das Land zum Westen war als Ossiriand, später als Lindon, bekannt. Man nannte die Ered Luin daher auch Ered Lindon.

    http://www.lord-of-angmar.de/Beleriand.jpg

    Die lange Gebirgskette wurde jedoch während des Krieges der Valar gegen Melkor (Morgoths alter Name - der "Böse" unter den Valar, den "Göttern" von Mittelerde) zerbrochen und das Meer brach durch. Aus dem Fluß Luhn wurde der Golf von Luhn, an dessen Spitze die grauen Anfurten von Mithlond erbaut wurden, wo heute noch Círdan, der "Schiffsbauer" lebt, ein wichtiger Elbenfürst.

    Im zweiten Zeitalter von Melkors/Morgoths Gefangenschaft gab es im Ered Luin zwei alte Zwergenstädte: Gabilgathol (von den Elben "Belegost" genannt) und Tumunzahar (von den Elben "Nogrod" genannt).

    Die Zwerge von Belegost waren berühmt für ihren Sieg gegen die Drachen in der "fünften Schlacht" Nirnaeth Arnoediad, und die Zwerge von Nogrond sind auf unschönere Weise bekannt, weil sie den Elbenfürsten Elu Thingol Graumantel (Elwe Singollo) im Streit getötet und gegen sein Reich Doriath Krieg geführt hatten.

    Belegost und Nogrod wurden um das Jahr 40 des Zweiten Zeitalters von den Zwergen verlassen. (Mehr weiter unten in einem Post dann speziell über Belegost und Nogrod aus dem Silmarillion.)

    Was heute als "Thorins Tor" und "Thorins Halle" bekannt ist, wurde von Thráin II (2644-2850, aus Durins Geschlecht) im Jahr 2802 ganz neu gegründet, nachdem er mit einer kleinen Schar an Gefolgsleuten vom Einsamen Berg im Norden des Drachen Smaugs Überfall (im Jahr 2770) entkommen war.

    Mit Thráin kamen auch seine Söhne Thorin II Eichenschild (2746-2941) und Frerin (2751-2799) sowie seine Tochter Dís (geboren 2760, die einzige Zwergenfrau, die mit Namen bekannt ist). Im Exil nahm die Zahl der Zwerge langsam zu, auch durch wandernde, heimatlose Zwerge, die von Thrain und Thorin gehört hatten und sich ihnen anschlossen - aber es gab sehr wenige Frauen unter ihnen.

    Im blauen Gebirge ist vor allem Eisen zu finden, aber kaum oder gar keine Edelmetalle. Es geht den Zwergen im Ered Luin zwar gut auf ihre Weise, ihre Warenbestände sind auch recht groß, aber die ursprüngliche und eigentliche Heimat von vielen von ihnen ist der Einsame Berg Erebor, der ihnen vom Drachen Smaug weggenommen worden war.

    Der Einsame Berg gehört mittlerweile seit Winter 2941 jetzt auch wieder den Zwergen und wird öfter mal von den besten Zwergen-Handwerkern besucht. Von dort her können zur Zeit des Spiels auch die Zwerge von Thorins Hallen Edelmetalle und andere Waren erhalten.

 

 

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