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  1. #1
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    Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen will?

    Ursprünglich hatte ich vor, meine alte Zusammenschrift über die Zwerge aus dem Codemasters-Forum noch einmal gründlich zu überarbeiten, bevor ich sie hier hereinstelle. Leider spiele ich derzeit nur noch selten Lotro und habe im Moment auch keinen Kopf dafür. Doch wenn ich mir den Thread hier darüber ansehe, was die Ardapedia so schreibt, denke ich, daß eine tolkien-getreuere Beschreibung auf jeden Fall nicht schaden kann; ob nun vollständig anhand von Sekundärliteratur (Tolkiens Briefe, History of Middle Earth, Lost Tales, Unfinished Tales, etc.) aktualisiert oder halt auch nicht

    Der große Vorteil beim Zwergen-RP ist, daß man dafür nicht extrem viel "lernen" muß. Tolkiens Zwerge sind nicht nur wie die meisten Völker vorwiegend an ihren eigenen Angelegenheiten interessiert; sie sind auch noch laut ihrem Erfinder Geheimniskrämer, was die Dinge ihres Volkes angeht. Sie haben ihre geheimen Zwergen-Namen, die sie keinem Nicht-Zwerg jemals verraten (!), und sprechen nur unter sich ihre eigene Sprache; Khuzdul. Sie gebrauchen Khuzdul bis auf wenige dafür bekannte Worte nicht, wenn Angehörige anderer Völker anwesend sind, sondern sprechen die Alltagssprache (in unserem Spiel also Deutsch, in Mittelerde wird die Allgemeinsprache "Westron" genannt).

    Die Zwerge nennen sich selbst übrigens "Khazâd". Ihrem Schöpfer, dem Vala Aulё, geben sie den Namen "Mahal" (Schöpfer, Erschaffer, Macher). Die Elben wiederum bezeichnen die Zwerge als "Naugrim" (die Kurzgewachsenen), oder "Gonnhirrim" (die Herren der Steine) oder auch als "Nogothrim" (Zwergenvolk).

    1. allgemein Wissenswertes über die Zwerge Tolkiens:

    Aus aktuellem Anlaß (Die "Hobbit"-Filme von Peter Jackson) erstmal einige Klarstellungen: seit Tolkiens Zeiten haben sich in Fantasy-Büchern und Medien einige 08/15-Vorstellungen über "Zwerge" im allgemeinen gebildet. Bitte denkt aber daran: die allermeisten dieser heutzutage als typisch empfundenen Fantasy-Zwergenklischees gelten NICHT für die Zwerge in Tolkiens "Herr der Ringe"!

    * Tolkiens Zwerge sind keine Klingonen
    Äußerlich legen viele von den Zwergen, die Tolkien in seinen Büchern beschreibt, Wert auf ein gepflegtes - ziemlich buntes - Erscheinungsbild, und der Zurschaustellung von kostbarem Metall. Die Zwerge im Buch "Der kleine Hobbit" ("The Hobbit") tragen Werkzeuge und auch jeder ein Musik-Instrument, aber lange Zeit keine oder zumindest keine sichtbaren Waffen!

    Anders steht es freilich, wenn sich Zwerge auf einen Krieg vorbereiten; dafür schmieden sie laut Tolkien (siehe Anhänge zum Herrn der Ringe) vor Kriegsbeginn jahrelang ausreichend viele hochwertige Waffen und Rüstungen. Als Volk sind Tolkiens Zwerge gleichwohl durchaus "kriegerisch" (im Vergleich zu anderen freien Völkern Mittelerdes); jedoch ebenso stark dem Handwerk als auch dem Handel zugetan. Die Zwerge waren schon frühzeitig in den jungen Jahren von Arda Erbauer von großen Straßen und mächtigen unterirdischen Städten, Hallen und Palästen aus Stein. (Quelle: Silmarillion Seite 104-105)

    Selbst Thorin und seine Vorfahren waren sich keineswegs zu schade, um höchstpersönlich in Minen und an Schmieden zu arbeiten. (Quellen: der kleine Hobbit Seite 30, Anhänge zum HdR Seite 63 & 65) Im einsamen Berg stellten Zwerge im übrigen auch "Zauberspielzeug" her. (Quelle: der kleine Hobbit Seite 30) Außerdem sollte erwähnt werden, daß Tolkien ausdrücklich betont, daß alle Zwerge (ja, auch die Zwergenfrauen, wie er in einem Brief beschreibt!) bärtig sind (Durins Volk wird auch "Langbärte" genannt) und Glatzen bei ihnen unbekannt seien.

    Soviel zu finster gekleideten, waffenstarrenden, metallverzierten Zwergen-Karikaturen...

    * Tolkiens Zwerge tragen keineswegs Tag und Nacht Rüstungen, und nicht alle besitzen welche
    Glóin: "Zu Frodos Rechten saß ein Zwerg, eine eindrucksvolle Erscheinung und reich gekleidet. Sein Bart, sehr lang und gegabelt, war weiß, fast so weiß wie das schneeweiße Tuch seines Gewands. Er trug einen silbernen Gürtel und um den Hals eine Kette aus Silber und Diamanten." (Quelle: HdR Band 1 Seite 277)

    Dwalin: "Es war ein Zwerg mit einem blauen Bart, den er hinter den Goldgürtel gesteckt hatte, mit leuchtenden Augen unter seiner dunkelgrünen Kapuze (Kapuzenmantel)." Balin: "Statt Gandalf stand ein sehr ehrwürdig aussehender Zwerg auf der Schwelle, der einen weißen Bart und eine purpurrote Kapuze trug." Kili und Fili: "Es waren zwei weitere Zwerge, beide mit blauen Kapuzen, silbernen Gürteln und gelben Bärten, und jeder trug einen Sack mit Werkzeugen und einen Spaten."

    Dori, Nori, Ori, Oin und Gloin: "... sehr schnell hingen zwei purpurrote Kapuzenmäntel, ein grauer, ein brauner und ein weißer an den Haken, und die Kerle steckten ihre breiten Hände in die goldenen und silbernen Gürtel und gingen los, um sich mit den anderen zu vereinen." Bifur, Bofur, Bombur, Thorin: "Dann hängten sie zwei gelbe und eine blaßgrüne Kapuze auf, und es war auch eine himmelblaue mit einer langen silbernen Quaste dabei. Sie gehörte Thorin, einem überaus berühmten Zwerg." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 13-17)

    Was nicht heißt, daß Zwerge deswegen jetzt gar keine Rüstungen tragen dürfen
    "Gimli, der Zwerg, war der einzige, der offen ein kurzes Hemd aus Stahlringen trug, denn den Zwergen machen Lasten nichts aus; und in seinem Gürtel steckte eine Axt mit breitem Blatt. ... Alle waren von Elrond gut mit warmer Kleidung ausgestattet worden, und sie hatten mit Pelz gefütterte Jacken und Mäntel." (Quelle: HdR Band 1 Seite 340)

    Über die Instrumente: "Kili und Fili liefen zu ihren Rucksäcken und brachten kleine Fiedeln. Dori, Nori und Ori holten Flöten aus den unergründlichen Taschen ihrer Kapuzenmäntel. Bombur holte eine Trommel aus der Halle. Bifurund Bofur gingen ebenfalls hinaus und kamen mit Klarinetten zurück, die sie bei den Spazierstöcken abgestellt hatten. Dwalin und Balin ... kamen zurück mit Bratschen, die größer als sie selbst waren, und mit Thorins in grünes Tuch eingeschlagener Harfe." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 20)

    * Tolkiens Zwerge kämpfen nicht ausschließlich mit Äxten
    Wie schon erwähnt, tragen die Zwerge im "kleinen Hobbit" erstmal gar keine großen Waffen - seinen ersten Kampf bestreitet Thorin noch mit einem Ast aus dem Feuer. In der Trollhöhle wählt sich Thorin dann ein altes Elbenschwert aus, das sich kurze Zeit später als eine berühmte alte Waffe namens "Orkrist" entpuppt. Drei Zwerge können zudem leidlich mit Bögen umgehen, die sie während der Reise von Beorn jenseits des Nebelgebirges erhalten.

    Erst nach dem Tod Smaugs im einsamen Berg rüsten sich die Zwerge mit Panzerung und Waffen von den Wänden, wie Tolkien jetzt explizit beschreibt. Auch wird nun Thorins neues vergoldetes Kettenhemd und seine Axt mit silbernem Griff erwähnt; zusätzlich sein schmückender Gürtel, besetzt mit scharlachfarbenen Edelsteinen. (Quelle: der kleine Hobbit)
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 03:48 PM.

  2. #2
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Weiteres Allgemeines:

    * Tolkiens Zwerge sind keine lächerlich-peinlichen "toss me"-Clowns
    "... die Erinnerungen sind nicht frisch genug geblieben unter den Menschen an eine Rasse, die jetzt in die Volksmärchen verbannt ist, wo wenigstens noch ein Schatten der Wahrheit erhalten ist, und schließlich in die Unsinnsgeschichten, wo sie zu bloßen Witzfiguren geworden sind.

    Aber im Dritten Zeitalter tauchte noch flüchtig etwas von ihrer alten Art und Macht auf, wenngleich schon ein wenig verschwommen: sie sind die Nachkommen von Naugrim aus der Altvorderenzeit, in deren Herzen noch das alte Feuer von Aulё dem Schmied brennt und die Glut ihres einstigen Grolls gegen die Elben noch schwelt; und deren Hände noch eine Geschicklichkeit in Steinmetzarbeiten besitzen, die niemand übertroffen hat." (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 127)

    * Tolkiens Zwerge sind auch keine herumgröhlenden Kleinwuchs-Wikinger ohne Manieren
    Im Gegenteil sind alle Zwerge, die Tolkien beschreibt, in ihren Dialogen durchwegs sehr höflich, besonders Gimli und Gloin im "Herr der Ringe". Auch schweigt Thorins Gruppe im "kleinen Hobbit" überraschend duldsam, als die Zwerge von Elben bei Bruchtal mit spöttelnden Worten bedacht und besungen werden. Nicht einmal bei seiner Gefangennahme bei den Elben im Düsterwald verliert Thorin Schimpfworte gegen sie.

    Zwar laden sich die Zwerge im "kleinen Hobbit" bei Bilbo quasi selbst ein und bestellen ihr Frühstück ohne "Bitte", aber offenbar deswegen, weil Gandalf Bilbo ihnen gegenüber als Meisterdieb ausgegeben hatte - der sich ihnen angeblich freiwillig anschließen wollte, und zwar für eine ausgesprochen hohe Belohnung.

    Zudem hinterlassen Bilbos Zwergengäste zwar nach dem Frühstück, das sie unerwarteterweise selbst zubereiten mußten, ein Durcheinander und Haufen von ungespültem Geschirr in der Küche; aber das Geschirr vom Abendessen haben die Zwerge noch eigenhändig sauber gewaschen und weggestellt.

    Tolkien erklärt das im selben Buch weiter hinten so: "Was die Zwerge angeht, so muß man zu ihren Gunsten sagen, daß sie Bilbo für seine Dienste wirklich gut bezahlen wollten. Sie hatten ihn mitgenommen, damit er für sie eine unangenehme Arbeit erledigte, und sie hatten nichts dagegen, wenn der arme kleine Kerl es dann auch tat. Ihrerseits würden sie ihr Bestes tun, um ihn aus Schwierigkeiten zu holen, wie sie es im Falle der Trolle am Beginn iher Abenteuer bewiesen hatten und das, ehe sie den geringsten Anlaß hatten, Bilbo gegenüber dankbar zu sein.

    Es ist nämlich so: Zwerge sind keine Helden, sondern geschäftskluge Leute mit einer sehr hohen Meinung vom Wert des Geldes. Einige sind ein hinterhältiges und verräterisches Volk. Andere sind nicht von diesem Schlag, wie Thorin und Kumpanei. Sie benehmen sich rechtschaffen, falls man nicht zuviel von ihnen erwartet." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 215)

    * Tolkiens Zwerge reden fast nie Khuzdul
    "Zwerge sind "Geheimniskrämer". "Sie gebrauchen unter sich ihre eigene Sprache, die sie wie einen Schatz der Vergangenheit hüten, und sprechen nicht offen darüber wie Elben. Ihre geheimen und "verborgenen" Namen, ihre eigentlichen Namen, haben die Zwerge niemals einem Angehörigen einer fremden Rasse entdeckt. Sogar auf ihre Grabsteine schrieben sie sie nicht.

    Aber der Kriegsruf zumindest war nicht geheim, sondern auf vielen Schlachtfeldern vernommen worden, seit die Welt jung war. Baruk Khazâd! Khazâd aimênu! "Äxte der Zwerge! Zwerge über euch!"
    Moria nannten die Zwerge selbst (und zumindest dieser Name wurde niemals geheimgehalten) "Khazad-dûm", "Heim der Khazâd"; denn dies ist ihr Name für ihre eigene Rasse und ist es immer gewesen, seit Aluё ihn bei ihrer Erschaffung in grauer Vorzeit ihnen gab. (Quelle: Anhänge, Seite 127)

    * Tolkiens Zwerge sind keine exzessiven oder gar ausschließlichen Biertrinker

    Im "kleinen Hobbit" läßt sich Dwalin erstmal von Bilbo zu Tee und Kuchen einladen. Balin wünscht sich ein kleines Bier - und Kümmelkuchen. Von den nächsten Zwergen riefen einige nach Bier, nach Porter, nach Kaffee und alle nach Kuchen; danach wird auf Butterbrote ausgewichen. Gandalf und Thorin schließlich möchten beide Rotwein zu trinken.

    * Tolkiens Zwerge sind nicht übermäßig ausgerechnet auf Gold erpicht (außer, wenn sie einen der großen Zwergen-Ringe trugen) und können im übrigen auch kein Gold "wittern"
    "Sie sind ein zähes und zumeist starrsinniges Geschlecht, verschlossen, fleißig, sie haben ein gutes Gedächtnis für Kränkungen (und Wohltaten), lieben Steine und Edelsteine und eher Dinge, die unter den Händen von Künstlern Gestalt annehmen, als solche Dinge, die ihre eigene Lebendigkeit bewahren. Aber sie sind nicht böse von Natur aus, und wenige dienten dem Feind jemals aus freien Stücken, ..." (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 121)

    Aber von Anfang an waren sie von einer Art, die sich höchst beharrlich jeder Beherrschung widersetzt. Sie konnten zwar erschlagen oder verletzt werden, aber sie konnten nicht zu bloßen Schatten erniedrigt werden, die einem anderen Willen hörig waren ... Die einzige Macht, die ein Ring über sie besaß, bestand darin, daß er ihre Herzen mit einer Gier nach Gold und Kostbarkeiten erfüllte, so daß ihnen, wenn sie diese nicht hatten, alle anderen Dinge nutzlos erschienen und sie Zorn und Rachedurst gegen alle empfanden, die sie des Goldes beraubten. (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 64)

  3. #3
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Und noch ein wenig mehr Allgemeines:

    * Tolkiens Zwerge sind keine furchtlosen übermännlichen Supermachos oder blutrüstigen Kampfmaschinen

    Zwerge (und eigentlich alle Tolkien-Helden, denn es herrschten zu früherer Zeit andere Sitten und Klischee-Vorstellungen als heute, wie man auch in anderer Literatur sehen kann) sind keine "immer harten" Machos:

    "So begann die Schlacht von Azanulbizar (oder Nanduhirion in der Elbensprache), und wenn sie daran denken, schaudert es die Orks noch immer, und die Zwerge weinen." (Anhänge, Seite 61)

    Der ansonsten sehr stolze Zwergenkönig Thorin erzählt im kleinen Hobbit freimütig und ohne Scham (Seite 32): "Die wenigen von uns, die draußen waren, verbargen sich und weinten und verfluchten Smaug."

    "Sie (die Zwerge) haßten das Tosen des Meeres und fürchteten sich vor seinem Anblick" (Quelle: Silmarillion, Seite 106)

    Im Herrn der Ringe wiederum weint die ganze Gemeinschaft um Gandalf (Band 1, Seite 401): "Der Schmerz überwältigte sie schließlich, und sie weinten lange: einige stehend und schweigend, einige hatten sich auf den Boden geworfen."

    Vor dem Pfad der Toten (Band 3, Seite 62) sagt Gimli ganz offen: "Mir stockt das Blut."

    Und dann beim Hineingehen (Seite 63): Und draußen stand Gimli der Zwerg allein. Seine Knie schlotterten, und er war auf sich selbst wütend. "Das ist doch unerhört!" sagte er. "Ein Elb geht unter die Erde, und ein Zwerg wagt es nicht!" Und damit stürzte er sich hinein. Aber ihm schien, daß er seine Füße wie Blei über die Schwelle schleppte; und sofort kam eine Blindheit über ihn, über Gimli, Glóins Sohn, der so manches Mal furchtlos in den Tiefen der Welt gewandert war.

    ... Nichts griff die Schar an oder stellte sich ihnen in den Weg, und dennoch wurde der Zwerg immer stärker von Angst gepackt ... Von der Zeit, die dann folgte, eine Stunde oder viele, erinnerte Gimli wenig. Die anderen eilten voran, aber er war immer der hinterste, verfolgt von einem tastenden Entsetzen, das immer gerade im Begriff zu sein schien, ihn zu packen; und ein Geräusch kam hinter ihm her wie der Schemen-Klang vieler Füße. Er stolperte vorwärts, bis er wie ein Tier auf dem Boden kroch und spürte, daß er es nicht mehr ertragen könne: entweder mußte er ein Ende finden oder entfliehen oder in Wahnsinn verfallen, zurückrennen, um dem nachfolgenden Schrecken zu begegnen."

    (Das für alle "Rollenspieler" mit dem "Superman"-Syndrom; niemals auch nur kleinste Schwächen zeigend, nie zurückweichend, lachend im Angesicht des Todes, und niemals eine Träne vergießend.)

    * Tolkiens Zwerge waschen sich nicht seltener als andere Völker Mittelerdes, und sie schmieren sich auch keine übelriechenden Salben auf den Leib

    Die Sache mit der übelriechenden Salbe wurde beispielsweise in DSA den Zwergen von Aventurien zugeschrieben. Zu Beginn des "Herrn der Ringe" widmet Tolkien der Hygiene der Hobbits noch ein paar Mal einige Worte, danach erwähnt er sie aber so gut wie gar nicht mehr. Das und auch der Mangel an Gelegenheiten während des gemeinsamen Reisens macht einen Vergleich zwischen den Hygiene-Gewohnheiten von Tolkiens Rassen unmöglich. Aber es ist zu vermuten, daß der Professor Besonderheiten auch in diesem Bezug bestimmt zumindestens angedeutet hätte, falls ihm überhaupt solche für seine Figuren eingefallen wären.

    *Allerdings sind Zwerge auch in Tolkiens Büchern freilich keine vollkommenen "Weicheier"
    Von Anbeginn waren alle Naugrim ein kriegerisches Geschlecht, und erbittert kämpften sie gegen jeden, der ihnen schadete, ob gegen die Diener Melkors, Eldar, Avari oder wilde Tiere, und nicht selten auch gegen ihre Stammesbrüder, die Zwerge von anderen Fürstensitzen. (Quelle: Silmarillion, Seite 106)

    Da sie in den Tagen der Herrschaft Melkors auf die Welt kommen sollten, schuf Aule die Zwerge zäh und ausdauernd. Deshalb sind sie steinhart, di-ckköpfig, unbeirrbar in der Freundschaft wie im Haß, und standhafter als alle andern sprechenden Völker ertragen sie Mühsal, Hunger und Wunden; und sie leben lange, viel länger als die Menschen, doch nicht ewig. (Beispiel: Dain II. Eisenfuß wird in den Anhängen mit 252 Jahren als "hochbetagt" beschrieben.) (Quelle: Silmarillion, Seite 53)

    Daß Zwergen Lasten nichts ausmachen, habe ich weiter oben ja schon bei Gimlis Kleidung erwähnt.

    Zwergenfrauen und Ehegewohnheiten der Zwerge:

    Dís war Thráins II. Tochter. Sie ist die einzige Zwergenfrau, die in diesen Geschichten mit Namen genannt wird. Sie war die Mutter von Fíli und Kíli, die im Ered Luin geboren wurden. Gimli sagt, es gebe wenig Zwergenfrauen, wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel des ganzen Volkes. Sie sind selten unterwegs, es sei denn in großer Not. Und wenn sie auf eine Fahrt gehen müssen, dann sind sie, was ihre Stimme, ihr Äußeres und ihre Kleidung betrifft, den Zwergenmännern so ähnlich, daß Augen und Ohren anderer Völker sie nicht auseinanderhalten können. Das hat bei den Menschen die törichte Meinung aufkommen lassen, daß es keine Zwergenfrauen gebe und die Zwerge "aus Stein wachsen".

    Daß es so wenig Frauen unter den Zwergen gibt, ist der Grund, warum sich ihr Geschlecht so langsam vermehrt und in Gefahr ist, wenn sie keine sichere Bleibe haben. Denn Zwerge nehmen in ihrem Leben nur eine Ehefrau oder einen Ehemann und sind eifersüchtig, wie in allen Fragen ihrer Recht. Die Zahl der Zwergenmänner, die heiraten, beträgt tatsächlich weniger als ein Drittel. Denn nicht alle Frauen nehmen einen Ehemann: manche wollen keinen; manche wollen einen, den sie nicht bekommen können, und nehmen deshalb lieber gar keinen. Was die Männer betrifft, so wünschen auch sehr viele von ihnen nicht zu heiraten, weil sie von ihrem Handwerk so in Anspruch genommen sind. (Quelle: Anhänge zum HdR, Seite 67)

    Gimli sagt, es gebe wenig Zwergenfrauen, wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel des ganzen Volkes.

    In "The War of the Jewels" steht geschrieben: "Die Naugrim (wie die Elben die "Zwerge" nennen) waren immer, wie sie es auch jetzt noch sind, kurz und gedrungen von Gestalt; sie waren tiefbrüstig, mit starken Armen und kräftigen Beinen, und ihre Bärte waren lang. Tatsächlich ist es eigenartig, daß weder Menschen noch Elben jemals einen bartlosen Zwerg gesehen haben - außer, er wäre aus Spott geschoren, und dann würde er leichter an der Schande sterben als an vielen anderen Wunden, die uns wohl tödlicher erschienen.

    Denn die Naugrim besitzen Bärte vom Anfang ihres Lebens an, Männer wie Frauen; und in der Tat können jene von anderer Rasse ihre Frauen nicht von den Männern unterscheiden, sei es durch Körpermerkmale, durch die Haltung oder die Stimme, noch auf andere Weise als nur durch eines: daß die Zwergenfrauen nicht in den Krieg ziehen, und daß sie selten aus ihren tiefen Kammern und Hallen hervorkommen, außer in großer Not. Man sagt auch, daß die Zwerge nur wenige Frauen haben, und daß außer ihren Königen und Anführern nur wenige Zwerge jemals heiraten; deshalb vermehrt sich die Rasse langsam und schwindet nun."

    "War of the Jewels" ist allerdings eine Sekundär-Literatur. Sie wurde von Professor Tolkiens Sohn herausgebracht und enthält viele Skizzierungen und Ideen, die Tolkien zwar zusammengetragen hat, die aber der veröffentlichten Fassung der bekannten Tolkien-Bücher in vielen Details widersprechen.
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 02:26 PM.

  4. #4
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    2. Zeit:

    Wir schreiben ingame (laut Turbine ist die Zeit "eingefroren") im Spiel das Jahr 3018 des Dritten Zeitalters und Zwerge verwenden auch diese allgemein übliche Zeitrechnung.

    Im Lotro-Intro für die Zwerge erlebt man als bereits erwachsener Zwerg die Abfahrt Thorins; das war laut Tolkien schon im Jahr 2941 und ist somit 77 Jahre her. Wer seinen Zwerg nicht so alt sein lassen möchte, kann diese Vorgeschichte fürs Rollenspiel als Traum, als Erzählung durch andere oder einfach als ungeschehen betrachten

    Allzu genaue Details über die eigenen Ingame-Erlebnisse sollte man im RP ja ohnehin am besten niemals IC weitererzählen; denn wenn das jeder tut und daher jeder haargenau dieselben Erlebnissse etc. beschreibt, würde die Welt ganz bestimmt nicht lebendiger werden (was ja das Ziel von niveauvollem RP sein sollte), sondern im Gegenteil sehr viel unrealistischer...

    3. Sprache und Schrift:

    Tolkiens Zwerge sprechen vor den Ohren anderer Rassen praktisch immer die Gewöhnliche Alltags-Sprache, auf Mittelerde "Westron" genannt, das alle freien Völker lernen. Unser Deutsch ist quasi im RP als Übersetzung des Westrons anzusehen.

    Die geheime alte Sprache der Zwerge nennt sich Khuzdul. Tolkien sagt über diese Sprache: "Sie ist heute eher eine gelehrte Sprache als eine Wiegensprache, die Zwerge hüten sie wie einen Schatz der Vergangenheit und gebrauchen sie fast ausschließlich unter sich.
    Nur wenigen Angehörigen anderer Völker ist es je gelungen, Khuzdul zu lernen (!), die Zwerge lernten statt dessen schon in alter Zeit rasch die Sprachen der Elben als auch später die der Menschen, und beherrschen ebenso deren Schrift." (Quelle: Anhänge zum HdR)

    Hier ein Link zum Khuzdul-Wörterbuch auf deutsch: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-5.php

    Für den Film von Peter Jackson wurde außerdem auch ein "Neu-Khuzdul" erfunden, das noch mehr pseudo-zwergische Begriffe beinhält, aber nicht tolkienschen Ursprungs ist: http://www.naugrim.de/hdr-buecher/khuzdul/khuzdul-6.php

    Worte und Phrasen in Khuzdul von zuverlässigen Quellen:
    * Khazâd = Zwerge, das Zwergenvolk
    * Khazâd ai-mênu! = Die Zwerge sind über Euch!
    * Mahal = Schöpfer, Erschaffer, der Macher = zwergischer Name für den Valar Aulё, der die Zwerge schuf
    * Uzbad = Herr
    * Burk = Axt
    * Rakhâs = Orks (Mehrzahl)
    * Rukhs = Ork (nur einer)
    * Sigin-tarâg = Langbärte
    * Tarâg = Bärte
    * Dûm = Binge, Bergwerk, Halle, Wohnstätte
    * Tharkûn = Stab-Mann = Gandalf
    * Gunud = Untertagebau, Ausschachtung, Tunnel
    * Gundu = unterirdische Halle
    * Gathol = Festung
    * Zahâr = Burg
    * Zâram = See, Teich
    * gabil = groß
    * Felak, felak = 1. Spitzhacke, 2. Steine behauen
    * felek = Felsen bearbeiten
    * Iglishmêk = eine geheime Zeichensprache der Zwerge (!)

    Laut Tolkien ist die gewöhnliche Mittelerde-Runenschrift - Certhas oder Cirth genannt - keine Schrift, die nur Zwerge benutzen. Im Gegenteil wurden die Runen laut Silmarillion und Anhänge zum HdR genauso wie die normale Schreibschrift (Tengwar oder Tíw - die Buchstaben) von den Elben erfunden und von einem elbischen Gelehrten namens Daeron verfeinert und erweitert zu dem sogenannten Angerthas Daeron - Runenalphabet http://www.angerthas.de/angerthas-daeron.htm (Quelle: Anhänge zum HdR)

    Die Zwerge fügten allerdings Bedeutungsveränderungen und neue Laute hinzu, um ihre Sprache damit ausdrücken zu können - es existieren daher zwei zwergische Abwandlungen der Angerthas; eine für Moria http://www.angerthas.de/angerthas-moria.htm , und eine für Erebor http://www.angerthas.de/angerthas-erebor.htm

    "Die Zwerge erfanden allerdings auch noch die Mondbuchstaben und schrieben sie mit silbernen Federn. Es sind Runen, die nur gelesen werden können, wenn der Mond hinter ihnen steht. Bei den verzwickten muß der Mond von der gleichen Form und es muß die gleiche Zeit sein wie an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden." (Quelle: der kleine Hobbit Seite 61)

    Zur Zeit des "kleinen Hobbits" hatte Tolkien noch keine eigene Runenschrift für Zwerge erdacht. In Abbildungen davon sind deswegen noch ähnliche Runen wie die auf unserer Welt existierenden germanisch-keltischen "Futhark"-Runen zu sehen. Erst später genauerte Tolkien dann seine eigenen Schrift-Arten für Mittelerde.

    In den Anhängen zum HdR wird kein Unterschied zwischen Runenschrift und Cirth gemacht: "Es gab zwei Hauptarten von Alphabeten, die ursprünglich unabhängig voneinander waren: die Tengwar oder Tîw, die hier als "Buchstaben" übersetzt sind; und die Certar oder Cirth, als "Runen" übersetzt. Die Tengwar waren die älteren; denn die Noldor, das in derartigen Dingen kundigste Volk der Eldar, hatten sie lange vor ihrer Verbannung entwickelt. (Quelle: Anhänge zum HdR Seite 103)

    Die "Ardapedia" behauptet, daß Zwerge über eine streng geheim gehaltene piktographische oder ideographische Schrift besaßen - diese wird allen Zwergenvölkern zugeschrieben, die in den Büchern Tolkiens keine Hauptrollen spielen, sondern kaum erwähnt werden (aus dem weißen Gebirge Ered Nimrais, dem grauen Gebirge Ered Mithrin und den Eisenbergen im Osten). Zusätzlich wird in der Ardapedia erwähnt, daß Zwerge Gefallen an in Stein gearbeiteten Inschriften fanden, doch die ihnen geläufigen Schriften nur sehr wenig gebrauchten.

    Quellen für diese beiden Aussagen werden nicht genannt. Ich vermute sehr, daß sie Sekundär-Literatur zu Tolkien mit verschiedenen Entwürfen und Ideen wie der "History of Middle-Earth" entnommen wurden. Teilweise beschreibt die Sekundär-Literatur (siehe z.B. "Das Buch der Verschollenen Geschichten) Ideen und Entwürfe für Tolkiens Mittelerde, die der Professor sicher aus guten Gründen nicht in seine veröffentlichten Bücher übernommen hat.

    Beispielsweise werden in Tolkiens frühen Schriften die Zwerge (damals als "Nauglath" bezeichnet) noch meist als ein böses Volk dargestellt: "... in Wahrheit ist wenig Schönheit in den Dingen, die sie selber in den vergangenen Zeitaltern geschaffen haben, vielmehr hatten immer abtrünnige Gnomen ... ihren Teil daran." "Außerdem scharte Naugladur (der Herr der Nauglaths) ein großes Heer von Orks um sich und wandernde Kobolde ... und alle bewaffnete er mit seinen eigenen Waffen."

    Einige Zeit später scheint Tolkien geplant zu haben, die Zwerge von Nogrod als Nauglath zu bezeichnen, während die Zwerge von Belegost quasi die "guten" Zwerge sein sollten, darunter die Langbärte. (Quelle: The War of the Jewels Seite 108) Aber auch das war im veröffentlichten Silmarillion nicht so ausgeführt; stattdessen wurde in den veröffentlichten Büchern vollständig auf den Begriff Nauglath verzichtet, und die Zwerge ganz allgemein - vor allem im Silmarillion und in den Anhängen zum HdR - als freies Volk und wohlgesinnt dargestellt.
    Last edited by Angerthas; Dec 07 2011 at 03:02 PM.

  5. #5
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Manchmal trifft man ingame auf ein erfundenes Khuzdul, das ich hier nur für das gegenseitige Verständnis einfüge, damit ihr im Rollenspiel als Zwergenspieler nicht dumm dasteht und nur Bahnhof versteht, wenn ihr damit konfrontiert werdet (Quelle: http://www.geocities.com/khazadium/language.html ):

    Gamut manan - guten Tag
    Gamatu yenet menu - schön, Euch zu treffen
    Vemu ai-menu (oder auch Vem / Vemu & Name des Angesprochenen) - Grüße/seid gegrüßt!
    Caku men Rasp? - wie geht es Euch?
    Rasup men - es geht mir gut
    Rasup ogamut men - ich fühle mich nicht wohl
    Rasup gamut - Auf bald
    Tak yemu - bis später
    Gamut melik - gute Reise
    Tak khaz meliku suz yenetu - bis sich unsere Wege wieder kreuzen
    Hurun ganat - ruht wohl
    Tan matu selek lanun naman - Möge eure Esse hell brennen
    Bundul menu denapdul - Eure Worte sind wahr
    Menu denapdul - Ihr seid ehrenhaft
    Gazardul menu ked gamelu pethem - Eure Weisheit gleicht dem Alter des Steins
    Targ menu bundul gazaru - Euer Bart spricht für eure Weisheit
    Menu sigim bundul - Ihr seid größer als Worte (es beschreiben können)
    Ekespu menu men o targu men - Ihr bedeutet mir mehr als mein Bart
    Rukhsul menu - Sohn/Tochter eines Orks!
    Khagun/Khagam menu penu rukhs - Eure Mutter/Euer Vater war ein Ork
    Gelek menu caragu rukhs - Ihr riecht wie Orkdung
    Khagam menu penu shirumund - Euer Vater hatte kein Bart
    Ozirum menu seleku - Ihr könnt nicht einmal einen Löffel schmieden
    Men gajamu - ich entschuldige mich (es tut mir leid)
    Men kemgu gajum menu - Eure Entschuldigung wird akzeptiert
    Remenu! - zu den Waffen!
    Khayamu! - zum Sieg!
    Khayum Thane Khazadu! - Sieg dem König der Zwerge!
    Khaham - Klan
    Khahay - Familie
    Khagan - Mutter
    Khagam - Vater
    Gamul Khagam - Großvater
    Gunud - Höhle
    Pemb/Kemb/Pend - Dörfchen/Dorf/Stadt
    Khuzd / Khazadul - Zwerg / die Zwerge
    Khulum / Khalam / Khalamdul - Elb / Elben / die Elben
    Burm / Buram / Buramdul - Mensch / Menschen / die Menschen
    Rukhas / Rukhasdu - Orks / die Orks
    Gorog - Bier
    Gorah - Alkohol
    Goraz - Ale (obergäriges Bier mit wenig Kohlensäure)
    Garan - Lager-Bier (untergäriges Bier, durch Reifung schmackhafter - Pils oder Märzen)
    Goroj - Met (fermentierter Alkohol aus Honig, Wasser und Hefe)
    Keld - Wein
    Khelum - schwach (Bier)
    Kheluz - stark (Bier)

    Bitte seid euch aber bewußt, daß dieses Neu-Khuzdul nicht von Professor Tolkien selbst erdacht wurde. Genausogut könnt ihr als Zwergen-Rollenspieler hingehen und selbst einzelne Worte in Khuzdul erfinden, wenn euch danach ist

  6. #6
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    4. Ort:
    es gibt in der Charaktererstellung folgende Herkunftsorte für Zwerge zu wählen:
    a) Ered Luin - das Blaue Gebirge
    b) die Eisenberge
    c) Erebor - der einsame Berg
    d) Ered Mithrin - das graue Gebirge
    e) Ered Nimrais - das weiße Gebirge

    Was sollten Zwerge über diese Orte wissen? Grundsätzlich würde ich vorschlagen, daß ein Zwerg IC nur über seinen eigenen Herkunftsort auch die alten Geschichten/Legenden aus dem ersten oder zweiten Zeitalter zumindest vage kennen sollte; daß er aber nicht unbedingt die sehr alten Geschichten über die anderen zwergischen Orte wissen muß.

    a) Ered Luin - das Blaue Gebirge, wo Thorins Hallen stehen

    Die Ered Luin sind das einzige Heimatgebiet der Zwerge von denen, die zur Auswahl stehen, die auch wirklich derzeit ingame zu sehen/erleben sind.

    Die blauen Berge hatten bei der Erschaffung von Arda mit einem alten grauen Gebirge im Süden einen westlichen Wall gebildet, so wie die "roten Berge" (Orocarni) und die "gelben Berge" einen östlichen Wall bildeten; die beiden Wälle waren durch die Eisengebirge nördlich miteinander verbunden gewesen, von denen nur die Eisenberge und der Einsame Berg heute noch übrig sind. Die ganze Gebirgs-Symmetrie wurde durch Morgoth noch vor dem Erwachen der Elben und noch bevor Sonne und Mond existierten, zum Zusammenbruch gebracht.

    Im ersten Zeitalter waren die Ered Luin noch eine sehr lange und bedeutende Gebirgskette von Norden nach Süden gewesen, die Eriador von Beleriand vor dessen Zerstörung trennte. Sieben Flüsse entsprangen dem blauen Gebirge ursprünglich in Beleriand an der westlichen Seite und das Land zum Westen war als Ossiriand, später als Lindon, bekannt. Man nannte die Ered Luin daher auch Ered Lindon.

    http://www.lord-of-angmar.de/Beleriand.jpg

    Die lange Gebirgskette wurde jedoch während des Krieges der Valar gegen Melkor (Morgoths alter Name - der "Böse" unter den Valar, den "Göttern" von Mittelerde) zerbrochen und das Meer brach durch. Aus dem Fluß Luhn wurde der Golf von Luhn, an dessen Spitze die grauen Anfurten von Mithlond erbaut wurden, wo heute noch Círdan, der "Schiffsbauer" lebt, ein wichtiger Elbenfürst.

    Im zweiten Zeitalter von Melkors/Morgoths Gefangenschaft gab es im Ered Luin zwei alte Zwergenstädte: Gabilgathol (von den Elben "Belegost" genannt) und Tumunzahar (von den Elben "Nogrod" genannt).

    Die Zwerge von Belegost waren berühmt für ihren Sieg gegen die Drachen in der "fünften Schlacht" Nirnaeth Arnoediad, und die Zwerge von Nogrond sind auf unschönere Weise bekannt, weil sie den Elbenfürsten Elu Thingol Graumantel (Elwe Singollo) im Streit getötet und gegen sein Reich Doriath Krieg geführt hatten.

    Belegost und Nogrod wurden um das Jahr 40 des Zweiten Zeitalters von den Zwergen verlassen. (Mehr weiter unten in einem Post dann speziell über Belegost und Nogrod aus dem Silmarillion.)

    Was heute als "Thorins Tor" und "Thorins Halle" bekannt ist, wurde von Thráin II (2644-2850, aus Durins Geschlecht) im Jahr 2802 ganz neu gegründet, nachdem er mit einer kleinen Schar an Gefolgsleuten vom Einsamen Berg im Norden des Drachen Smaugs Überfall (im Jahr 2770) entkommen war.

    Mit Thráin kamen auch seine Söhne Thorin II Eichenschild (2746-2941) und Frerin (2751-2799) sowie seine Tochter Dís (geboren 2760, die einzige Zwergenfrau, die mit Namen bekannt ist). Im Exil nahm die Zahl der Zwerge langsam zu, auch durch wandernde, heimatlose Zwerge, die von Thrain und Thorin gehört hatten und sich ihnen anschlossen - aber es gab sehr wenige Frauen unter ihnen.

    Im blauen Gebirge ist vor allem Eisen zu finden, aber kaum oder gar keine Edelmetalle. Es geht den Zwergen im Ered Luin zwar gut auf ihre Weise, ihre Warenbestände sind auch recht groß, aber die ursprüngliche und eigentliche Heimat von vielen von ihnen ist der Einsame Berg Erebor, der ihnen vom Drachen Smaug weggenommen worden war.

    Der Einsame Berg gehört mittlerweile seit Winter 2941 jetzt auch wieder den Zwergen und wird öfter mal von den besten Zwergen-Handwerkern besucht. Von dort her können zur Zeit des Spiels auch die Zwerge von Thorins Hallen Edelmetalle und andere Waren erhalten.

  7. #7
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    b) Ered Engrin, die Eisenberge weit im Osten

    Die Eisengebirge waren in alten Tagen von Morgoth/Melkor aufgeworfen worden, als Schutzwehr für seine Burg Utumno. Dort hatte Morgoth viele Ungeheuer von verschiedener Gattung und Gestalt gezüchtet und auch Balrogs um sich geschart. Die Eisengebirge verbanden die blauen Berge (Ered Luin) im Westen mit den Roten Bergen (Oocarni) im Osten. Sie standen in einem großen Bogen an den Grenzen zu den Regionen des Ewigen Eises. Die Valar überwältigten schließlich Morgoth und seine Burg Utumno, die Länder im hohen Norden wurden durch den Krieg verwüstet und sogar die Form von Mittelerde geändert.

    Jedoch entkam Morgoth später seiner Gefangenschaft und grub unter dem Eisengebirge einen großen Tunnel und am südlichen Ausgang ein gewaltiges Tor. Über dem Tor stapelte er aus Asche, Schutt und Schlacke im gebogenem Wall der Eisengebirge die schwarzen Donnertürme von Thangorodrim, einer gewaltigen Festung. Mit Eis und Schnee waren die Eisengebirge für ihn wie eine große, unüberwindliche Mauer vor seinem Land Angband. Morgoth ließ auch die Berge selbst Flammen ausspeien sowie Feuer aus Erdspalten quellen, und er entfachte in Gruben gewaltigen, stinkenden Qualm, von wo sie die Lande rundhum bis hinein in die schönen Elbenherrschaftsgebiete vergifteten.

    Endlose Jahre lang führte Morgoth von dort aus Krieg gegen die Elben, später auch gegen die Menschen und Zwerge. Erst das Heer der Valar konnte ihn erneut niederwerfen, nachdem Earendil die Valar um Hilfe gebeten hatte. Das war das Ende des Ersten Zeitalters. Die ganze Gebirgskette wurde im Krieg zwischen den Valar und Melkor auseinandergerissen und verändert.

    Die Überbleibsel der Eisengebirge, die Eisenberge (im Englischen "iron hills" genannt, im Gegensatz zu den früheren "iron mountains") sind jetzt östlich der Einsamen Berge (und Thal) gelegen. Aus ihnen entspringt der Fluß Rotwasser, der durch Eisen im Wasser gefärbt wird und in den Fluß Eilend mündet, der ins Meer von Rhun fließt. Die Eisenberge sind eins der sieben Königreiche der Zwerge und wurden ungefähr 2500 des dritten Zeitalters von Grór, Sohn von Dáin I, gegründet, nachdem die Zwerge aus den westlichen grauen Bergen und aus dem Süden vertrieben worden waren durch Attacken von Eisdrachen, die die Reichtümer der Zwerge begehrt und geraubt hatten.

    Ein Drachenüberfall hatte auch König Dáin I das Leben gekostet. Der jetzige Zwergen-König Dáin Eisenfuß II, der unterm Einsamen Berg lebt, stammte aus den Eisenbergen, herrscht auch weiter über sie vom Einsamen Berg aus. Er kam nach dem Tod des Drachen Smaug dorthin zum Einsamen Berg, um Thorin Eichenschild 2941 in der Schlacht der fünf Heere bei Thal zu unterstützen.

    Die Eisenberge sind reich an Mineralien, besonders natürlich Eisen, aber Edelmetalle sind dort ebenfalls eher selten. In den Eisenbergen leben viele von Durins Volk, nicht selten der "edelste" Zweig der Zwerge genannt. Aus den Eisenbergen stammte nach Grór auch dessen Sohn Náin, der durch den allen Zwergen bekannten Ork Azog getötet wurde und Dáin II, der Sohn Náins, der wiederum Azog tötete und so sehr berühmt unter den Zwergen wurde.

    (Nach Dáin IIs Tod im noch kommenden Ringkrieg wird sein Sohn Thorin III Steinhelm als König unterm Berg über Erebor und die Eisenberge nachfolgen, der auch nach Gimlis Empfehlung in Helms Klamm eine neue Zwergensiedlung gründen wird - aber das weiß freilich zur Zeit der Handlung vom Spiel Lotro jetzt noch niemand. Daher erwähnt es bitte im Rollenspiel auch nicht!)

  8. #8
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    c) Erebor - der einsame Berg östlich des Nebelgebirges

    Erebor ist ein einzeln stehender Hunderte von Meilen von anderen Gebirgen entfernter Berg mit einer bis weit in den Frühling hinein schneebedeckten Spitze, östlich des Nebelgebirges. Er ist vermutlich ein Überbleibsel der zerstörten alten Eisengebirge. Der eigentliche Einsame Berg mißt nach Schätzungen ungefähr zehn Meilen im Durchmesser, er hat aber einige lange Ausläufer. Sein großer Südausläufer endet in einer Anhöhe, die den Namen Rabenberg trägt. An seinem südlichen Fuß am Fluß Celduin (auf Deutsch Eilend bzw. "das Eilige Wasser") befand sich vor langer Zeit die Menschenstadt Thal oder Dal in einer weiten Talfläche, wo das Eilige Wasser eine Schleife beschreibt. Weiter südlich im Langen See steht auf kräftigen Pfählen die Seestadt Esgaroth mitten im Wasser.

    Nachdem der Drache Smaug den Berg in Besitz genommen hatte, hatte sich die Gegend (laut dem Buch "der kleine Hobbit") stark verändert - Erdbeben hatten sich ereignet, sowie große Überschwemmungen und Wolkenbrüche, die die Sümpfe und Moore am See sich ausbreiten hatten lassen und die einst sicheren Wege verschoben hatten. Die Gegend um den Berg war vom Drachen selbst verwüstet worden, nur zerborstene und verkohlte Stümpfe waren von den einstmals grünen Landen übrig geblieben. Erst nach der Schlacht der fünf Heere 2941 wurde die Gegend wiederhergestellt, Dal/Thal wurde wieder besiedelt und ist heute wohlhabend.

    Erebor wurde die Heimat von Durins Volk, nachdem es von Khazad-dûm vertrieben worden war. Thráin I der Alte (1934-2190) entdeckte dort den Arkenstein, ein berühmtes faustgroßes Juwel. Sein Sohn, Thorin I (2035-2289), verließ den Berg, um in den grauen Bergen anzusiedeln, da dort große Reichtümer gefunden worden waren. Drachen plünderten jedoch die Hallen der Zwerge und vertrieben sie.

    Nach dem "kleinen Hobbit" kam Durins Volk von Norden später (um 2600 herum) wieder nach Erebor und die Zwerge entdeckten unter dem Großvater von Thorin Eichenschild, (König) Thrór, im Einsamen Berg eine ganze Menge Gold und viele Edelsteine. Die Zwerge errichteten im Berg hohe Gewölbe, Werkstätten und viele Stollen. Sie wurden reich und Thrór wurde König unter dem Berg, der mit Hochachtung von den Menschen behandelt wurde. Die Zwergenschmiede stellten nicht nur exzellente Klingen, Rüstungen, Schnitzereien und Metallgegenstände her, sondern auch Zauberspielzeuge, die bis heute nirgendwo sonst mehr auf der Welt zu finden sind.

    Viele Zwerge im Ered Luin erinnern sich der grausamen Vertreibung durch Smaug, auch wenn sie sie selbst nicht miterlebt hatten - denn Zwerge haben ein gutes Gedächtnis für Dinge, die ihnen angetan wurden. Smaug war wohl von den als märchenhaft beschriebenen Schätzen der Zwerge angelockt worden, die sie aus den Erzen und Edelsteinen des Berges hergestellt und erhandelt hatten - so glaubte zumindest Thorin Eichenschild. Es mögen aber noch zwei andere Faktoren mitgespielt haben: Sauron hegte einen Haß auf Durins Volk, da sie im Jahr 1695 im zweiten Zeitalter gegen ihn gekämpft und sich in Moria verschanzt hatten. Und zweitens: Thrór besaß, was allgemein nicht bekannt (!) ist, einen der großen Zwergenringe, der wohl auch den Untergang seines Besitzers heranzog.

    Im Jahr 2770 des dritten Zeitalters kam jedenfalls besagter Smaug, ein sehr alter und verschlagener Drache, von den drachenbewohnten grauen Bergen im Norden herunter und überfiel Dal/Thal sowie die Zwergensiedlung im Einsamen Berg. Er tötete unzählige Menschen und Zwerge, danach ließ er sich im Berg nieder und lebte dort auf den zusammengehäuften Reichtümern der Zwerge.

    Thrór (2542-2790), dessen Sohn Thráin II (2644-2850) konnte mit seinen zwei Söhnen Thorin Eichenschild und Frerin, sowie seiner Tochter Dís, entkommen und mit einer gar nicht so kleinen Gefolgschaft an ebenfalls überlebenden Zwergen im blauen Gebirge eine Zuflucht in der "Verbannung" gründen - heute als Thorins Hallen bekannt.

    Thorin Eichenschild (wie im "kleinen Hobbit" beschrieben) konnte Jahre später im Frühwinter 2941 mit seinen Gefährten, darunter Bilbo Beutlin und auch Gandalf dem Grauen, des Drachen Smaugs Tod (durch den Menschen Bard aus der Seestadt) herbeiführen und den Einsamen Berg für die Zwerge zurückfordern. Jedoch starb Thorin bei der gleich darauf folgenden Schlacht der fünf Heere gegen die Orks und Warge.

    Daher regiert jetzt Dain II Eisenfuß in Erebor als König unterm Berg, der von den Eisenbergen her zu Thorins Unterstützung für die Schlacht der fünf Heere mit einer großen Gefolgschaft angereist war. Inzwischen ist Thal wiedererrichtet worden und die Zwerge in Erebor sind wieder sehr wohlhabend, auch die Menschen haben ihre Freundschaft mit den Zwergen erneuert.

    Sicher wissen es nicht alle Zwerge dort, aber vielleicht einige: vor erst einem Jahr gelangte ein reitender Bote aus Mordor mitten in der Nacht ans Tor von Erebor und rief König Dain II Eisenfuß heraus. Er bedrängte ihn und seine engsten Vertrauten mit Fragen nach Hobbits - von welcher Art diese seien und wo sie wohnten. Aber die Zwerge gaben keine Antwort.

    Der Bote erbat "als Zeichen der Freundschaft", daß die Zwerge den "Dieb" finden sollten und ihm einen kleinen Ring abnehmen sollten, den "unbedeutendsten aller Ringe", den er einst gestohlen hatte. Dafür versprach der Bote, daß den Zwergen drei der Großen Ringe der Zwergenfürsten zurückgegeben werden sollten und auch Moria. Allein Nachrichten über den Dieb, ob er noch leben würde und wo, sollten reich belohnt werden und die Freundschaft von Sauron sichern. Aber eine Weigerung würde böse Konsequenzen haben.

    Der Atem des Boten war wie das Zischen einer Schlange, als er fragte: "Weigert ihr euch?", und allen in der Nähe lief es kalt den Rücken hinunter. Aber der kluge Dáin II verweigerte eine Antwort und sagte, er müsse darüber nachdenken. Zwei weitere Male schickte er den Boten weg, aber dieser sagte, er würde noch vor dem Jahresende ein letztes Mal wiederkehren.

    Manche Zwerge aus Erebor wissen vermutlich, daß der Schatten wächst und näherzieht. Und wenige könnten auch Bescheid darüber wissen, daß dieser Bote aus Mordor ebenso zum verbündeten Menschen-König Brand in Thal kam, der auch vom Osten her von Menschen im Dienste Saurons bedroht wird und nun in Bedrängnis ist. Wegen dieser Geschehnisse wurden nämlich Glóin und sein Sohn Gimli nach Bruchtal gesandt, um Elronds Rat zu suchen.

    Ihr dürft das als Zwergenspieler in Lotro also halten, wie ihr wollt

  9. #9
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    d) Ered Mithrin, das graue Gebirge

    Das graue Gebirge ist ein Überbleibsel der Eisengebirge (Ered Engrin) im Norden von Rhovanion (mit dem Düsterwald drin). Nördlich davon liegt Forodwaith, früher Dor Daidelos genannt.

    Die grauen Gebirge sind weit älter als das Nebelgebirge. Der Gundabadberg ist der höchste Gipfel der Gebirge, an seinem westlichen Ende, von hier soll Durin, der Unsterbliche, der älteste aller Zwerge, gekommen sein. Das östliche Ende der Ered Mithrin war in zwei Äste gesplittet, dazwischen lag ein Gebiet namens "die dürre Heide", wo es noch Drachen geben soll, die weiter dort brüten.

    Das graue Gebirge war von Durins Volk mit Höhlen besiedelt worden, aber bis zum dritten Zeitalter hin wurden alle zwergischen Festungen und Behausungen von Drachen überfallen oder von den Zwergen aus anderen Gründen verlassen. Seit dem zweiten Zeitalter war statt dessen Moria groß und prächtig geworden, viele Zwerge wanderten dorthin, weil es sicher und wohlhabend war.

    Im Jahr 1980 im dritten Zeitalter aber wurde der Zwergen-Herrscher Durin VI in Moria von einem Balrog, "Durins Fluch" genannt, erschlagen, als die Zwerge zu tief unter Barazinbar nach mithril gegraben hatten (das von Jahr zu Jahr schwerer zu gewinnen war) und damit den Balrog aus seinem Schlaf geweckt hatten. Dieser Balrog war wohl einer der wenigen überlebenden Balrogs aus Thangorodrim in Angmar gewesen, als es von den Valar gesäubert worden war. Ein Jahr danach tötete der Balrog auch noch Náin I, den Sohn von Durin VI. Das Volk der Zwerge in Moria wurde entweder vernichtet oder mußte fliehen.

    Thráin I. (1934-2190) siedelte sich in Erebor an und brachte es zu großem Wohlstand, aber sein Sohn Thorin I (2035-2289), zog von Erebor aus mit seinem Gefolge zurück ins Graue Gebirge. Dort sammelten sich dann mit der Zeit sehr viele von Durins Volk, denn die Berge waren noch immer erzreich und ihrer Größe wegen auch wenig erforscht. Sie fanden auch bald größere Reichtümer.

    Jedoch lebten noch immer Drachen in den Ödlanden dahinter. Nach vielen Jahren wurden diese Drachen wieder stark und vermehrten sich; sie führten Krieg gegen die Zwerge und plünderten ihre Bergwerke. Schließlich wurde Dáin I. zusammen mit Frór, seinem zweiten Sohn, im Jahr 2589 an den Türen seiner Halle von einem großen Kaltdrachen erschlagen.

    Daraufhin verließen die meisten von Durins Volk das Graue Gebirge wieder. Grór, Dáins Sohn, ging mit vielen Zwergen zu den Eisenbergen, aber Thrór, Dáins Erbe, kehrte mit Borin, seines Vaters Bruder, und dem Rest des Volkes nach Erebor zurück. Thráin I. (1934-2190), Náins Sohn, war dort im Einsamen Berg König unter dem Berg gewesen. Und der Erzhandel blühte, auch zwischen ihnen und ihren Verwandten in den Eisenbergen. Es leben heute nicht mehr viele Zwerge im grauen Gebirge.

  10. #10
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    e) Ered Nimrais, das weiße Gebirge

    Der Sindarin-Name "Ered Nimrais" heißt eigentlich "Weißhorn-Gebirge", das "Weiß" bezieht sich auf die gletscherbedeckten höchsten Gipfel. Das Gebirge erstreckt sich im Süden des Nebelgebirges von Ost nach West zwischen Rohan und Gondor. Zwischen einem nördlichen Ausläufer und dem Nebelgebirge liegt die Pforte von Rohan mit Isengart darin. Am östlichen Ende ist die gondorische Hauptstadt Minas Tirith in den Mindolluin-Berg eingegraben. Leuchtfeuer von Gondor sind auf sieben Gipfeln des weißen Gebirges plaziert.

    Die weißen Gebirge sind so hoch, daß sie selbst in diesen südlichen Gefilde noch im Sommer Schnee tragen, was bedeutet, daß sie sehr hoch sind. In alten Zeiten waren die weißen Gebirge von gedrungenen Menschen bewohnt gewesen, die sich Drúedain nannten und heute in Gondor "wilde Menschen" genannt werden. Bedauerlicherweise werden sie von den Reitern von Rohan als Feinde angesehen und gelegentlich sogar gejagt.

    Es werden keine bekannten Pässe über das weiße Gebirge erwähnt, außer den äußerst gefährlichen Pfaden der Toten, die praktisch niemand jemals benutzt. Diese Pfade und Tunnel beim Hargtal wurden im zweiten Zeitalter von Menschen erbaut, Verwandten der Dunländer, die Sauron dienten. Sie hatten gute Steinmetz-Fähigkeiten und es sind alte Statuen von ihnen bei Dunharg erhalten, die wilde Menschen zeigen und "Puckelmänner" genannt werden.

    Diese steinbearbeitenden Menschen hatten Gondor und Isildur Treue beim Kampf gegen Sauron geschworen, betrogen ihn aber und wurden verflucht. Seither spuken sie als Untote oder Geister dort herum und werden "Eidbrecher" genannt. Die Pfade der Toten werden gesäumt von den zwei Gipfeln Irensaga (Eisensäge) und dem gletschergekrönten Starkhorn.

    Am Hargtal liegen auch der Dwimorberg und am Tunneleingang zu den Pfaden der Toten der Dimholt-Wald. Vom Starkhorn aus fließt der Fluß Schneeborn durch die Ostfold bis in die Entwasser. Zum Talausgang hin liegen zwei Siedlungen, Unterharg und Hochdorn. Am Hargtal liegt die Feste Dunharg, sie wurde von Gondor genutzt, später von Rohan, und war eine wichtige starke Fluchtburg. Dunharg war nur über eine schmale Straße in Serpentinen über einen steilen Felshang hinauf erreichbar und so leicht zu verteidigen. An jeder Kurve standen die alten Statuen der Puckelmänner oder auch Púkel-Menschen.

    Die Hallen der Zwerge in den Ered Nimrais sind im Südwesten und grenzen an die Länder von Andrast - eine Halbinsel. Andrast ist auch als "langes Kap" oder "Ras Morthil" bekannt, im Prinzip ein Teil von Gondor, aber nicht von Númenórern bewohnt, sondern von Stämmen der Drúedain und anderen wilden Menschen, vermutlich (aber nicht sicher) den freien Völkern feindlich gesinnt.

  11. #11
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    5. wichtige Fakten über die Zwerge:

    * Architektur der Zwerge:

    Zwerge leben bevorzugt in gut geschützten Festungen unter der Erde, vorzugsweise in Bergen (da in diesen auch Erzadern zu finden sind), allerdings nicht in Höhlen oder engen Minenschächten, sondern in großen Hallen mit vielen sehr hellen Lichtern aus Kristall und mit schön gemeißelten Säulen, verziert und ausgelegt mit Edelmetallen und Edelsteinen, verbunden mit vielen Gängen und Treppen, mit Brunnen und Bögen, unterhöhlt mit zahllosen Minenschächten, in denen gearbeitet wird - aber auch mit schön gestateten Terrassen und Türmen auf den Berghängen. Einige Festungen wie Moria hingegen sind absichtlich von außen so unsichtbar wie möglich gestaltet, da sie als Schutzburgen gegen Saurons oder einst gegen Morgoths Horden dienen mußten. Übrigens "lieben" Zwerge keineswegs besonders dunkle Orte - ihre Hallen sind im Gegenteil hell ausgeleuchtet, auch Khazad-dûm (Moria) war es einst; und Gimli schwärmt im "Herr der Ringe" von diesen schönen Lichtern.

    * wie alt werden Zwerge:

    Heutzutage werden Zwerge bis zu ca. 250 Jahre alt - doch so ein hohes Alter oder sogar ein noch (weit) höheres erreichen tatsächlich nur wenige, obwohl es möglich ist. Die Zwerge aus Durins Volk sind besonders langlebig. Zwerge werden bis ca. 30 Jahre als "jung" betrachtet, erst ab ca. 240 Jahren sieht man ihnen deutlich an, daß sie "alt" sind.

    * Hinscheiden der Zwerge:

    Die Elben in Mittelerde glaubten früher, die Zwerge kehrten, nachdem sie gestorben in die Erde zurück, und würden wieder zu dem Stein, aus dem sie geschaffen waren; die Zwerge selbst aber glauben dies nicht. Sondern sie sagen, daß Aulё, den sie Mahal nennen, für sie nach dem Tod sorge und sie in Mandos in gesonderten Hallen versammle. Den Zwergen-Vätern soll Aulё einst erklärt haben, Ilúvatar werde sie heiligen und ihnen am Ende einen Platz unter den Kindern gewähren. Dann wird es ihre Sache sein, Aulё zu dienen und ihm nach der Letzten Schlacht Arda wieder aufbauen zu helfen.

    Die Zwerge sagen auch, daß die Sieben Väter der Zwerge in ihrem eignen Geschlecht immer wieder zum Leben erwachen und wieder ihre alten Namen tragen; und von diesen war in späteren Altern Durin der ruhmreichste, der Vater jenes Volkes, das den Elben am freundlichsten war und das in Khazad-dûm wohnte.

    Zwerge legen ihre Toten nur in steinerne Grabstätten, die sie erst aufwendig bauen, nicht in Erde, und sie singen bei ihrer Begräbnisfeier tief-kehlige Klagelieder.

    * Herrscher der Zwerge:

    Der derzeitige König unterm Berg in Erebor, der König der Langbärte, also auch der Zwerge von Thorins Halle und der Eisenberge, ist Dain II. Eisenfuß. Er ist derzeit bereits 251 Jahre alt und damit hochbetagt, aber noch sehr rüstig. Seine Hallen im Einsamen Berg sind märchenhaft reich, und viele Zwergenarbeiter haben dort große Kunst geleistet. Sie haben Hallen und unterirdische Straßen mit Bögen erschaffen, die gemeißelt sind wie Bäume, Terrassen und Türme auf den Hängen des Berges; und auch Thal/Dal, die Stadt am See unter dem Einsamen Berg wurde wieder hergerichtet durch zwergische Kunst mit vielfarbigen Steinpflastern, Wasserstraßen und schönen Bauten. Leider sind viele Geheimnisse der Metallarbeiten, Klingen und Kettenpanzer mit den zwergischen Meistern verloren gegangen, die Smaug getötet hatte; aber die Zwerge machen immerhin dennoch wieder gute Waffen.

    Als Dáins II Stellvertreter und Thorin Eichenschilds Nachfolger sitzt in Thorins Hallen in den Ered Luin Fürst Dwalin auf Thorins altem Thron, auch er ist aus Durins Geschlecht.

    Andere Zwerge/nstämme, die nicht von Durins Volk sind, mögen ihre eigenen Herrscher haben, aber Tolkien erwähnt diese in seinen veröffentlichten Werken gar nicht. Viele dieser Herrscherlinien wurden vielleicht, wie das Silmarillion andeutet, durch Drachen, Orks und anderes Gezücht Saurons dezimiert oder unter Umständen ganz ausgelöscht.

    * spezielle Eigenschaften und Eigenheiten:

    In anderen Fantasy-Werken und Spielen wurden Zwergen viele Eigenheiten angedichtet, die Tolkien seinen Zwergen nie gegeben hat, darunter das beständige Tragen von Kettenhemden oder die Weigerung, sich mit Seife und Wasser zu säubern, sich statt dessen aber mit stinkendem Öl einzureiben (im alten Rom war es übrigens üblich gewesem, daß sich Männer statt mit Seife mit Öl einrieben und dieses danach vom Körper schabten, auch waren Ganzkörperrasuren an der Tagesordnung gewesen...).

    Die "Zwergennase", quasi ein Instinkt, Gold oder Schätze aufzuspüren, ist genauso keine tolkiensche Erfindung wie etwa eine besondere Fähigkeit der Zwerge, Fallen oder Gefahren "erfühlen" zu können. Diese Dinge wurden von anderen Autoren erfunden. Tolkiens Zwerge lehnen keine Magie ab und sind auch nicht selbst magie-unfähig. Im Gegenteil stellten die tolkienschen Zwerge von Thal Zauberspielzeug her; Tolkiens Zwerge erfanden auch die Mondbuchstaben und bauten Türen, die sich durch Losungsworte automatisch öffneten oder nur unter bestimmten Bedingungen sichtbar wurden.

  12. #12
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    Weitere interessante Fakten über Zwerge:

    * Goldgier:

    Zwerge lieben vor allem Edelsteine (!) und Dinge, die sie aus Edelmetallen, Erz oder Stein selbst erschaffen. Das wird in mehreren veröffentlichten Werken von Tolkien beschrieben. Schöne sehr alte Schmuckstücke aus Zwergenhand faszinieren sie besonders, genauso alte solide Steinbauten - und schöne Tropfsteinhöhlen. Sie stellen auch goldene Musikinstrumente her oder haben früher Zauberspielzeug erzeugt, auf das sie sehr stolz waren. Zwerge sind nicht speziell gierig ausgerechnet nach dem Metall Gold - es sei denn, einer der großen Ringe verführt sie dazu. Nur in alten Entwürfen Tolkiens über die bösartigen Nauglath beschreibt Tolkien eine spezifische Gier der Nauglath nach Gold und Silber und eine fehlende Immunität gegenüber Zaubern auf Schmuckstücken.

    Alte Schätze haben aber auch in Tolkiens veröffentlichten Büchern oftmals einen verderblichen Zauber - nicht nur für Zwerge wie Thorin, der durch den Schatz von Smaug bezaubert und besitzgierig wird, sondern auch für Elben, die dadurch im Ersten Zeitalter sogar bis zum Brudermord gingen (Silmaril). Der Elbenherrscher des Düsterwalds liebt beispielsweise besonders "geschnittene" weiße Edelsteine und Silber. Obwohl sein Hort reich war, war er doch auf immer mehr bedacht, denn noch war sein Schatz nicht so groß wie der von vergangenen Elbenfürsten alter Zeiten. Düsterwald-Elben schürften weder Metalle noch Edelgestein, bearbeiteten es auch nicht, trieben nicht Handel und bestellten nicht den Boden. (Quelle: der kleine Hobbit, und für den Brudermord das Silmarillion)

    * Mithril:

    Mithril ist der elbische Name von Moria-Silber oder Wahr-Silber. Die Zwerge haben einen Namen dafür, den sie nicht sagen. Sein Wert betrug früher das Zehnfache von Gold und ist jetzt unermeßlich; denn oberirdisch ist wenig davon übrig. Die Adern in Mora erstrecken sich nach Norden zum Caradhras hin und tief hinab in die Dunkelheit. Es wurde von Jahr zu Jahr schwerer zu gewinnen, und die Zwerge mußten immer tiefer graben - bis sie dabei Durins Fluch erweckten.

    Zwerge sind aber nicht gieriger nach Mithril als andere Völker auch. Besonders die Noldor-Elben und die Elben aus Lindon liebten Mithril (und Edelsteine). Die Zwerge wußten ein Metall aus Mithril zu machen, das leicht war und trotzdem härter als getemperter Stahl. Die Elben machten unter anderem daraus "ithildin", Sternenmond, das Material, aus dem die Schrift auf Morias Tor war.

    Die Schönheit von Mithril glich der von Silber, wurde aber nicht matt oder trüb. Von dem, was die Orks nach der Besiedelung abbauen konnten, hatten sie wohl alles als Tribut an Sauron abgeführt, der das Mithril ebenfalls begehrte. Mithril ist seit dem Verlust der Zwergenbinge Khazad-dûm (Moria) nicht mehr gefördert worden.

    Die Gier der Zwerge nach Mithril war allerdings nicht einmal groß genug, um nach der Schlacht von Azanulbizar nach Khazad-dûm zu gehen und dieses für die Zwerge zurückzufordern. Und das, obwohl nur Dain II Eisenfuß durch das Tor von Moria einen Blick auf Durins Fluch im Inneren werfen konnte.

    Die Zwerge, die Thráin der Rache wegen den langen Krieg gegen die Orks hindurch treu gefolgt waren, sagten ihm, als er sie aufforderte, mit ihm nach Khazad-dûm zu gehen: "Durins Erbe magst du sein, aber selbst mit einem Auge (Thráin war seit der Schlacht auf einem Auge erblindet und auch lahm geworden) solltest du klarer sehen. Wir führten diesen Krieg um der Rache willen, und Rache haben wir genommen. Aber sie ist nicht süß. Wenn dies Sieg ist, dann sind unsere Hände zu klein, um ihn zu halten."

    Und jene, die nicht von Durins Volk waren, sagten: "Khazad-dûm war nicht unseres Vaters Haus. Was bedeutet es uns, es sei denn eine Hoffnung auf Schätze? Aber wenn wir nun ohne den Lohn und das Wergeld, das uns geschudet wird, auskommen müssen, dann werden wir, je eher wir in unsere eigenen Lande zurückkehren, um so froher sein."

    Auch Thráins eigene Sippe wollte Thráin nicht in die Minen folgen. Dáin sagte ihm: "Du bist der Vater unseres Volkes, und wir haben für dich geblutet und werden es wieder tun. Aber wir werden Khazad-dûm nicht betreten. Auch du wirst Khazad-dûm nicht betreten. Nur ich habe durch den Schatten des Tors geschaut. Jenseits des Schattens wartet er noch auf uns: Durins Fluch. Die Welt muß sich wandeln, und eine andere Macht als die unsere muß kommen, ehe Durins Volk wieder in Mora wandert." So gingen die Zwerge nach dem Verbrennen ihrer Toten (da es unmöglich war, für so viele steinerne Grabstätten zu bauen) wieder jeder in sein eigenes Land.

    Jahre nach diesen Ereignissen aber sprachen die Zwerge von Durins Volk nach der Wiedereroberung von Erebor und dem Wiederaufbau dort doch auch wieder von Moria...

    Balin hörte auf das Geflüster und brach mit Ori und Óin und vielen aus Durins Volk von Erebor aus nach Moria auf, das war vor fast 30 Jahren, bevor das Spiel Lotro stattfindet. Eine Zeitlang schickte Balin Nachrichten; er und seine Zwerge hätten Moria betreten und große Arbeiten begonnen. Dann aber trat Schweigen ein.

    * Rabenvögel:

    Die Zwerge hatten in alten Zeiten gute Beziehungen zu klugen Vögeln, darunter sprechenden großen Raben. Einige Zwerge verstehen die Sprache der Vögel, Drosseln sprechen ihnen aber oft zu schnell. Krähen wiederum mögen die Zwerge nicht leiden und umgekehrt, sie gelten für die Zwerge als rohe, häßliche Gesellen.

    Balin aus dem Gefolge von Thorin Eichenschild und von Durins Geschlecht, sprach die Sprache der Vögel und kannte einige Raben persönlich seit der Jugend, darunter ein berühmtes Rabenpaar - den alten Carc und seine Frau, Herrscher der großen Raben bei Erebor. Deren Sohn Roäc, der nachfolgende Herr der großen Bergraben, konnte die Gewöhnliche Sprache sprechen und half Thorin Eichenschild 2941, er schickte seine Raben als Beobachter und auch als Boten zu Dain II Eisenfuß bis in die weit entfernten Eisenberge im Osten aus. Der Rabe Roäc war zu dieser Zeit bereits 153 Jahre alt.

  13. #13
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    6. Vorgeschichte der Zwerge:

    Jetzt wird's kompliziert! Vielleicht reicht es ja aus, wenn ihr euch als Zwergenspieler nur merkt, was die Geschichte eures eigenen Hauses (also eures Herkunftsorts) angeht - aber es ist leider anzunehmen, daß alle Zwerge zumindest über die wichtigsten Personen, Geschehnisse und Erzeugnisse ihrer eigenen Vorfahren Bescheid wissen müßten...

    a) die Erschaffung der Zwerge:

    Ilúvatar (= Eru), der Eine Gott, schuf zu Anbeginn die Ainur. Sie spielten eine große Musik, in der die Welt begann, denn Ilúvatar ließ das Lied der Ainur sichtbar werden als ein Licht im Dunkeln. Er erweckte das Gesicht zum Sein und stellte es in die Leere. Das Geheime Feuer wurde ausgesandt, um im Herzen der Welt zu brennen; und die Welt wurde Ea geheißen.

    Unter den Ainur waren die Valar die mächtigsten. Diese Geister nahmen irdische Gestalt an und waren an der Erschaffung Mittelerdes wesentlich beteiligt. Sie leben jetzt auf der heute verborgenen Insel Valinor im Westen, wohin die Elben reisen, wenn sie des Lebens auf Mittelerde müde sind. Die Wesen Mittelerdes nennen die Valar ihre "Götter".

    Aulё ist einer dieser Valar. Die Zwerge nennen ihn Mahal. Zu Anfang schuf er vieles gemeinsam mit Manwe, dem mächtigsten der Fürsten der Valar. Aulё ist der Erbauer aller Länder, ein Schmied und ein Meister in allen Handwerken. Sein sind die Edelsteine und Metalle, die Wälle der Gebirge, und ihn erfreut jedes kunstreiche Gebilde, ob groß oder klein. Am meisten lernten von ihm die Noldor-Elben und er war immer ihr Freund. Aulёs Gemahlin ist Yavanna, die Spenderin der Früchte und Gestalterin aller Pflanzen.

    Es wird in den alten Legenden der Elben erzählt, die Zwerge seien zuerst von Aulё im Dunkel von Mittelerde geschaffen worden; denn so sehr sehnte Aulё die Kinder Ilúvatars herbei, weil er Schüler haben wollte, die er seine Kunst und Wissenschaft lehren könnte, daß er nicht warten mochte, bis Ilúvatars Pläne sich erfüllten.

    Aulё schuf die Zwerge genauso, wie sie immer noch sind, weil die Gestalt der Kinder (Ilúvatars), die noch kommen sollten, seinem Geiste nicht klar war und weil Melkors Macht noch über der Erde lag; und er wünschte daher, daß sie stark und unnachgiebig seien. Da er aber fürchtete, die andren Valar könnten sein Werk tadeln, schuf er insgeheim: und als erste schuf er die Sieben Väter der Zwerge in einer Halle unter den Bergen in Mittelerde.

    Ilúvatar aber wußte, was geschah, und in der Stunde, als Aulё sein Werk vollbracht hatte und sich freute und eben anfing, die Zwerge in der Sprache zu unterrichten, die er für sie erdacht hatte, da sprach Ilúvatar zu ihm; und Aulё hörte seine Stimme und war still. Und Ilúvatars Stimme sagte zu ihm: "Warum hast du dieses getan? Warum unternimmst du ein Werk, wissend, daß es über deine Kraft und Befugnis geht? Denn von mir hast du als Gabe nur dein eigenes Sein und kein andres mehr verliehen; deshalb leben die Geschöpfe deiner Kunst nur aus deinem Sein; sie bewegen sich, wenn du gedenkst, sie zu bewegen, und wenn deine Gedenken anderswo weilt, stehen sie still, Ist es das, was du begehrst?"

    Da antwortete Aulё: "Nicht solche Herrschaft begehrte ich. Ich begehrte Dinge, die anders wären als ich, um sie zu lieben und zu unterweisen, so daß auch sie die Schönheit von Ea erkennen mögen, die du hervorgebracht. Denn mir schien, daß Platz ist in Arda für viele Dinge, die sich darinnen erfreuen könnten, und doch ist sie zum größten Teile noch leer und stumm. Und in meiner Ungeduld bin ich in Wahn verfallen.

    Doch das Erschaffen von Dingen liegt mir am Herzen, seit ich selber erschaffen wurde durch dich; und das unverständige Kind, welches spielt, was sein Vater tut, handelt nicht zum Spott, sondern weil es der Sohn seines Vaters ist. Doch was soll ich jetzt tun, daß du mir nicht immerdar zürnest? Als Kind meines Vaters opfere ich dir diese Dinge, das Werk der Hände, die du geschaffen. Tu damit, wie du willst. Doch sollte ich nicht besser dies Werk meiner Anmaßung vernichten?"

    Da nahm Aulё einen großen Hammer, um die Zwerge zu zerschmettern, und er weinte. Ilúvatar aber hatte Mitleid mit Aulё und seinem bescheidenen Wunsche; und die Zwerge wichen dem Hammer aus und fürchteten sich; und sie neigten die Köpfe und baten um Gnade. Und Ilúvatars Stimme sagte zu Aulё: "Angenommen habe ich dein Opfer, sobald es gegeben war.

    Doch sieh nun, wie diese Dinge eignes Leben haben, und höre, wie sie sprechen mit eigner Stimme! Wenn anders, so wären sie nicht gewichen vor deinem Schlag oder vor allem, was du befiehlst." Da warf Aulё den Hammer hin und war froh, und er dankte Ilúvatar und sagte: "Möge Eru (Ilúvatars anderer Name) mein Werk segnen und verbessern!"

    Doch abermals sprach Ilúvatar und sagte: "So wie ich zu Anbeginn der Welt die Gedanken der Ainur wahrgemacht, so habe ich jetzt dein Begehren angenommen und ihm in der Welt einen Platz gewiesen; doch sonst will ich nichts bessern an deinem Werk, und wie du es gemacht, so soll es sein.

    Und eins will ich nicht leiden: daß diese hier vor den Erstgeborenen meines Planes kommen, noch darf deine Ungeduld belohnt werden. Sie sollen nun im Dunkel unter dem Stein schlafen und nicht hervorkommen, solange nicht die Erstgeborenen auf Erden erwacht sind; und bis zu diesem Tage sollst du warten und sollen sie warten, mag es auch lange scheinen.

    Wenn aber die Zeit da ist, werde ich sie wecken, und sie sollen wie Kinder zu dir sein; und oft wird es Streit geben zwischen den deinen und den meinen, zwischen meinen angenommenen und meinen erwählten Kindern." Da nahm Aulё die Sieben Väter der Zwerge und legte sie an tiefverborgenen Orten zur Ruhe; und er kehrte zurück nach Valinor und wartete, während die langen Jahre immer länger wurden.

  14. #14
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    b) Durins Volk und die 7 "Zwergenstämme":

    Der Valar Aulё erschuf 7 Zwergenväter, die an verschiedenen Orten in Schlaf versetzt wurden. Die Briefe Tolkiens ergänzen das; hier wird ausgeführt, daß sechs Zwergenväter mit ihrer Gefährtin zur Ruhe gelegt wurden, nur Durin allein.

    "Durin der Erste" ist der Name, den die Zwerge für den Ältesten der Sieben Väter ihrer Rasse und den Vorfahren aller Könige der "Langbärte" gebrauchten. Er soll als erster aller Zwerge aus dem Schlaf erwacht sein, der Legenden nach unter dem Gundabadberg, kam in grauer Vorzeit nach Azanulbizar und wohnte in den Höhlen über dem Spielgelsee Kheledzâram im Osten des Nebelgebirges, wo später die Minen von Moria gegründet wurden.

    Durin soll im Spiegelsee das Spiegelbild der Sterne am Himmel gesehen haben - Durins Krone - was für ihn ein Zeichen war, sich dort anzusiedeln. Dort lebte er so lang, daß er als Durin der Unsterbliche bekannt wurde. Sein Grab war in Kazad-dûm, und es heißt, er wurde von einem Balrog getötet.

    Durins Königs-Geschlecht verbreitete sich weiter und wurde hoch verehrt. Fünfmal wurde ein Erbe seinem Haus geboren, der Durin so ähnlich sah, daß er auch diesen Namen erhielt. Tatsächlich hielten ihn viele Zwerge für die Wiederkehr von Durin den Unsterblichen selbst, der immer wieder zurückkehrte. Als der Gundabadberg von Orks erobert wurde, haßten die Zwerge die Orks dafür abgrundtief - weil der Gundabadberg als Durins Ort des Erwachens galt.

    Zu Durins Geschlecht gehörten von den heute berühmten Zwergen auch Thrór, sein Sohn Thráin II und dessen Sohn Thorin II Eichenschild. Außerdem Thorins Bruder Frerin und Thorins Schwester Dís, sowie Dís' Söhne Fíli und Kíli. Auch sind Dáin II Eisenfuß, Fundin und seine Söhne Balin und Dwalin aus Durins Geschlecht, ebenso Òin und Glóin sowie dessen Sohn Gimli.

    Nur sehr wenige Zwerge wissen, daß einer der alten großen Zwergenringe, die Sauron zu schmieden half, über seine Vorväter in Thrórs Hände übergegangen war. Manche Zwerge aus der engeren Verwandtschaft hoffen noch heute, daß der Ring vielleicht noch in Khazad-dûm, Moria, zu finden sein könnte, wo Thrór gestorben war. Das bewegte auch Balin insgeheim, nach Moria abzureisen.

    Niemand außer Gandalf dem Grauen aber weiß, daß Thrór den Ring an Thráin weitergegeben hatte und daß er diesem unter Foltern in den Verliesen von Dol Guldur vom Hexenkönig, Saurons wiedererwachender Gestalt, abgenommen wurde.

    Außer den Langbärten, wie Durins Volk aus Khazad-dûm genannt wird, soll es noch 6 weitere Zwergenvölker geben:

    Broadbeams (Breitrücken)
    und Firebeards (Feuerbärte), beides Stämme aus Nogrod und Belegost
    Stiffbeards (Steifbärte)
    und Ironfists (Eisenfäuste) weit aus dem Osten
    Stonefoots (Steinfüße)
    und Blacklocks (Schwarzlocken) auch weit aus dem Osten

    Von den letzten 4 sind leider nur die Namen bekannt, Tolkien selbst berichtet nichts weiter über sie. Viele Ideen über die 7 "Zwergenstämme", wie sie zum Beispiel in " A Short Guide to the Dwarves " beschrieben werden, stammen gar nicht direkt von Tolkien.

    Da es sich um 7 Zwergenvölker handelt, steht zu vermuten, daß Sauron die 7 Zwergenringe für jeweils einen Herrscher der Zwerge schuf und diesen gab.

    Eine „Unterart“ der Zwerge waren die Kleinzwerge, die laut Tolkiens Silmarillion mit dem letzten Kleinzwerg Mîm im Ersten Zeitalter ausstarben. Sie waren weit aus dem Osten nach Beleriand gekommen, dort von Elben als vermeintliche Diener des Feindes gejagt und getötet worden, bis sie sie in Ruhe ließen. Aber sie sahen sich selbst durchaus als "richtige" Zwerge an. Über sie mag "normalen" Zwergen gar nichts bekannt sein, womöglich aber einigen Gelehrten unter den Elben.

    Nur wenige Wesen auf Mittelerde, darunter die Zauberer, wissen, daß 4 der Zwergenringe in Drachenhorten landeten und 3 davon von Sauron wiedererlangt wurden - der letzte wurde Thráin II in Dol Guldur abgenommen, was Gandalf herausfand und nur äußerst wenigen berichtete. Es ist ziemlich sicher, daß nichts davon "gewöhnlichen" Zwergen und schon gar nicht den anderen Völkern bekannt ist. Daher vermeidet es bitte, im Rollenspiel darüber zu sprechen

  15. #15
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    c) über Belegost und Nogrod:

    Im Ered Luin gab es einst im zweiten Zeitalter von Melkors Gefangenschaft zwei Städte aus großen Hallen und Palästen auf der Ostseite der Ered Luin: nördlich, unter dem hohen Gipfel des Dolmed lag Gabilgathol (von den Elben Belegost genannt; "große Festung") und im Süden Tumunzahar (von den Elben Nogrod, "Hohlburg" geheißen). Die Zwerge trieben von diesen Städten aus viel Handel mit den Elben und bauten dafür eine große Straße, an den Ausläufern des Dolmed den Flußlauf des Flusses Ascar entlang bis zu Sarn Athrad, der Furt der Steine, wo die Straße den Gelion überquerte.

    Die Zwerge arbeiteten für die alten Elbenfürsten für gute Bezahlung; sie schufen für sie riesige Hallen aus Stein, aber auch Rüstungen und Waffen, die für ihre unnachahmlichen Härtungen bekannt waren und auch Schmuck. Die Zwerge tauschten mit den Elben damals auch viele handwerkliche Kunstgriffe aus und kämpften gemeinsam mit ihnen (mit Maedhros, Feanurs Sohn) sowie den Menschen gegen die Orks und Morgoths Angband.

    Von Belegost waren die berühmten Zwerge, die den Vater der alten Drachen, Glaurung, vertrieben in der fünften Schlacht Nirnaeth Arnoediad - an einem Mittsommertag im Ersten Zeitalter, das nun viele Jahrtausende zurückliegt. Die Zwergenschar griff in ihren üblichen großen, gräßlich anzuschauenden Masken und schweren Äxten den Drachen an. Glaurung wälzte Azaghâl, den Fürsten von Belegost, nieder, dieser verwundete aber den Drachen mit einem Messer von unten noch schwer, bevor er starb. Das trieb den Drachen und seine Gefolgschaft davon. Ohne diese Tat hätte die große Schlacht wohl nicht gewonnen werden können.

    Die Zwerge trugen Azaghâls Leichnam langsam fort, noch während die Schlacht tobte, aus tiefen Kehlen ein Klagelied singend und der Feinde nicht weiter achtend, wie bei einer Begräbnisfeier in ihrem Lande; und niemand wagte, sie aufzuhalten.

    Die berühmteste Arbeit der Schmiede von Belegost und Nogrod war das Nauglamír gewesen, das "Halsband der Zwerge", das der Noldor-Elb Finrod Felagund seinerzeit höher geschätzt hatte als alle Reichtümer von Nargothrond. Und dieses Band gemeinsam mit einem der Silmaril, den der Mensch Beren zuletzt Morgoth aus der Krone gebrochen hatte, nachdem dieser sie von Valinor geraubt hatte, brachte den ersten großen Krieg der Zwerge und Elben.

    Der Krieg wurde ausgelöst durch die Begierde und Forderung von zwergischen Schmiedemeistern von Nogrod nach dem Nauglamír, das sie auf Geheiß des Elbenkönigs Elu Thingol mit dem Silmaril zusammengeschmiedet hatten. Die Zwerge sagten, es sei ein Erbstück der Zwerge und gebühre ihnen. Aber auch die schmähenden Worte von Thingol trugen dazu bei, der den Zwergen daraufhin ganz den Lohn verweigerte und sie so zur Wut anheizte. Die Schmiedemeister erschlugen Thingol in den tiefen Schmieden seiner Hallen in Menegroth im Lande Doriath und flohen; nur zwei von ihnen entgingen den Elben, die sie hetzten, aber ohne das Nauglamír.

    Die entkommenen zwei Schmiedemeister erzählten zu Hause in Nogrod nicht die Wahrheit, sondern nur, daß ihre Schmiede-Brüder auf Geheiß des Elbenkönigs getötet worden waren, der sie um ihren Lohn habe betrügen wollen. Das erzürnte die Zwerge über alle Maßen und sie rüsteten sich.

    Es heißt, daß die Zwerge von Belegost die Zwerge von Nogrod von ihren Racheplänen noch abbringen wollten, aber vergeblich. Ein großes Heer von Nogrod zog gegen Doriath, das von Melian, der Witwe von Thingol, und eine Maia/Ainur, und ihrem Schutz über dem Gebiet gerade erst verlassen worden war. Viele Elben und Zwerge fielen, Thingols Hallen in Menegroth wurden verwüstet, und die Zwerge nahmen das Nauglamír mitsamt dem Silmaril mit.

    Aber auf ihrer Rückkehr wurden sie von Elben unter der Führung von Beren angegriffen. Beren erschlug den Fürsten von Nogrod und nahm ihm das Halsband der Zwerge ab, das der sterbende Zwerg noch verfluchte. Vielleicht deswegen oder wegen des uralten Zaubers des Silmarils selbst, der schon viel Krieg und Unheil durch Gier angezündet hatte, kämpften um das Nauglamír danach sogar noch Elben gegen Elben und Doriath wurde zerstört.

    Belegost und Nogrod wurden ungefähr um das Jahr 40 des Zweiten Zeitalters von den Zwergen verlassen und statt dessen Moria (Eldar-elbisch: "schwarzer Abgrund", den Menschen auch als "Dwarrowdelf" (Zwergenbinge) oder Phurunargian bekannt), im Zwergischen Khazad-dûm genannt, von ihnen besiedelt, da dieses zu der Zeit einen kometenhaften Aufstieg erlebte.

    Khazad-dûm war schon lange davor ein Heim der Zwerge gewesen. Durin, der Unsterbliche, Ältester der Stammvater der Zwerge, soll dort noch vor der Gründung der Minen in Azanulbizar über dem See Kheledzâram in Höhlen gewohnt haben. Aber Khazad-dûm wurde erst im Zweiten Zeitalter wirklich groß, als sich die Kunde verbreitete, daß dort das Metall Mithril gefunden worden war, welches Zwerge und Elben gleichermaßen liebten.

  16. #16
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    d) über den Drachen Smaug:

    Die Drachen waren schon immer die Feinde der Zwerge gewesen und es gab zur Zeit von Thrórs Herrschaft in Erebor noch eine Menge von ihnen im Norden. Smaug war ein besonders alter, großer und verschlagener Drache. Er kam, möglicherweise angelockt durch die Erzählungen über die Reichtümer der Zwerge in Erebor im Jahr 2770 mit einem Lärm wie ein wilder Sturm aus dem Norden zum Einsamen Berg; Bergkiefern zerbrachen in seinem Wind, und der Drache ließ sich in einer riesigen Flamme auf dem Berg nieder.

    Er kam den Hang herunter und die Wälder gingen in Flammen auf; in der Menschen-Stadt Thal in der Nähe am See läuteten alle Glocken. Die Zwergenkrieger stürzten aus dem großen Tor, aber der Drache wartete dort auf sie und brachte sie alle um. Der Fluß zerkochte in weißem Dampf, ein dichter Nebel senkte sich auf Thal herab. Auch dort vernichtete der Drache die Krieger, die sich ihm entgegenstellten.

    Dann kam Smaug zurück und kroch durch das Haupttor in alle Hallen, Gänge, Stollen, Gäßchen, Keller, Wohnungen und Durchgänge der Zwerge, bis kein Zwerg mehr am Leben war. Er häufte die Reichtümer der Zwerge tief in der Erde auf einen großen Haufen und schlief darauf wie auf einem Bett. Später kam er oft in der Nacht nach Thal und schleppte Leute weg, vor allem Jungfrauen, um sie aufzufressen, bis alles Volk dort tot oder geflohen war.

    Thorin war damals noch ein Jüngling gewesen, und da die ältesten Zwerge heute nur ungefähr 250 Jahre alt werden, ist wohl heute kein Zwerg mehr übrig, der vor 248 Jahren Smaugs Überfall noch selbst miterlebt hat und sich gut daran erinnern kann. Aber es ist unwahrscheinlich, daß ein Zwerg, der im Norden wandert, nicht zumindest darüber Bescheid weiß.

  17. #17
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    e) über Thorin Eichenschild und den Fall Smaugs ("der kleine Hobbit"):

    Als Zwergen-Rollenspieler werdet ihr sicherlich nicht sehr genau über all diese Dinge Bescheid wissen müssen; aber zumindest das Ende der Geschichte - die Schlacht der fünf Heere - müßte eigentlich jedem Zwerg im Norden bekannt sein...

    Thorins Reich im Exil unter den blauen Bergen Ered Luin wurde von seinem Vater Thráin II (2644-2850, aus Durins Geschlecht) im Jahr 2802 gegründet, nachdem er mit einer kleinen Schar an Gefolgsleuten vom Einsamen Berg im Norden Smaugs Überfall (im Jahr 2770) entkommen war. Mit Thráin kamen außer dem jungen Thorin II Eichenschild (2746-2941) noch Thráins zweiter Sohn Frerin (2751-2799) sowie seine Tochter Dís (geboren 2760, die einzige Zwergenfrau, die mit Namen bekannt ist) vom Einsamen Berg.

    Nachdem Thráin II auf einer Wanderung beim Düsterwald verschollen war (2845), wurde Thorin als ältester Sohn zu Durins Erbe - mit 95 Jahren. Thorin war ein Zwerg von stolzer Haltung. Er arbeitete in ganz Eriador, trieb Handel, war sogar Hufschmied oder arbeitete in Kohlenbergwerken, bis er sich viel Reichtum erarbeitet hatte. Sein Volk vermehrte sich, als die Zeiten besser wurden, um viele wandernde Zwerge, die schon vor langer Zeit hauptsächlich durch Drachen aus ihren Heimathallen vertrieben worden waren. Aber die Heere waren zerstreut, die Bündnisse gelöst, und der Äxte des Zwergenvolkes waren wenige zu dieser Zeit.

    Wie Torin zu seinem Beinamen "Eichenschild" kam: Thorin hatte mit seinem Vater an der Schlacht von Azanulbizar teilgenommen. Als ihm dort die Orks seinen Schild zerhauen hatten und er ihn wegwerfen mußte, heißt es, daß er sich mit der Axt einen Ast von der Eiche abhieb und ihn in der linken Hand hielt, um die Streiche seiner Feinde abzuwehren oder ihn als Keule zu verwenden.

    Am 15. März 2941 traf Thorin in Bree auf den Zauberer Gandalf, der ihm riet, zum Einsamen Berg zu wandern und zu versuchen, diesen vom Drachen Smaug wieder zurückzuerobern. Thorin ging daher noch im selben Jahr (wie das Lotro-Zwergen-Intro zeigt) mit seinen 12 Verwandten auf Wanderschaft. Seine Zwergenschar bestand aus Kili, Fili (den Söhnen von Thorins Schwester Dís), Balin und Dwalin (Söhne Fundins), Oin und Gloin (Söhne Gróins), Bifur, Bofur und Bombur, Ori, Nori und Dori. Gandalf begleitete sie, aber nur zeitweise, und riet ihnen aufgrund einer Eingebung und der Berücksichtigung von Smaugs gutem Geruchssinn, als vierzehnten Gefährten (der unglückbringenden Dreizehn wegen, wie Gandalf sagte) den Hobbit Bilbo Beutlin nach Erebor mitzunehmen, den Gandalf als "Meisterdieb" bezeichnete und mit einer spontanen Einladung der Zwerge in seinem Haus überrumpelte, mitzukommen.

    Thorins Gruppe erlebte auf ihrer Reise so einige Abenteuern, darunter eine kurzfristige Gefangenschaft durch drei Trolle, die Gandalf überlistete, sich bis zum Morgengrauen zu streiten, sodaß sie in der Sonne zu Stein erstarrten. In der Trollhöhle fanden sie zwei uralte Elben-Schwerter, die in den Kriegen gegen die Orks gute Dienste geleistet hatten, und auch der Hobbit Bilbo konnte ein elbisches Kurzschwert ergattern.

    Es folgte ein Aufenthalt bei den Elben in Bruchtal, wo der Halb-Elb Elrond ihnen half, eine alte Karte von Thór zu entziffern, die einen geheimen Eingang nach Erebor zeigte. Bei der versuchten Überquerung des Nebelgebirges gerieten die Gefährten in einen Hinterhalt der Orks, als sie vor dem Toben von Riesen in einer deren Höhlen übernachten wollten. Sie schafften es aber, den großen Ork zu erschlagen und durch die Höhlen der Orks auf die andere Seite des Gebirges zu flüchten.

    Dabei wurde Bilbo von seinen Gefährten getrennt und fand erst am Ausgang wieder mit ihnen zusammen. Den meisten Zwergen ist nicht bekannt, was Bilbo dabei erlebte - über den Ringfund und Gollum dort unten in den tiefen Höhlen erzählte er nur sehr sehr wenigen Vertrauten, und noch weniger davon hielten das für sonderlich interessant, um es weiterzuerzählen. Teils erzählte Bilbo sie sogar in einer verfälschten Version weiter...

    Die Gruppe um Thorin wurde von Orks und Wargen verfolgt, von diesen auf Bäume getrieben, welche angezündet wurden und nur durch die Hilfe Adler konnten die Gefährten vor dem Verbrennen gerettet (in deren Klauen fortgetragen) werden. Und das auch nur deswegen, weil die sonst sehr stolzen großen Vögel gute Freunde von Gandalf waren.

    Die Zwerge plus Begleitung übernachteten bei Beorn, dem Bärenmenschen (einem Gestaltwandler), und verabschiedeten sich bald danach von Gandalf. Im Düsterwald verschossen sie ihre letzten Pfeile an Hirsche, Bombur schlief tagelang ein, nachdem er in einen Nachtwaldfluß fiel, danach wurden sie auch noch von riesigen Spinnen überrascht und fast gefressen. Aber der Hobbit konnte die Zwerge aus den Kokons der Spinnen befreien und sie außer Gefahr führen.

    Auf der Suche nach Essen und Einkehr liefen sie danach auf eine Lichtung, auf der Elben feierten, aber wurden von diesen gefangengenommen. Es waren Sindarin-Elben unter der Herrschaft von Thranduil, der aus Lindon stammte - ein Zwergen nicht freundlich gesinnter Elb, der wohl noch um den uralten Zwist um das Nauglamír zwischen Thingol und den Zwergen von Nogrod wußte.

  18. #18
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Fortsetzung über Thorin Eichenschild und die Rückeroberung von Erebor ("der kleine Hobbit")

    Es folgte eine längere Gefangenschaft im Kerker der Elben im Düsterwald, die außer auf Bäumen auch noch eine Königsfeste unter der Erde hatten. Viele Zwerge nehmen das den Düsterwald-Elben heute noch übel.

    Der Hobbit Bilbo Beutlin konnte die Zwerge aber mit einer unbequemen Lösung - dem Verpacken in leere Wein- und Apfelfässer, die über den Fluß hinausbefördert wurden - befreien und so über den Fluß nach Esgaroth bringen. Dort wurden sie von den Menschen freundlich aufgenommen und ausgestattet, um zum Einsamen Berg zu reisen.

    Es dauerte etwas, bis sie den geheimen Westeingang gefunden hatten und noch länger, bis sich am Durinstag, dem letzten Herbsttag, in der Abenddämmerung der Schlüssel, den Thrór Thorin vererbt hatte, dort drehen ließ und den Eingang öffnete.

    Der Hobbit wurde - als vermeintlicher Meisterdieb - in den Berg geschickt, wo er dank seines dem Drachen unbekannten Geruchs einige Zeit unbemerkt blieb, dann aber nach einem Diebstahl eines Pokals zur Rede gestellt wurde. Trotz rätselhafter Antworten erzürnte Bilbo den Drachen und bewirkte, daß der Drache in einer Frühwinternacht 2941 ausflog, um Esgaroth anzugreifen.

    Glücklicherweise hatte eine Drossel Bilbo und die Zwerge belauscht, als diese über Smaug gesprochen hatten und Bilbo erzählt hatte, daß Smaug eine kleine verwundbare Stelle an seinem Bauch besaß, wo ein Loch in den unzähligen Schätzen war, die in seinen Panzer eingewachsen waren.

    Die Drossel flog zu Bard, dem Anführer der Bogenschützen, Nachfahre von Girion, Fürst von Dal, dessen Frau und Kind damals Smaugs Überfall entkommen waren. Dieser konnte durch seine Abstammung die Sprache der Drosseln verstehen und schickte auf ihren Rat hin einen alten starken Pfeil seiner Vorväter aus seinem Eibenbogen gegen den Drachen, während das Mondlicht die Drachenbrust beschien.

    Smaug stürzte getroffen in die Stadt und schlug sie in Trümmer, der See brach herein, eine gewaltige Dampfwohle erhob sich; aber Bard konnte der Zerstörung lebend entkommen. Bard wurde daraufhin vom Volk zu einem König ernannt und herrscht seither über die Seestadt sowie das ganze Tal vor dem einsamen Berg.

    Aber nach dem Fall Smaugs wurde Thorin Eichenschild von der Drossel besucht, die einen großen sprechenden Raben mitbrachte; Roäc, der Herr der großen Bergraben. Dieser erzählte den Zwergen, daß Smaug getötet worden war, aber auch, daß nun einige Leute kommen würden und ihren Anteil am Schatz im Berge dafür beanspruchen würden.

    Thorin, der vom großen alten Zwergen-Schatz verzaubert worden war, wollte aber nichts abgeben und schickte die Raben aus, seinen Vetter Dain II Eisenfuß aus den Eisenbergen zu Hilfe zu holen; gleichzeitig verschanzten sich die Zwerge im Berg. Inzwischen machte sich der Elbenkönig aus dem Düsterwald auf zum See und half dort beim Wiederaufbau.

    Die Menschen reisten dann gemeinsam mit den Elben vor das Tor zum Einsamen Berg und forderten für die Leiden der Seestadt, auch von dem, was Smaug von ihnen im Laufe der Zeit gestohlen hatte und für die Tötung von Smaug ihren Anteil am Schatz unterm Berg.

    Thorin wollte nichts herausgeben und so wurde er belagert. Dabei sagte er zu seinen Gefährten, daß für ihn der Arkenjuwel, der seinem Vater gehört hatte, jenseits aller Werte sei und mehr wert als ein Fluß aus Gold. Diesen Arkenjuwel aber hatte Bilbo Beutlin bereits gefunden und eingesteckt.

    Der Arkenjuwel war ein besonders großer Edelstein (und die Zwerge lieben Edelsteine noch mehr als Edelmetalle wie Gold), den die Zwerge in alten Zeiten wunderbar geschliffen hatten. Er war einer Kugel mit tausend Facetten gleich, er schimmerte wie Silber im Schein des Feuers, wie Wasser im Sonnenlicht, wie Schnee unter den Sternen und wie Regen unter dem Mond. Der Edelstein leuchtete im eigenen inneren Licht. Aber er nahm auch jeden Lichtstrahl auf, der auf ihn fiel, und verwandelte ihn in zehntausend Funken weißen Glanzes, durchsetzt mit regenbogenfarbigem Glitzern. Es war, als ob eine Kugel mit Mondlicht gefüllt wäre und in einem Netz hinge, das aus den Strahlen kühlglitzernder Stene gewebt worden war. Er war so groß, daß eine Hobbithand ihn nicht umschließen konnte.

    Um die Belagerung zu beenden und einen Krieg abzuwenden, ging Bilbo Beutlin zu den Belagerern, bei denen er auch Gandalf den Grauen vorfand - er bot ihnen den Arkenjuwel an, um Thorin damit zu "überreden", bevor Dain Eisenfuß eintreffen und eine Schlacht entbrennen würde.

    Beinahe wäre dennoch ein Kampf losgebrochen, als Dain II eintraf, weil sich die Zwerge erpreßt fühlten. Aber just in diesem Augenblick kamen Orktruppen aus dem Norden, die Dain Eisenfuß gefolgt waren. Sie wurden von Bolg angeführt, dem Sohn von Azog, den Dain vor Moria erschlagen hatte. Die Orks ritten auf Wildwölfen, hatten Warge und Fledermäuse bei sich.

    Ihre Wut war angefacht worden, nachdem der Tod des Großen Orks im Nebelgebirge nicht gerächt worden war und die Orks durch unterirdisch reisende Boten davon gehört hatten, daß Smaug tot war. Daraufhin hatten sie sich gerüstet und hatten in Eilmärschen des Nachts den Einsamen Berg erreicht.

    Und gerade, als die Zwerge gegen die Menschen und Elben angehen wollten, griffen die Orks also an. Da die Orks der schlimmste Feind von Menschen, Zwergen und Elben waren, vergaßen die freien Völker ihre Streitigkeiten und schmiedeten schnell gemeinsame Schlachtpläne.
    Diese Schlacht nannte man später die Schlacht der fünf Heere.

    Auch Thorin und seine Gefährten kämpften tapfer mit, die Entscheidung aber brachten die großen Adler und der Pelzwechsler (Gestaltwandler) Beorn in seiner Bärengestalt, die als letztes in die Schlacht eingriffen und halfen. Die Orks wurden vernichtend geschlagen (drei Viertel der Orkkrieger kamen an diesem Tag um, heißt es) und ihr Anführer Bolg wurde von Beorn zermalmt.

    Thorin jedoch war von vielen Ork-Speeren getroffen und erlag seinen Verletzungen bald danach. Fili und Kili aus Thorins Gefolgschaft, die Thorin mit Schild und Körper verteidigt hatten, starben für Thorin, den älteren Bruder ihrer Mutter. Noch viele andere Menschen, Zwerge und Elben fielen an diesem Tag.

    Dain II wurde nun dadurch König unterm Berg und teilte den Schatz, jedoch nach seinem Ermessen und nicht mehr nach den alten Abmachungen von Thorin. Er krönte den Anführer der Adler mit Gold und schwor ihnen Freundschaft auf immer zu. Er teilte das versprochene Vierzehntel vom Schatz unterm Berg den Menschen zu, und der Elbenkönig bekam die Smaragde Girions, denn der Elbenkönig liebte Edelsteine. Girion war Fürst von Dal/Thal gewesen und sein Halsschmuck war von Zwergen aus 500 tiefgrünen Smaragden zusammengefügt worden.

    Bilbo Beutlin erhielt für seine Dienste zwei Kisten, eine mit Gold und eine mit Silber. Bilbo schenkte, so heißt es, dem Elbenkönig davon ein silbernes Perlenhalsband, weil er sich in dessen Gefängnis frei an Speis und Trank bedient hatte. Thorin wurde mit dem Arkenjuwel auf seiner Brust beim Einsamen Berg begraben und ruht seither dort für immerdar.

  19. #19
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    f) über Azog und die Schlacht von Azanulbizar

    Den Überfall von Smaug auf den Einsamen Berg hatte auch König Thrór (2542 - 2790) überlebt, der alte Vater von Thráin. Er übergab die Königswürde an Thráin und wanderte 2790 nur mit seinem alten Gefährten Nár von den Ered Luin fort. Er ging durch Dunland und dann bis durch das offene Tor von Moria, während Nár vorsichtig draußen wachte. Nach einigen Tagen wurde Thrórs Körper und abgeschlagener Kopf vor das Tor geworfen, auf der Stirn war der Name "Azog" eingebrannt. Ein Ork rief Nár zu, daß er - Azog - Thrór erschlagen habe, warf Nár einen Beutel mit Münzen zu und beschimpfte die Zwerge als Bettler. Der Name Azog ist seither allen Zwergen, vor allem aber der Sippe aus Thrór, den Zwergen der Ered Luin, ins Herz eingebrannt.

    Thráin weinte bei Nárs Bericht nach dessen Rückkehr, raufte sich den Bart und sprach sieben Tage kein Wort. Danach rief er in Zorn über diese Schmach zu einem Krieg gegen die Orks auf. Drei Jahre lang sammelten die Zwerge ihre Heere von allen Häusern und zogen in einen Krieg, der zum größten Teil tief unter der Erde ausgefochten wurde.

    Die Zwerge plünderten zwischen 2793 und 2799 eine Orkfeste nach der anderen zwischen Gundabad und dem Schwertel. Schließlich waren alle übriggebliebenen Orks nach Moria geflüchtet und das Zwergenheer kam im Jahr 2799 nach Azanulbizar, dem großen Tal um den See Kheled-zâram, den Spiegelsee, herum, einst ein Teil des Königreiches Khazad-dûm. In Sindarin wird das Tal Nanduhirion genannt, bei den Menschen heißt es Dimrill-Tal.

    Es war ein dunkler Wintertag ohne Sonne, die Orks waren an Zahl überlegen. Wenn die Zwerge an die Schlacht von Azanulbizar denken, weinen sie, aber die Orks schaudert es. Die Zwerge stießen einen lauten Schrei aus, als sie das Tor von Moria sahen, aber ein großes Heer von Orks war auf den Hängen über ihnen aufgestellt, und aus den Toren ergoß sich eine Unmasse von Orks. Der erste Angriff der Vorhut, die Thráin anführte, wurde unter Verlusten zurückgeschlagen. Thorins Bruder Frerin fiel, auch Fundin (Vater von Balin und Dwalin) und viele andere. Thráin und Thorin wurden verwundet.

    Das Volk der Eisenberge unter Náin, Grórs Sohn, brachte die Entscheidung; sie kamen mit frischen Kräften, aber spät, aufs Schlachtfeld und stießen durch die Orks durch bis zur Schwelle von Moria. Mit ihren Queräxten schlugen sie alle nieder, die ihnen im Weg waren. Náin rief eine Herausforderung an Azog. Dieser kam heraus; ein großer Ork, mit einem riesigen, gepanzerten Kopf, dennoch behende und stark. Mit seiner Leibwache griff er Náins Schar an und Azog schmähte Náin. Es war ein heftiger Kampf, bis Azog nach Náins Bein trat und mit einem wuchtigen Schlag Náins Genick brach, obwohl dessen gutes Panzerhemd durchaus widerstand.

    Währenddessen aber hatte sich die Schlacht gewendet, die Orks waren bereits in wilder Flucht, Azogs Leibwache erschlagen. Auch Azog wollte daher fliehen, aber an der Tür erreichte ihn Dáin Eisenfuß, Náins Sohn. Dort tötete er Azog und schlug ihm den Kopf ab, obwohl Dáin mit seinen 32 Jahren nach Maßstäben der Zwerge noch ein grüner Junge war. Das brachte ihm großen Ruhm.

    Dennoch heißt es, daß Dáin, als er vom Tor zurückkam, trotz all seiner Tapferkeit und Wut grau im Gesicht war wie einer, der einen großen Schrecken erlebt hat. (Nur seine Vertrauten wissen, daß er Durins Fluch in Moria erspäht hatte.) Nach der Schlacht versammelten sich alle übriggebliebenen Zwerge; sie nahmen Azogs Kopf, stopfen ihm den kleinen Geldbeutel, den Azog seinerzeit Nár zugeworfen hatte, in den Mund und steckten den Kopf auf einen Pfahl.

    Dennoch gab es weder Gesang noch Festschmaus - knapp die Hälfte von ihnen konnte noch stehen oder hatte Hoffnung auf Heilung. Thráin war auf einem Auge unheilbar blind geworden und lahm durch eine Beinwunde. Niemand wollte seinem Rat folgen und Khazad-dûm wieder besiedeln, selbst seine eigene Sippe nicht.

    Die Zwerge entkleideten ihre Toten und mußten sie gegen ihre Bräuche verbrennen, denn es wären viele Jahre nötig gewesen, um die Toten in steinerne Grabstätten zu legen. Viele Bäume fällten sie in dem Tal, das seither immer kahl blieb, und der Rauch des Brandes war in Lórien zu sehen.

    Jener Zwerge, die in Azanulbizar vor Moria fielen, wird unter Zwergen in Ehren gedacht, und bis zum heutigen Tage wird ein Zwerg mit Stolz von einem seiner Vorfahren sagen: "Er war ein verbrannter Zwerg".

  20. #20
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    7. was man über die Ingame-Verhältnisse derzeit vielleicht wissen sollte:

    Von den Zwergen-Heimatstätten sind ingame derzeit nur die Ered Luin, die blauen Gebirge, mit Thorins Hallen im Nordwesten von Eriador eingebaut.

    All die zusätzlichen "Zwergen-Stützpunkte" im Spiel sind allein Turbines Erfindung, darunter Othrikar im Nordosten der Nordhöhen und zwei von Zwergen "gehaltene" Plattformen im Nebelgebirge - wer dort Aufträge erfüllt, erhält Rufpunkte für die Zwerge von Thorins Halle angerechnet, anders als im Ered Luin selbst. (Die ebenfalls dazuerfundenen Zwergen-Stützpunkte Gabilshatur und Dunkelhausen in Angmar steigern allerdings den Ruf beim "Rat des Nordens".)

    Mit genügend Ruf bei den Zwergen kann man beim Wasserfall im Nordwesten von Thorins Halle die Blaufelsen-Garnison betreten und findet dort eine bessere Werkbank vor. Goldschmiede können aus Platin und Adamanten oder aus Nebelgebirgssilber Schmuckstücke für die Zwerge herstellen, um Ruf in Thorins Hallen zu erlangen, hochstufige Helden werden nach Sarnur geschickt, um dort Feinde der Zwerge zu jagen, vor allem Trolle (nordwestliches Ered Luin, südlich von Thorins Tor).

    In den Ered Luin haben sich die "Grimmhands", ein Zwergenstamm, den Turbine erdacht hat, von den Langbärten distanziert und versucht, die Herrschaft über Thorins Hallen an sich zu reißen - unter ihrem Herrscher Skorgrím Grimmhand. Dieser hat sich dafür sogar mit Bilwissen und noch übleren Dienern Saurons verbündet, was mittlerweile jeder Langbart weiß, was die Langbärte (Durins Volk) nie zugelassen hätten, wie sie sagen.

    Skorgrím Grimmhand wird von den Grimmhands für die Wiedergeburt ihres Herrschers vor 600 Jahren gehalten. Was im RP bitte nicht allgemein bekannt gegeben werden sollte: Skorgrím wurde als Untoter von den Dienern des Feindes wiedererweckt und war schon vor 600 Jahren ein Verräter gewesen, der mit Goblins, Orks und Trollen beim Überfall auf Edhellion mitbeteiligt gewesen war...

    In der Taverne unter Thorins Hallen findet sich ein gutes Zwergenbier, "Bomburs Helles" (früher "Bomburs Bart Bräu") - der Geschmack der Heimat für viele Zwerge aus dem blauen Gebirge

  21. #21
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    8. was die Zwerge nicht wissen und ihr im RP bitte nicht erwähnen sollten:

    Zwerge sind Wanderer und Händler, vielleicht kennen sie unter Umständen die alten Legenden der Elben, Geschichten über die Großen Ringe und möglicherweise auch Geschichten über den Zwist in Doriath aus Elben-Sicht.

    Was sie aber definitiv NICHT wissen - wie alle anderen Völker auch - ist, daß der Große Ring wiedergefunden wurde, und was es mit ihm auf sich hat. Selbst im Spiel wird das nicht genau beschrieben! Bilbo Beutlin hatte den Begleitern von Thorin Eichenschild von dem Ring erzählt, aber schon seinerzeit hatte er seine Erzählung etwas "modifiziert" und es ahnte niemand bis auf Gandalf, daß es sich bei Bilbos Fund um einen der Großen Ringe handelten mochte.

    Einige Zwerge können allerdings schon darüber Bescheid wissen, daß ihre 7 Herrscher einst je einen Großen Ring von Sauron erhalten hatten und die meisten davon verschollen sind oder an die Feinde verlorengingen.

    Nur eine Handvoll Vertrauter von Thorin wissen jedoch, daß Balin auch in der Hoffnung nach Moria auszog, Thrórs Ring dort wiederzufinden. Erst durch den Rat von Bruchtal und Gandalfs Erläuterungen (dessen Ergebnisse nicht weitererzählt würden) finden Glóin und Gimli heraus, daß Thrór seinen Ring an seinen Sohn Thráin weitergab und diesem der Ring in den Verliesen von Dol Guldur unter Folter vom Hexenkönig - dem wiedererstarkenden Sauron - abgenommen worden war.

    Frodo Beutlin sollte keinen gewöhnlichen Zwergen ein Begriff sein! Maximal den ehemaligen Freunden von Bilbo Beutlin, also Thorins Gefährten, und vielleicht wenigen Zwergen-Wanderern durchs Auenland, die Frodo in seiner Jugendzeit selbst angesprochen hatte, um von ihnen Neuigkeiten von außerhalb des Auenlandes zu erfahren.

    Bilbo Beutlin wiederum ist zwar schon etwas bekannter, muß keineswegs bei allen Zwergen einen guten Ruf besitzen! Sicherlich; er hatte als Thorin Eichenschilds Begleiter diesem mehr als einmal das Leben gerettet, aber er hat auch den Arkenjuwel widerrechtlich an sich gebracht und Thorin damit erpreßt, was auch zu den Zwergen von den Eisenbergen seinerzeit durchdrang.

    Bilbo war ein "Gefährte" Thorins gewesen, aber auch ein Geschäftspartner. Am Ende machte das alles zwar keinen Unterschied mehr, aber es ist nicht so, als ob Bilbo Beutlin bei allen Zwergen hochgeachtet sein müßte! Er war ja für die unangenehme Aufgabe eines Meisterdiebs gut bezahlt worden und hatte diese auch vertragsgemäß erfüllt, wie es von ihm erwartet worden war.

    Thorin Eichenschild hatte Bilbo Beutlin noch vor der Schlacht der fünf Heere ein Elbenprinzen-Kettenhemd aus Mithril geschenkt, das soviel wert war wie das ganze Auenland und alles darin, wie Gandalf es ausdrückte. Davon wird aber auch nur den wenigsten Zwergen bekannt sein; und noch viel weniger werden wissen, was inzwischen damit geschah.

    Auch die Zwerge wissen - genau wie die anderen Völker - nicht, daß Aragorn der Erbe der Könige von Gondor und Arnor ist und daß der unscheinbare Waldläufer Streicher mit wahrem Namen Aragorn heißt. Immerhin werden die Zwerge schon eher wissen, daß die Waldläufer vom alten Volk der Númenorer abstammen, und daß sie die Lande schützen, was die Hobbits wiederum nicht einmal ahnen und sie auch gar nicht interessiert.

    Und alle zukünftigen Ereignisse - also der gesamte Ringkrieg oder was in Bruchtal beim Rat erzählt werden wird - sind derzeit definitiv unbekannt, also achtet bitte darauf, in eurem Rollenspiel nicht zuviel Hintergrundwissen einzuflechten!

  22. #22
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Zwerge und Elben, wieder anders:

    " Hm! Es riecht nach Elben! dachte Bilbo und blickte auf zu den Sternen. In diesem Augenblick setzte in den Bäumen ein Singen ein, das wie ein Lachen klang:

    "Ich weiß ein paar Reiter,
    die ritten gern weiter.
    Doch laßt heut die Fährte
    und beschlagt erst die Pferde.
    Wohin geht's, ihr Reiter?
    Wir sagen's nciht weiter.

    Ein Hobbit auf Reisen
    wird ein Nachtlager preisen.
    Auf Balin folgt Dwalin -
    der Weg ist so lang hin.
    Singt mit uns, seid heiter
    und reitet nicht weiter!

    Im Haus raucht das Reisig,
    da backen sie fleißig.
    Doch die wehenden Bärte
    kitzeln die Pferde.
    Seid endlich gescheiter
    und reitet nicht weiter!"

    So lachten und sangen sie in den Bäumen. Es war ein ganz schöner Unsinn, das kann man wohl behaupten, nicht wahr? Aber sie würden nur noch mehr gelacht haben, wenn man es ihnen gesagt hätte. Es waren eben Elben. ...

    Zwerge dagegen verstehen sich nicht recht mit ihnen. Selbst umgängliche Zwerge wie Thorin und seine Freunde halten Elben für ein bißchen verrückt (was, genau bedacht, ebenfalls ein bißchen verrückt ist), oder sie ärgern sich sogar über sie, denn es gibt Elben genug, die sie foppen und sogar auslachen, meistens wegen ihrer Bärte.

    Die Elben hatten schimmernde Laternen ans Ufer gebracht und sangen ein lustiges Lied, als die Gesellschaft hinüberzog. "Laßt Euren Bart nicht ins Wasser hängen, Vater!" riefen sie Thorin zu, der fast auf allen vieren ging. "Er ist lang genug und braucht nicht begossen zu werden." ...

    "Still, still jetzt, Freunde, und gute Nacht!" sagte Gandalf, der als letzter ging. "Täler haben Ohren, und einige von euch Elben haben eine viel zu lustige Zunge. Gute Nacht!"

    (Quelle: der kleine Hobbit, Seite 55-58)

    " Draußen besaßen sie (die Elben im Düsterwald) Hütten auf der Erde und in den Zweigen. Ihre Lieblingsbäume waren Buchen. Die Königshöhle indessen diente als Palast, feste Schatzkammer und in Kriegszeiten dem Volk als Festung. Hier war auch das Verlies für die Gefangenen. Deshalb schleppten sie Thorin dorthin - nicht sehr rücksichtsvoll, denn Zwerge mochten sie nicht leiden, und überdies hielten sie Thorin für einen Feind. In alten Tagen hatten sie sogar Krieg mit einigen Zwergengeschlechtern geführt, die sie bezichtigten, ihren Schatz gestohlen zu haben.

    Anstandshalber muß aber gesagt werden, daß die Zwerge die Sache anders darstellten. Sie behaupteten nämlich, sie hätten nur genommen, was ihnen zustand. Der Elbenkönig habe mit ihnen ausgehandelt, sie sollten sein Rohgold und sein Silber schmieden und bearbeiten - und hinterher habe er die Bezahlung verweigert. "

    " Und in der Tat, wenn der Elbenkönig eine Schwäche hatte, so waren es Schätze - besonders aber Silber und geschnittene weiße Edelsteine. ... Seine Leute schürften weder Metall und Edelgestein, noch bearbeiteten sie es. Sie gaben sich nicht mit Handelsgeschäften ab und bestellten auch nicht den Boden. All das war jedem Zwerg wohlbekannt (obgleich Thorins Familie nichts mit dem alten Streit zu tun hatte, von dem ich eben sprach)."

    (Quelle: der kleine Hobbit, Seite 172-173)

  23. #23
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Krieg zwischen Elben und Zwergen:

    Das Nauglamír führte zu einem Krieg zwischen Elben und Zwergen. Es wurde von Zwergen gefertigt und auch "Halsband der Zwerge" genannt, noch zur Zeit, als Nargothrond errichtet wurde. Es war ein "Halsgeschmeide von Gold, mit ungezählten Gemmen aus Valinor besetzt, doch hatte es eine Kraft in sich, daß es leicht wie ein Faden Flachs an seinem Träger hing, und um welchen Hals es auch geschlungen war, es saß immer genau und anmutig." Hurin brachte es aus Nargothrond mit zu Thingol in Doriath. Thingols Denken war zu dieser Zeit ganz von dem Silmaril beherrscht.

    "In jenen Tagen kamen die Zwerge noch immer auf Reisen von ihren Städten und den Blauen Bergen in den Ered Lindon nach Beleriand, und nachdem sie den Gelion bei Sarn Athrad, der Steinfurt, überquert hatten, zogen sie auf der alten Straße nach Doriath, denn sie waren Meister der Metalle und Steine, und in den Hallen von Menegroth war ihre Kunst sehr gefragt. Doch kamen sie nun nicht mehr wie einst in kleinen Trupps, sondern in großen und wohlbewaffneten Scharen, zum Schutz in den gefahrvollen Landen zwischen Agros und Gelion; und in Menegroth wohnten sie in eigens für sie eingerichteten Kammern und Werkstätten. Zu jener Zeit waren eben große Schmiede aus Nogrond nach Doriath gekommen; daher rief der König Thingol sie zu sich und erklärte ihnen seinen Wunsch: Wenn ihre Kunst dies vermöge, so sollten sie das Nauglamír umarbeiten und den Silmaril hineinsetzen.

    Dann betrachteten die Zwerge die Arbeit ihrer Väter, und mit Staunen sahen sie den leuchtenden Stein Feanors; und ein heißes Begehren erfüllte sie, beides zu besitzen und es in ihre ferne Heimat in den Bergen davonzutragen. Doch verbargen sie, was sie dachten, und willigten in die Aufgabe ein. Lange dauerte dies Werk, und Thingol stieg allein hinunter in die tiefen Schmieden und saß stets unter ihnen, während sie arbeiteten. Endlich war sein Wunsch erfüllt, und die größten Arbeiten der Elben und der Zwerge waren zusammengefügt und vereint; und sehr schön war das Werk, denn nun spiegelten und streuten die unzähligen Edelsteine des Nauglamír in herrlichen Farben das Licht des Silmaril in ihrer Mitte. Nun wollte Thingol, der allein unter den Zwergen war, es nehmen und sich um den Hals legen; in dem Augenblick aber verweigerten es ihm die Zwerge und verlangten, daß er es ihnen abtrete, indem sie sagten: "Welches Anrecht hat der Elbenkönig auf das Nauglamír, das unsere Väter für Finrod Felagund fertigten, der nun tot ist? Erhalten hat er es von Húrin, dem Menschen von Dor-Iómin, der es aus dem Dunkel von Nargothrond gestohlen."

    Thingol aber sah ihnen ins Herz und erkannte wohl, daß sie den Silmaril begehrten und nur einen Vorwand suchten, um dies zu bemänteln; und er sprach zu ihnen voll Verachtung und sagte: "Wie könnt ihr ungeschlachtes Volk es wagen, etwas zu fordern von mir, Elu Thingol, dem Herrn von Beleriand, dessen Leben an den Wassern von Cuiviénen begann, ungezählte Jahre, bevor die Väter des kurzen Volkes erwachten?" Und voll Hoheit in ihrer Mitte stehend, gebot er ihnen mit schimpflichen Worten, ohne Lohn aus Doriath zu verschwinden. Da wurde die Begierde der Zwerge zur Wut entflammt; und sie drangen auf Thingol ein, legten Hand an ihn und töteten ihn auf der Stelle. Dann nahmen die Zwerge das Nauglamír, verschwanden aus Menegroth und flohen durch Region nach Osten. Doch die Meldung gelangte schnell durch den Wald, und nur wenige von ihrer Schar kamen über den Aros, denn sie wurden zu Tode gehetzt, als sie der Straße nach Osten zustrebten; und das Nauglamír wurde ihnen wieder abgenommen und in bittrem Schmerz Melian, der Königin, zurückgebracht.

    Doch zwei von Thingols Mördern entgingen der Verfolgung an den Ostgrenzen und kehrten zuletzt in ihre ferne Stadt in den Blauen Bergen heim; und dort in Nogrod berichteten sie ein wenig von allem, was vorgefallen, und sagten, die Zwerge seien in Doriath auf Geheiß des Elbenkönigs getötet worden, der sie um ihren Lohn habe betrügen wollen. Groß war da der Zorn der Zwerge von Nogrod, und laut klagten sie um die toten Brüder und die großen Schmiede, und sie rauften sich die Bärte und weinten; und lange saßen sie und sannen auf Rache. Es heißt, sie hätten um Hilfe aus Belegost gebeten, doch wurde sie ihnen verweigert, und die Zwerge von Belegost wollten sie von ihrem Vorhaben abbringen, doch vergeblich war ihr Zureden, und binnen kurzem kam ein großes Heer aus Nogrod, setzte über den Gelion und zog westwärts durch Beleriand. ... Melian (die eine Maia von hoher Kraft und Weisheit gewesen war) verschwand aus Mittelerde und ging in das Land der Valar jenseits des Westmeeres, um in den Gärten von Lórien, von wo sie gekommen war, über ihr Leid nachzusinnen. So kam es, daß das Heer der Naugrim über den Aros hinweg ungehindert in die Wälder von Doriath eindrang; und niemand widerstand ihnen, denn sie waren zahlreich und voller Zorn, während die Hauptleute der Grau-Elben unschlüssig und verzweifelt und ohne Plan umherirrten.

    Die Zwerge aber kannten ihr Ziel, überschritten die große Brücke und stürmten Menegroth, und was dort geschah, ist eines der unseligsten Ereignisse der Ältesten Tage. Denn in den Tausend Grotten wurde gekämpft, und viele Elben und Zwerge fielen; und dies wurde nicht vergessen. Doch die Zwerge trugen den Sieg davon, und Thingols Hallen wurden verwüstet und geplündert. Dort fiel Mablung von der Schweren Hand vor der Tür der Schatzkammer, worin das Nauglamír lag; und der Silmaril wurde weggenommen. ... So geschah es, daß die Zwerge von Nogrod, als sie, mit verminderter Heeresstärke aus Menegroth zurückkehrend, wieder nach Sarn Athrad kamen, von unsichtbaren Feinden angegriffen wruden; denn als sie die Ufer des Gelion emporstiegen, mit dem Raub von Doriath beladen, da erschollen aus allen Wäldern plötzlich die Elbenhörner, und von allen Seiten trafen sie die Pfeile. Viele der Zwerge wurden dort schon beim ersten Angriff getötet; doch manche entkamen dem Überfall und flohen, sich dicht beieinander haltend, nach Osten den Bergen zu. Und als sie die langen Hänge des Dolmed erklommen, da traten ihnen die Hirten der Bäume entgegen und trieben sie in die schattigen Wälder der Ered Lindon. Und von dort, so heißt es, sei kein einziger wieder hervorgekommen, um die hohen Pässe zu ersteigen, die in ihre Heimat führten.

    In jener Schlacht bei Sarn Athrad kämpfte Beren seinen letzten Kampf und erschlug mit eigner Hand den Fürsten von Nogrod und nahm ihm das Halsband der Zwerge ab; im Sterben aber sprach der Zwerg einen Fluch über den ganzen Schatz. ... Und als alles vorüber war, wurde der Schatz von Doriath im Ascar versenkt, und von der Stunde an hieß der Fluß Rathlóriel, das Goldbett; das Nauglamír aber nahm Beren und kehrte heim nach Tol Galen. Nachdem Beren und Lúthien hingegangen waren, erhielt ihr Sohn Dior den Silmaril. Er brachte ihm aber wirklich Unglück, denn die Söhne Feanors, die einen Eid geschworen hatten, erfuhren davon, daß Dior den Silmaril trug und überfielen Doriath, wo Dior sich in Menegroth aufhielt. Die Elben erschlugen einander dort im zweiten Bruderkrieg, und auch Dior wurde erschlagen, sowie seine Frau. Elwing, Diors Tochter, konnte fliehen und heiratete Earendil, Fürst des Volkes an den Sirionmündungen; sie hatten zwei Söhne, Elrond und Elros, die Halbelben."

    (Quelle: Silmarillion, Seite 211-216)

    (Earendil fuhr mit seiner Frau nach Aman und betrat als erster lebender Halb-Mensch, soweit bekannt ist, die Ufer der Unsterblichen. Er schaffte es, die Valar zum Krieg gegen Morgoth zu bewegen; und sie warfen Angband und die Balrogs nieder; Morgoths zwei Silmaril, die er noch besaß, wurden ihm abgenommen und Morgoth selbst gefangengenommen. Earendil durfte die Unsterblichkeit wählen und fährt seither mit seinem Schiff Vingilot mit dem Silmaril auf der Stirn, den Beren und Lúthien aus Angband geholt hatten, über die sternenlosen Meere als Gil-Estel, der Stern der Hohen Hoffnung.)

  24. #24
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    Mîm und die "Kleinzwerge"

    "Túrin, Húrins Sohn aus dem Menschengeschlecht der Galdor, wurde von seiner Mutter aus Dor-lómin geschickt, denn in Hithlum unterjochten die Ostlinge ihr Volk. Er wuchs in Doriath bei Thingol auf. Nach einem Streit mit einem Elben, der ihn beleidigt hatte, verursachte Túrin dessen Tod und floh aus Doriath; er schloß sich einer Bande unbehauster Männer an, wie man sie in jenen schlimmen Tagen in der Wildnis nur finden mochte; und sie erhoben ihre Hand gegen jeden, der ihres Weges kam, ob Elb, Mensch oder Ork. Er suchte mit seinen Gefährten nach einem besser geschützten Lager nach Westen.

    Und eines Abends geschah es, daß sie auf drei Zwerge trafen, die vor ihnen flohen; doch einen, der hinter den anderen zurückblieb, ergriffen sie und warfen ihn zu Boden, und einer aus der Bande nahm seinen Bogen und ließ den beiden andren, während sie in der Dämmerung verschwanden, einen Pfeil nachfliegen. Der Zwerg nun, den sie gefangen hatten, hieß Mîm; und er bat Túrin um sein Leben und bot als Lösegeld an, sie zu seinen versteckten Hallen zu führen, die niemand ohne seine Hilfe zu finden vermochte - auf dem großen Berg Amon Rûdh.

    Er nannte seine Höhle ab da "Bar-en-Danwedh", das Haus der Auslöse. Dort fanden sie die Leiche von Khîm, den Sohn Mîms, der einem der Pfeile der Bande erlegen war, und Túrin versprach, wenn er je zu Reichtum gelangen würde, Mîm eine Auslösung in Gold zu zahlen für seinen Sohn.

    Túrin blieb bei Mîm und sprach viel mit ihm, und wenn er allein bei ihm saß, hörte er seine Wissenschaft und die Geschichte seines Lebens an. Denn Mîm stammte von Zwergen ab, die in alten Zeiten aus den großen Zwergenstädten des Ostens verbannt worden waren, und schon lang vor Morgoths Rückkehr waren sie westwärts nach Beleriand eingewandert; doch sie wurden kleiner an Wuchs und Schmiedekunst und führten ein Leben in Heimlichkeit, mit gebeugten Schultern und flüchtigen Schritten.

    Bevor die Zwerge von Nogrod und Belegost über die Berge nach Westen kamen, wußten die Elben von Beleriand nicht, wer diese andren seien, und sie machten Jagd auf sie und töteten sie. Später aber ließ man sie in Ruhe, und sie wurden in der Sindarinsprache die Noegyth Nibin, die Kleinzwerge, geheißen.

    Sie liebten niemanden als sich selbst, und wenn sie auch die Orks fürchteten und haßten, so haßten sie doch die Eldar nicht minder, und ganz besonders die Verbannten; denn die Noldor, so sagten sie, hätten ihnen Land und Heimat geraubt. Lange bevor König Felagund übers Meer gekommen war, hatten sie die Höhlen von Nargothrond entdeckt und mit den Grabungen begonnen; und unter dem Gipfel des Amon Rûdh, des Kahlen Berges, hatten die langsamen Hände der Kleinzwerge in all den langen Jahren, die sie dort schon lebten, gegraben und die Höhlen vertieft, ungestört von den Grau-Elben der Wälder.

    Nun aber waren sei hingeschwunden, und in Mittelerde lebte niemand mehr von ihnen als Mîm und seine beiden Söhne; und Mîm war alt, selbst nach der Rechnung der Zwerge, alt und vergessen. Und in seinen Hallen ruhten die Schmiedehämmer, und die Äxte rosteten, und ihres Namens wurde nur noch in alten Geschichten aus Doriath und Nargothrond gedacht.
    (Quelle: Silmarillion, Seite 221-228)

    Túrin wurde in Bar-en-Danwedh von Beleg Cúthalion aufgesucht. Er blieb bei ihm, weil Túrin nicht nach Doriath mitkommen wollte, und pflegte die Verwundeten und Kranken. Und da Beleg stark und beharrlich war und weit blicken konnte mit Geist und Auge, so genoß er unter den Banditen bald Ansehen; doch Mîms Haß gegen den Elben, der Bar-en-Danwedh betreten hatte, wurde immer größer, und er saß mit seinem Sohn Ibun im tiefsten Schatten seines Hauses und sprach mit keinem. Túrin aber kümmerte sich nun wenig um den Zwerg ...

    Gegen Ende des Jahres gingen Mîm der Zwerg und sein Sohn Ibun aus Bar-en-Danwedh fort, um in der Wildnis Wurzeln für ihren Wintervorrat zu sammeln; und sie wurden von Orks gefangengenommen. Zum zweiten Male versprach nun Mîm, seine Feinde über die geheimen Pfade zu seiner Behausung auf den Amon Rûdh zu führen; doch versuchte er noch, die Erfüllung des Versprechens hinauszuzögern, und er verlangte, Túrin dürfe nicht geötet werden.

    Da lachte der Hauptmann der Orks und sagte zu Mîm: "Sei unbesorgt, Túrin, Húrins Sohn, soll nicht getötet werden." So wurde Bar-en-Danwedh verraten, und die Orks, geführt von Mîm, kamen überraschend bei Nacht. Viele von Túrins Leuten wurden im Schlaf erschlagen ... Über Túrin aber wurde, während er focht, ein Netz geworfen, und nachdem er überwältigt und gefangen war, schleppte man ihn fort. ...

    Voll alten Hasses trat Mîm an Beleg heran und zog das Schwert Anglachel hervor, das unter dem Leichnam eines der neben Beleg Gefallen lag; doch Beleg kam schwa-nkend auf die Füße und riß das Schwert wieder an sich und stieß damit nach dem Zwerg, und Mîm floh erschrocken und klagend vom Gipfel. Und Beleg rief ihm nach: "Der Rache von Hadors Haus entgehst du nicht!"
    (Quelle: Silmarillion, Seite 228-230)

    Achtundzwanzig Jahre lang hatte Húrin in Angband gefangen gesessen, und er war nun von düsterem Aussehen. Unglücklich war Húrins Los, denn was Morgoth von den Siegen seiner Tücke erfuhr, das erfuhr auch Húrin, doch wurden noch Lügen in die Wahrheit gemischt, und manches Gute wurde verschwiegen oder entstellt.

    Hier muß erzählt werden, daß, nachdem der Drache Glaurung fort wart, Mîm der Kleinzwerg sich in Nargothrond eingefunden hatte und in die zertrümmerten Hallen gekrochen war; und er nahm sie in Besitz und saß dort und betastete das Gold und die Gemmen und ließ sie sich immer von neuem durch die Finger gleiten, denn niemand kam, ihn zu berauben, aus Furcht vor dem Geist und dem bloßen Andenken Glaurungs.

    Doch nun war einer gekommen und stand auf der Schwelle, und Mîm trat heraus und verlangte zu wissen, was er begehre. Doch Húrin sagte: "Wer bist du, daß du mich hindern willst, Felagunds Haus zu betreten?" Da antwortete der Zwerg: "Ich bin Mîm; und ehe die Stolzen noch über das Meer kamen, hatten Zwerge schon die Hallen von Kulukkizdîn gegraben. Ich bin nur zurückgekehrt, um zu nehmen, was mein ist, denn ich bin der Letzte meines Volkes."

    "Dann wirst du an deinem Erbe keine Freude mehr haben", sagte Húrin; "denn ich bin Húrin, Galdors Sohn, zurück aus Angband, und mein Sohn war Túrin Turambar, den du nicht vergessen hast; und er war es, der Glaurung den Drachen getötet hat, der diese Hallen verwüstete, wo du jetzt sitzt; und nicht unbekannt ist mir, von wem der Drachenhelm von Dor-lómin verraten wurde."

    Da flehte Mîm in großer Angst Húrin an, sich zu nehmen, was er wolle, und sein Leben zu schonen; doch Húrin hörte nicht auf seine Bitten und erschlug ihn dort vor den Toren von Nargothrond. Dann trat er ein und blieb eine Weile an jenem Schreckensort, wo in Dunkelheit und Verfall die Schätze aus Valinor über den Boden gestreut lagen.

    Doch heißt es, als Húrin aus den Trümmern von Nargothrond hervorkam und wieder unter freiem Himmel stand, da habe er von dem ganzen großen Schatz nur ein Stück mitgenommen. ... und dies war kein geringerer Schatz als das Nauglamír, das Halsband der Zwerge, gefertigt vor langen Jahren für Finrod Felagund, die berühmteste Arbeit der Schmiede von Nogrod und Belegost aus den Ältesten Tagen, die Finrod, solange er lebte, höher geschätzt hatte als alle Reichtümer von Nargothrond."

    (Quelle: Silmarillion, Seite 256-257)

  25. #25
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    AW: Was sollte ich wissen, wenn ich einen (tolkien-gerechten) Zwerg im RP spielen wil

    Zwerge und Elben, häufig verbündet und selten verfeindet:

    Es geschah im zweiten Alter von Melkors Gefangenschaft, daß die Zwerge über die Blauen Berge der Ered Luin nach Beleriand kamen. Sie selbst nannten sich Khazâd, die Sindar (Elben) aber nannten sie die Naugrim, die Kurzgewachsenen, oder die Gonnhirrim, die Herren der Steine. Weit im Osten lagen die ersten Wohnsitze der Naugrim, doch hatten sie sich, wie es ihres Volkes Art ist, große Hallen und Paläste auf der Ostseite der Ered Luin gegraben; und ihre Städte dort hießen in ihrer Sprache Gabilgathol und Tumunzahar. Nördlich unter dem hohen Giopfel des Dolmed lag Gabilgathol, das die Elben Belegost nannten, Große Festung; und im Süden war Tumunzahar eingegraben, von den Elben Nogrod, Hohlburg, geheißen.

    Die größte aller Zwergenstädte war Kazad-dûm, die Zwergengrube, Hadhodrond in der Elbensprache, später, in ihren dunklen Zeiten von den Elben Moria genannt ("schwarzer Abgrund"); doch sie lag fernab im Nebelgebirge, hinter den weiten Ebenen von Eriador, und für die Eldar blieb es ein Name und ein Gerücht aus den Reden der Zwerge von den Blauen Bergen.

    Aus Nogrod und Belegost kamen die Zwerge nach Beleriand, und die Elben waren voller Verwunderung, denn sie hatten geglaubt, daß sie selbst die einzigen Lebewesen in Mittelerde seien, die mit Worten sprachen und mit den Händen werkten, alle andren aber seien bloß Vögel und Getier. Doch konnten sie kein Wort aus der Sprache der Naugrim verstehen, die in ihren Ohren roh und unfreundlich klang; und nur wenige Eldar haben sie je erlernt.

    Die Zwerge aber lernten rasch, und sie waren sogar eher bereit, die Elbensprache zu erlangen, als Fermden die eigene Sprache zu verraten. Wenige der Eldar kamen je nach Nogrod oder Belegost, bis auf Eol von Nan Elmoth und Maeglin, seinen Sohn; die Zwerge aber zogen oft mit Waren nach Beleriand hinein und legten eine große Straße an, die an den Ausläufern des Dolmed vorbei den Flußlauf des Ascar entlang führte und bei Sarn Athrad, der Furt der Steine, wo es später zur Schlacht kam, den Gelion überquerte.

    Kühl war stets die Freundschaft zwischen den Naugrim und den Eldar, obgleich beide viel Vorteil voneinander hatten; zu jener Zeit aber war das Unheil, das zwischen sei tretetn sollte, noch nicht geschehen, und König Thingol hieß die Zwerge willkommen. In späterer Zeit aber gewährten die Zwerge den Noldor bereitwilliger Freundschaft als allen anderen Elben und Menschen, denn gemeinsam liebten und ehrten sie Aule, und die Gemmen der Noldor priesen sie höher als alle andern Schätze. Schon während der Dunkelheit von Arda schufen die Zwerge prächtige Werke, denn von den ersten Tagen ihrer Sieben Väter an verstanden sei sich wunderbar auf die Metalle und Steine; doch in jener ältesten Zeit arbeiteten sie lieber in Eisen und Kupfer als in Silber und Gold. "

    (Quelle: Silmarillion, Seite 104-105)

    "Nun sah Melian so manches voraus, wie es die Art der Maiar, und als das zweite Alter von Melkors Gefangenschaft vorüber war, da warnte sie Thingol, nicht ewig werde der Friede von Arda dauern. Thingol sann nach, wie er sich eine Königsburg schaffen könnte, einen Ort, der sicher wäre, wenn das Unheil in Mittelerde wieder erwachte; und die Zwerge von Belegost bat er um Rat und Hilfe.

    Beides gewährten sie gern, denn unermüdlich waren sie in jenen Tagen und stets bereit zu neuen Arbeiten; und obwohl die Zwerge immer und für alles, was sie taten, ihren Preis forderten, ob es ihnen Vergnügen bereitete oder Verdruß, diesmal glaubten sie sich zur Genüge belohnt. Denn Melian lehrte sie vieles, das sie zu erfahren begehrten, und Thingol belohnte sie mit vielen herrlichen Perlen."

    "Diese gab ihm Círdan, denn sie fanden sich in großer Anzahl in den flachen Gewässern um die Insel Balar; die Naugrim (Zwerge) aber hatten ihresgleichen noch nie gesehen und schätzten sie hoch. Eine darunter war groß wie ein Taubenei, und sie schimmerte wie die Sterne auf der schäumenden See; Nimphelos wurde sie genannt, und dem Zwergenfürsten von Belegost war sie teurer als ein Berg voller Schätze.

    Lange und freudig arbeiteten daher die Naugrim für Thingol und schufen Paläste für ihn, die nach der Art ihres Volkes tief in die Erde eingegraben waren. Wo der Esgalduin herabfloß, Neldoreth von Region schneidend, erhob sich mitten im Walde ein felsiger Berg, den Flußlauf zu Füßen. Dort erbauten sie die Tore zu Thingols Hallen, und eine steinerne Brücke über den Fluß war der einzige Zugang. Hinter den Toren führten weite Gänge in hohe Hallen und Kammern tief unter dem Berge, die in den gewachsenen Stein gehauen waren, so viele und so große, daß der Ort Menegroth genannt wurde, die Tausend Grotten."

    "Doch auch die Elben hatten an den Arbeiten teil, und Elben und Zwerge vereinten ihre Künste, um zusammen die Gesichte Melians auszuführen, Bilder von den Wundern und der Schönheit Valinors jenseits des Meeres. Die Säulen von Menegroth wurden nach dem Bilde von Oromes Buchen gemeißelt, mit Stamm, Ast und Blatt, und sie wurden von goldnen Laternen erhellt. Nachtigallen sangen wie in den Gärten von Lórien, und es gab silberne Brunnen, Marmorbecken und gekachelte Böden aus vielfarbigen Steinen.

    Steinfiguren von Tieren und Vögeln zogen sich an den Wänden entlang, kletterten die Säulen empor oder lugten durch die mit vielen Blumen umflochtenen Zweige. Und im Laufe der Jahre schmückten Melian und ihre Mägde die Hallen mit gewebten Wandbehängen, auf denen die Taten der Valar zu sehen waren und vieles, was in Arda seit den Anfängen geschehen war, und Schatten der Dinge, die noch kommen sollten. Es war das schönste Haus, das je ein König östlich des Meeres besessen hat."

    "Und als Menegroth erbaut war und noch Frieden herrschte in Thingols und Melians Reich, da kamen die Zwerge weiterhin von Zeit zu Zeit über die Berge und zogen in Geschäften durch die Lande; nur selten aber gingen sie in die Falas, denn sie haßten das Tosen des Meeres und fürchteten sich vor seinem Anblick. Andere Nachrichten oder Gerüchte aus der Welt draußen kamen nicht nach Beleriand. Als aber das dritte Alter der Gefangenschaft Melkors (Morgoths ursprünglicher Name) anbrach, wurden die Zwerge unruhig, und sie sprachen mit König Thingol und sagten, die Valar hätten die Übel des Nordens nicht ganz und gar vertilgt, und die restlichen, die sich nun lange im Dunkeln vermehrt, kämen nun wieder hervor und schweiften weit und breit umher.

    "Grausames Getier", sagten sie, "ist in dem Land östlich der Berge, und eure alten Stammesbrüder, die dort leben, fliehen aus den Ebenen ins Hügelland." Und nicht lange, so kamen die üblen Geschöpfe auch bis nach Beleriand, über die Gebirgspässe oder von Süden her durch die dunklen Wälder. Wölfe waren es, oder Wesen in Wolfsgestalt, oder andere nicht geheure Geschöpfe des Schattens, unter ihnen auch die Orks, die später Beleriand verheerten; aber noch waren sie scheu und wenig zahlreich und schnüffelten nur erst das Land aus, denn sie warteten noch auf die Rückkehr ihres Herrn. Woher sie stammten oder wer sie waren, das wußten die Elben damals nicht; sie glaubten aber, es seien viellicht verkommene oder verwilderte Avari (Dunkelelben; Elben, die nicht von Cuiviénen, dem See des Erwachens der Elben, nach Westen wandern wollten, und nie Valinor gesehen hatten), womit sie, wie es heißt, der Wahrheit nur allzu nahe kamen."

    "Thingol sann daher auf Bewaffnung, deren sein Volk zuvor nicht bedurft hatte; und zuerst schmiedeten die Naugrim ihnen Waffen, denn darin waren sie alle sehr geschickt, auch wenn keiner die Meister der Zwergenstadt Nogrod übertraf, deren berühmtester Tlechar der Schmied war. Von Anbeginn waren alle Naugrim ein kriegerisches Geschlecht, und erbittet kämpften sie gegen jeden, der ihnen schadete, ob gegen die Diener Melkors, Eldar, Avari oder wilde Tiere, und nicht selten auch gegen ihre Stammesbrüder, die Zwerge von anderen Fürstensitzen.

    Die Schmiedekunst erlernten die Sindar von ihnen schon bald; einzig in der Härtung des Stahls wurden die Zwerge niemals übertroffen, auch nicht von den Noldor, und ihre Kettenpanzer, die zuerst von den Schmieden aus Belegost verfertigt wurden, hatten nicht ihresgleichen. Zu dieser Zeit waren also die Sindar wohlgerüstet, und sie verjagten alle Kreaturen des Unheils und hatten wieder Frieden. Thingols Waffenkammern aber waren reich versehen mit Äxten und Speeren und Schwertern, hohen Helmen und langen Umhängen aus schimmernden Ketten; denn die Panzerhmden der Zwerge waren so geschaffen, daß sie nie rosteten, sondern stets glänzeten wie frisch poliert. "

    (Quelle: Silmarillion, Seite 104-106)

 

 
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