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  1. #26

    Post Re: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Sehr interessant, und auch verblüffend!
    Wusste gar nicht, dass JRR mal in der Schweiz war...
    Ich freue mich schon auf Fortsetzungen und weitere Kapitel!
    No i ahië ya meril cenë Ambaressë ~
    Be the change you wish to see in the world

    [ [url]http://www.youtube.com/watch?v=lDcnEhASd9U[/url] ]

  2. #27

    Über die Gefährtensuche auf Grauelbisch

    Für den folgenden Text müsste man das IGoH-Inhaltsverzeichnis noch ein wenig erweitern, denn er mag so recht in keines der vorhandenen Kapitel passen. Da dies in Zukunft vielleicht noch öfter vorkommt, gibt es nun einfach einen fünften Teil "Über Dieses und Jenes", und dort also zu Beginn:


    V.1. Über die Gefährtensuche auf Grauelbisch

    Unter den Einheimischen ist er beliebt, verhasst oder gänzlich stillgelegt, doch allen ist er nur allzu gut bekannt - dieses Testgelände aller denkbaren Buchstaben-, Zahlen- und Zeichenkombinationen, dieser Tummelplatz sprachlicher Ästhetik und beeindruckender Borniertheit gleichermaßen, diese Champs-Élysées der Ingame-Flamerei und doch zugleich Seitengasse vieler nützlicher Ratschläge, dieser thematische Schmelztiegel, dessen dort versammelte Protagonisten jederzeit cooler bleiben als Gletscherleichen in Forochel, in dem es dennoch manches Mal so heiss hergeht, dass man in seinen Flames den Einen Ring hätte vernichten können - unser aller BeleSNG, seiner ursprünglichen Bestimmung zufolge eine Schmiede ewiger Freundschaften oder kurzlebigster Zweckbündnisse.

    [BeleSNG] Anonymus: 'suchen nur nohc jäga/runi ghg hm (5/6) dann go'

    Geht das auch anders? Allerdings, und wie! Für eine Unternehmung, die ein wenig abseits des Treppen- oder Thorog-Quicky-Mainstreams lag, suchte ich dort neulich einige Gefährten - leider vergeblich. Da die Suche nicht noch erfolgloser werden konnte, so dachte ich mir, könnte ich ebensogut zur Abwechslung einmal auf Elbisch (welches ich nicht beherrsche) suchen... mehrere Stunden nach diesem Einfall hatte ich endlich mein Sätzlein fertigkonstruiert, klappte das Elbischlexikon (H. W. Pesch - Das grosse Elbisch-Buch, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach, 2009) wieder zu, doch für eine Suchanfrage war es mittlerweile viel zu spät. Damit aber all die satzbauliche Mühe nicht ganz umsonst gewesen ist, findet man das Ergebnis (bereichert um einige weitere Begriffe und Gedanken) nun hier.

    Aller Anfang ist bekanntlich schwer, so auch hier, denn bereits das Verb "suchen" sucht man im Sindarin vergebens. Möchte man nicht zu bittstellerisch und hilfsbedürftig klingen, so bietet sich das selbstbewusste "rufen" an (S. can-), in seiner Zweitbedeutung auch "schreien". Die Suchanfrage sollte also aufgrund ihrer Lautstärke nicht zu überhören sein. Wer sie allzu wörtlich nimmt und fälschlicherweise einen körperlichen Ruf im Sinne einer Beschwörung erwartet, der sei rasch belehrt, dass man als elbischer Rufer schwerlich ein Heermeister sein könne, sich aber bemühe, ein nahegelegenes Rufhorn zu finden. Wie dem auch sei, die Gefährtensuche beginnt in der Einzahl (ein Pluralis Majestatis ist im Sindarin unbekannt)der ersten Person:

    »Cenin...«
    »Ich rufe...«

    Doch vielleicht hat man ja bereits einen oder mehrere Gefährten bei der Hand. Dann können alle aus vereinten Kräften im Plural rufen:

    »Cenim...«
    »Wir rufen...«

    Möglicherweise möchte das Publikum genauer wissen, wer denn da im Singular oder Plural herumschreit. Seitens des Rufers ist es zugleich eine Geste der Höflichkeit, sich oder wenigstens seine Profession kurz vorzustellen. Daher folgt nun eine Wortliste der Abenteurerklassen. Angesichts des begrenzten Vokabulars im Sindarin wird der Hüter darin zum Wachtmeister bzw. Meister der Wacht, der Schurke zum Schattenmeister und der Runenbewahrer zum Runenmeister. Der Waffenmeister wandelt sich zum Schwertmeister, da ein generischer Begriff für "Waffen" nicht bekannt ist.

    Wächter tirn
    Hüter túrdirith, wörtl. Wachtmeister aus túr- Meister, tirith Wacht
    Waffenmeister túrmeigol, wörtl. Meister der Schwerter aus túr- Meister, meigol Schwerter
    Heermeister túrweth, wörtl. Meister des Heeres aus túr- Meister, gweth Heer; hest Hauptmann
    Schurke túrwath, wörtl. Schattenmeister aus túr- Meister, gwâth Schatten
    Jäger faron
    Barde linde, wörtl. Sänger
    Kundiger golodh
    Runenbewahrer túrgirth, wörtl. Runenmeister aus túr- Meister, cirth Runen

    Ruft man unter Angabe seiner Klasse, so tut man dies im Singular der dritten Person. Dabei bildet das Prädikat "rufen" weiterhin den Satzbeginn vor dem ihm nachfolgenden Subjekt, [GEB189] so man denn im Satzbau dem Normalfall der Prädikat-Subjekt-Objekt-Worstellung folgt.

    »Cân tirn...«
    »Es ruft ein Wächter...«
    »Ein Wächter ruft...«

    Natürlich ist es wie oben ebenfalls möglich, an der Seite eines bereits anwesenden Gefährten mehrstimmig bzw. im Plural der dritten Person zu rufen:

    »Cenir tirn a linde...«
    »Es rufen ein Wächter und ein Barde...«
    »Ein Wächter und ein Barde rufen...«

    Nachdem nun bekannt ist, wer ruft, wenden wir uns der Tüftelei darüber zu, wen man ruft - einen oder mehrere Gefährten. Das grauelbische Wort für einen treuen Gefährten lautet sadar, im Plural sedair. Es muss, [GEB146] da es sich um ein direktes bzw. Akkusativobjekt handelt, zu hadar oder im Plural hedair leniert werden.

    »Cenin hadar (hedair)...«
    »Ich rufe einen treuen Gefährten (mehrere treue Gefährten)...«

    Werden mehrere Gefährten gerufen, ist es natürlich wissenswert, wieviele es denn bitteschön sein sollen. Nur ganz beiläufig sei hier angemerkt, dass die Spielerstärke der Instanzen in LOTRO (Gruppeninstanzen für drei oder sechs, Schlachtzugsinstanzen für zwölf oder 24 Spieler) selbstverständlich auf das [WTJ423]urelbische Duodezimalsystem zurückgeht.
    Dieser Text soll auf bis zu sechsköpfige Abenteurergruppen beschränkt bleiben, höhere Zahlwörter können im Bedarfsfall den einschlägigen Vokabelsammlungen entnommen werden. Es werden daher lediglich die nachstehenden Zahlwörter benötigt:

    eins mîn, leniert vîn
    zwei tâd, leniert dâd
    drei nêl, wird nicht leniert
    vier canad, leniert ganad
    fünf leben, wird nicht leniert

    Das jeweilige Zahl- wird dem Bezugswort vorangestellt und (vermutlich) aufgrund seiner direkten Objektstellung ebenfalls leniert. Die Suche nach nur einem einzigen Gefährten wird bereits aus dessen Singular ersichtlich und benötigt daher im Grunde gar kein Zahlwort, es sei denn, man möchte betonen, dann man bereits ungeduldig mit den Hufen scharrt und zum Aufbruch nur noch einen einzigen, allerletzten Gefährten sucht.

    »Cenin vîn hadar...«
    »Ich rufe (nur noch) einen (letzten) treuen Gefährten (DANN GO!)...«

    »Cenin dâd (nêl, ganad, leben) hedair...«
    »Ich rufe zwei (drei, vier, fünf) treue Gefährten...«

    Nun haben die Strategen unter den Rufern zweifellos eine genaue Vorstellung von den ihrer Gefährtengruppe noch fehlenden Abenteurerklassen. Wollen sie daher nicht nur ganz allgemein nach Gefährten, sondern nach bestimmten Klassen suchen, so können sie auf die obige Klassenliste zurückgreifen, dürfen jedoch an dieser Stelle nicht vergessen, auch die Klassenbezeichnungen zu lenieren. Hierzu nochmals eine Übersicht mit der Mehrzahl und möglicher weicher Mutation der Klassen. Die Pluralbildung der Komposita ist ausgesprochen unsicher, die hier gewählte Vorgehensweise besteht in der [GEB164] Lautverschiebung sämtlicher Vokale des zusammengesetzten Begriffs außer bei meigol, welches bereits eine Pluralform ist.

    Wächter tirn, leniert dirn, Pl. tirn, leniert dirn
    Hüter túrdirith, leniert dúrdirith, Pl. tyrdirith, leniert dyrdirith
    Waffenmeister túrmeigol, leniert dúrmeigol, Pl. tyrmeigol, leniert dyrmeigol
    Heermeister túrweth, leniert dúrweth, Pl. tyrwith, leniert dyrwith; hest, leniert chest, Pl. hist, leniert chist
    Schurke túrwath, leniert dúrwath, Pl. tyrwaith, leniert dyrwaith
    Jäger faron, Pl. feryn, wird nicht leniert
    Barde linde, Pl. lindi, wird nicht leniert
    Kundiger golodh, leniert ngolodh, Pl. gelydh, leniert ngelydh
    Runenbewahrer túrgirth, leniert dúrgirth, Pl. tyrgirth, leniert dyrgirth

    Dies alles ermöglicht eine recht gezielte Gefährtensuche. Die Beispiele lassen sich beliebig kombinieren, insbesondere können bestimmte Klassen nicht nur nach bestimmten anderen Klassen, sondern auch nach einer bestimmten Anzahl anderer Klassen suchen.

    »Cenin dirn...«
    »Ich rufe einen Wächter...«

    »Cenim dirn a ngolodh...«
    »Wir rufen einen Wächter und einen Kundigen...«

    »Cenir tirn a linde ngolodh...«
    »Ein Wächter und ein Barde rufen einen Kundigen...«

    »Cenir tirn a linde dâd feryn a dâd dyrgirth...«
    »Ein Wächter und ein Barde rufen zwei Jäger und zwei Runenbewahrer...«

    Die Angerufenen ihrerseits warten natürlich ungeduldig darauf, dass das Geheimnis des Reiseziels gelüftet wird. Das Ausflugsziel leitet man mittels der Präposition "nach" oder "zu" (S. an im Sinne einer Bewegung auf etwas hin) ein. Daraufhin bemerkt man bestürzt, dass [GEB148] dieses so kleine und unscheinbare Wörtchen der Auslöser der nächsten furchteinflössenden Mutation, nämlich einer Nasalmutation des Reiseziels ist. Wohin soll es also gehen?
    Werfen wir beispielhaft einen vorsichtigen Blick in die erste der Instanzen, welche den Abenteurer in sein Verderben locken möchte - ins allseits bekannte Große Hügelgrab (S. Haud Daer, haudh Grab, Hügelgrab, daer groß, wobei in diesem Fall (vermutlich) nicht nur [GEB198] das "h" am Ende von haudh entfällt, sondern zudem [GEB148] daer ausnahmsweise nicht leniert wird).

    »Cenin dâd hedair an Chaud Daer.«
    »Ich rufe zwei treue Gefährten zum Großen Hügelgrab.«

    Und damit ist es vollbracht - der Punkt des Satzes und damit das Konstruktionsende der Suchanfrage ist endlich erreicht! Irgendwann aber wird man des Großen Hügelgrabs überdrüssig und möchte weitere Instanzen kennenlernen. Für die entsprechenden Gruppenanfragen findet sich nachfolgend eine hoffentlich fehlerfreie, mit Präposition als Ortsangabe gebrauchsfertige und im Bedarfsfall mutierte Übersicht aller Festungen und Verliese Eriadors. Die Instanzen unterhalb und jenseits des Nebelgebirges verbleiben zum Selberbasteln.
    Vorab einige Anmerkungen zur folgenden Liste: Das Örtchen Steinhöhe (S. Sarnamon) in den Nordhöhen könnte im Grauelbischen ebensogut Gondamon heissen, doch gibt es ein solches bereits in den Ered Luin, und Verwechslungen sollen vermieden werden. Im Falle Carn Dûms ist man sich unsicher, ob es sich dabei tatsächlich um einen sindarischen Namen handelt. Der zweite Teil könnte anstelle des mutierten tum (S. Tal) ebensogut der Sprache der Zwerge entstammen und "Wohnstatt" bedeuten (vgl. Kh. Khazad-dûm), oder der ganze Begriff könnte unmittelbar dem Gälischen entnommen sein, wo es "Bergfestung" bedeutet. Ganz unzweifelhaft aber handelt es sich beim Namen der Nûrz Gâshu Spalte nicht um Sindarin, sondern um Orkisch oder gar die Schwarze Sprache. [TFR267] Deren bloßes Hören, vom Aussprechen einmal ganz zu schweigen, führt bei Elben zu schmerzhaften Gehörgangsverkrampfungen. Sie meiden daher den originären Namen wie die Nazgûl das Wasser und rufen ihre Gefährten entweder vollständig im Sindarin oder aber, dieser hervorragenden Anleitung zum Trotz und falls sie Wert darauf legen, auch verstanden zu werden, ganz im Westron bzw. auf Deutsch, wo der Name laut Berephon "feindliches Feuer" bedeutet.

    zum Großen Hügelgrab an Chaud Daer, aus haudh Hügelgrab, daer groß
    zur Herberge der Verlassenen an Nathaladab en Eglain, aus nathal Gast, adab Haus, eglan Verlassener
    nach Garth Agarwen a Ngarth Agarwen, aus garth Festung, agar Blut, gwen Maid
    nach Fornost an Fornost, aus forn nördlich, ost Burg
    zu den Hallen der Nacht an Thaim en Fuin, aus tham Halle, fuin Nacht
    nach Urugarth an Urugarth, aus Urug Ork, garth Festung
    nach Carn Dûm an Charn Dûm, aus carn rot, tum Tal
    nach Barad Gularan an Marad Gularan, aus barad Turm, gûl Hexerei, aran König
    nach Tham Mírdain an Tham Mírdain, aus tham Halle, mírdan Gemmenschmied
    zum Nordhüttingerhof a Phel en Fornbair, aus forn nördlich, bâr Heim, pel Hof
    nach Steinhöhe a Sarnamon, aus sarn Stein, amon Höhe
    zum Verlorenen Tempel a Mbarad Adab en Egleriad, aus adab Haus, egleriad, Lobpreisung, barad verloren
    zur Gletscherfeste an Chelegost, aus heleg Eis, ost Festung
    nach Helegrod an Chelegrod, aus heleg Eis, raud Held
    zur Spalte von Nûrz Gâshu an Chriss Naruvel, aus criss Spalte, nar- Feuer, úvel feindlich

    Schließlich gibt es noch einige mehr oder minder raffinierte Kniffe zur Betonung der Wichtig- und Dringlichkeit des eigenen Rufes. So kann man zum Einen den Satz nicht mittels des Punktes, sondern eines Ausrufezeichens beenden. Die Anzahl der abschließenden Ausrufezeichen lässt sich je nach Dringlichkeit der Anfrage sogar bis zur Zeichenobergrenze der Texteingabe steigern, im Allgemeinen aber sollte ein einziges genügen. Sonst erscheint man als Elb, dem im Allgemeinen ausreichend Lebens- und Wartezeit zur Verfügung steht, und der daher Gelassenheit ausstrahlen sollte, womöglich unglaubwürdig.
    Zum Zweiten kann man dem Satz das mittlerweile ebenso berühmte wie berüchtigte Doppeldach (^^) hintanstellen, sollte sich dabei allerdings bewusst sein, dass es auf ganz unterschiedliche Weise interpretierbar ist: Das Publikum kann es als stilisierte Augenbrauen einer lächelnden Person und damit als den sogenannten "Korea-Smiley" auffassen. Mit ebensolcher Berechtigung lässt sich behaupten, dass es die beiden spitzen Ohren der Elben symbolisiert, und der Rufer zum Ausdruck bringen möchte, er selbst sei ein Elb. Da diese Annahme angesichts der Verwendung des Sindarin aber recht naheliegt, und sich unter Umständen über langen Vokalen bereits vereinzelt ein ^ in den Ruf eingeschlichen hat, ist dieser Zusatz entbehrlich. Schlimmer noch - er ist sogar gefährlich missverständlich, weil das Doppeldach gemeinhin auch als "Trottelzeichen" bekannt ist. Wenn man also nicht ausdrücklich vorab darauf aufmerksam machen will, dass man zum geplanten Vorhaben weder eigene Erfahrung noch Talent beitragen kann, verzichtet man besser darauf.

    »Cenin dâd hedair an Chaud Daer.^^«
    »Ich rufe zwei treue Gefährten zum Großen Hügelgrab. :-)«
    »Ich (bin ein Elb und) rufe zwei treue Gefährten zum Großen Hügelgrab.«
    »Ich (bin ein Trottel und) rufe zwei treue Gefährten zum Großen Hügelgrab.«

    Damit ist nun Vieles gesagt, sicher nicht Alles, doch sollte es genügen, um als Elb, Dúnadan oder als Sindarinsprachler unter anderen Menschen, Zwergen oder Halblingen authentisch nach Gefährten zu suchen. Ob man auf diese Weise tatsächlich welche findet, sei dahingestellt. Doch ist es wohl einen Versuch wert. Dabei viel Vergnügen, ob im BeleSNG oder anderswo!

    p.s. Wie immer sind Kritik und Korrekturen hochwillkommen, diesmal besonders von im Gegensatz zu mir wahren Sindarinkennern! In diesem Sinne:

    »Cenin gelydh an athrabeth.«
    »Ich rufe die (Sprach-) Kundigen zum (Diskussions-) Forum.«
    Last edited by Macarusca; Aug 27 2011 at 02:38 AM.

  3. #28

    AW: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Wahnsinn!

    Vielen Dank für die Mühe die Du Dir hier machst.
    Eine Frage hätte ich an Dich.
    Ich habe mir mal einen Elben-Waffenmeister erstellt und ihn Aglarmahtar getauft.
    Kann ich die Wörter Aglar und Mahtar einfach zusammensetzen oder geht das nicht?

    Gruß

    Grim
    Grimbolin Schlachtenwüter 65er Waffenmeister
    Sippe: Rabengarde
    Server: Morthond DE

  4. #29

    Re: AW: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Quote Originally Posted by Grimbolin View Post
    Wahnsinn!

    Vielen Dank für die Mühe die Du Dir hier machst.
    Eine Frage hätte ich an Dich.
    Ich habe mir mal einen Elben-Waffenmeister erstellt und ihn Aglarmahtar getauft.
    Kann ich die Wörter Aglar und Mahtar einfach zusammensetzen oder geht das nicht?

    Gruß

    Grim
    Danke sehr, freut mich, wenn es interessante Lektüre ist.

    Aglar und Mahtar passen nicht zusammen, weil das erste Wort aus dem Sindarin stammt, das zweite aus dem Quenya.

    Du kannst Deinen 'glanzvollen Krieger' in reinem Quenya benennen, aus alcar/alcare für Glanz oder Glorie und mahtar für Krieger mit problemloser Verbindung zu Alcarmahtar oder Alcaremahtar, oder aus dem Adjektiv alcarin (glorreich, glänzend), wobei dann wohl entweder das Endungs-"n" oder das Anfangs-"m" wegfiele, zu Alcarinahtar oder Alcarimahtar.
    Ein heutzutage (Ende 3. Zeitalter) offen getragener hochelbischer bzw. Quenya-Name zeugt ein wenig von Stolz und auch von Sturheit seines Trägers, vielleicht auch von einem Quäntchen Provokation gegenüber den Sindar, denn aus geschichtlichen Gründen ist das Quenya im Alltag und bei der Namensgebung vor langer Zeit dem Sindarin gewichen. Aber warum nicht? Gerade das kann ja einer der Wesenszüge des Charakters sein.

    Wenn Du ganz politisch korrekt einen rein grauelbischen bzw. sindarischen Namen vergeben willst, dann aus dem von Dir benannten aglar (wie oben Glanz, Glorie) und maethor (Krieger) oder, wenn Dir die Waffengattung zusagt, vielleicht magor (Schwertkämpfer). Das Anfangs-"m" kann sich bei der Verbindung zu einem "v" wandeln, muss es aber nicht. Die Möglichkeiten wären dann Aglarmaethor, Aglarvaethor (vgl. Dolvaethor, Boss im Haudh Valandil aus doll (dunkel) und maethor), Aglarmagor oder Aglarvagor.

  5. #30

    Re: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Im zweiten Kapitel des ersten Teils („Über Fëa, Geist und Seele“) wird in einem Satz („besonders mächtige Elben...“) und einem Beispiel (die bemerkenswerte Telepathie-Session der Prominenz Galadriel, Celeborn, Elrond und Mithrandir auf der Heimreise im sechsten Buch des Herrn der Ringe) die telepathische Veranlagung der Elben beschrieben. Kürzlich bin ich über einen Text gestolpert, in dem Tolkien diese Art der rein gedanklichen Verständigung sehr ausführlich beschrieben hat. Es handelt sich dabei keineswegs um eine ausschließlich elbische Gabe, wie die Teilnehmer im Beispiel (Elrond als Halbelb, Gandalf als Maia) bereits erkennen lassen, sondern eine Anlage, die grundsätzlich bei Valar, Maiar und allen Inkarnierten, allerdings in verschieden starker Ausprägung vorhanden ist. Silanwens Hinweis, diese Fähigkeit auf „besonders mächtige Elben“ zu beschränken, war, wie sich zeigen wird, dabei völlig zutreffend.

    Der besagte Text ist ein „Ósanwe-kenta – Enquiry into the Communication of Thought“ (Q. ósanwe Verständigung durch Gedankenübertragung, Telepathie; kenta Untersuchung) betiteltes Essay über Möglichkeiten und Grenzen der Telepathie in Mittelerde und darüber, wie Melkor diese Gabe zu Bösem nutzen konnte. Hier allerdings sollen nur die elbischen Belange von Interesse sein.
    Warum Christopher Tolkien dieses Kleinod nicht in der History of Middle-earth veröffentlichte, obwohl [MOR415] es ihm vorlag, ist nicht bekannt. Das Essay wurde stattdessen kommentiert, herausgegeben und veröffentlicht von C. F. Hostetter in Vinyar Tengwar, einem Periodikum der „Elvish Linguistic Fellowship“, Ausgabe 39 (Juli 1998), S. 21-34, die zugehörigen etymologischen Anmerkungen in Ausgabe 41 (Juli 2000), S.5ff.

    Dem Inhaltsverzeichnis und ursprünglichen Text der IgoH ist ein Verweis auf die Ergänzung in diesem Posting als I. 2. a) hinzugefügt.

    ♦ ♦ ♦

    I. 2. a) Über Ósanwe, die Verständigung in Gedanken

    [OSK] Valar, Maiar und alle Mirröanwi (Q. Inkarnierte, d.h. Wesen, deren Seelen bzw. fëar in Körpern bzw. hröar wohnen) besitzen einen Geist (Q. sáma), wenngleich je nach Art und Individuum unterschiedlich mächtig entwickelt. Grundsätzlich vermag ein jeder Geist ganz unabhängig von räumlicher Entfernung jeden anderen Geist wahrzunehmen. Eine über solch bloße Wahrnehmung hinausgehende Abfrage oder Mitteilung von Gedanken und Wissen jedoch erfordert einen Akt des Willens (Q. nirme; níra Wille), der jedoch ohne weiteres möglich ist. Grundsätzlich ist die Willenskraft, welche zu ósanwe befähigt, und damit die Fertigkeit zur Gedankenübertragung selbst umso stärker, je größer die Macht eines fëa über seinen hröa ist. Von Eru selbst abgesehen verfügen [SIL101][WTJ406] die Valar über die größten diesbezüglichen Kräfte, denn sie sind reine Geistwesen, und ihre hröar tragen sie nur als Gewänder und aus freiem Entschluss. Fëar und sámar der Inkarnierten hingegen sind zwangsläufig an ihre hröar gebunden. Unter den Inkarnierten wiederum sind Elben angesichts ihrer stärkeren fëar fähigere Gedankensprecher als Menschen.
    Nun setzen Sendung und Empfang der Gedanken lediglich einen Normalzustand voraus, dass nämlich beide sámar 'offen' (Q. láta) und zudem nicht anderweitig beschäftigt sind.
    Der Geist kann allerdings durch bewussten Akt des Unwillens verschlossen (Q. pahta) werden, entweder einem oder mehreren bestimmten anderen sámar gegenüber, oder aber gegen jegliche Verbindung überhaupt. Nichts und niemand, es sei denn Eru Ilúvatar selbst, kann diese selbst veranlasste Mauer der Abwehr eines verschlossenen Geistes durchdringen.

    [OSK] Die naheliegende Vermutung, eine Vielzahl der Inkarnierten könne verhältnismäßig problemlos miteinander in telepathischem Austausch stehen, ist jedoch unzutreffend. Denn ein inkarnierter Geist muss, um einen anderen zu erreichen, zwei körperliche Hüllen durchdringen, seine eigene und die des Empfängers. Der materielle Widerstand beider hröar trübt Wahrnehmung und Verständigung in solchem Maße, dass sie ohne zusätzliche Stärkung nicht gelingen kann. Die besagte Stärkung erwächst entweder aus Verbundenheit durch Verwandtschaft, Liebe oder Freundschaft, aus emotionaler Dringlichkeit in Freude, Trauer oder Furcht oder schließlich aus Autorität (vgl. Silanwen: „besonders mächtige Elben...“), legitimiert durch persönliche Verpflichtung, berechtigte Herrschaft oder beabsichtigte uneigennützige Nächstenhilfe.
    Um einen solchen Fall der Stärkung durch Verbundenheit und Autorität, gepaart mit der unverzichtbaren geistigen Offenheit seines Gegenübers, also der Bereitwilligkeit der Mitteilung der eigenen Gedanken, handelt es sich bei Finrod Felagunds raschem Erlernen der Menschensprache von Bëors Volk, dem er bei dessen Ankunft in Beleriand freundschaftlich und aufgeschlossen gegenübertrat.

    J. R. R. Tolkien - Das Silmarillion,
    Quenta Silmarillion, XVII - Von den ersten Menschen im Westen, S. 145

    Nun waren die Eldar sprachenkundiger als alle anderen Völker, und Felagund entdeckte auch bald, dass er jene Gedanken der Menschen, die sie auszusprechen gedachten, in ihrem Geiste lesen konnte, so dass ihre Worte leicht zu verstehen waren.
    [OSK] Wie jede andere Fertigkeit auch kann ósanwe durch Übung oder Vernachlässigung verbessert oder verlernt werden. Die wichtigste Ursache der Vernachlässigung besteht im alltäglichen Gebrauch körperlicher Verständigungssysteme (Q. tengwesta), vor allem der gewöhnlichen (Zungen-) Sprache (Q. lambe), aber auch weiterer Methoden der Kommunikation wie beispielsweise der Zeichen- und Signalsprachen, welche im Gegensatz zu ósanwe allesamt keiner besonderen Willensanstrengung bedürfen und deren Anwendung daher leichter fällt.
    Schließlich ist es nicht ungewöhnlich, dass lambe und ósanwe nebeneinander eingesetzt werden, und dass der Grad gegenseitigen Verständnisses bei solch gleichzeitigem Einsatz steigt. Beispielsweise gelingt zwei Verwandten die Verständigung durch das zwischen ihnen akkustisch gewechselte Wort wesentlich besser und umfassender als zwei Fremden, welche sich genau desselben Worts bedienen, denen aber mangels Stärkung durch Verbundenheit ein unterstützender Gebrauch von ósanwe nicht möglich ist.

    ♦ ♦ ♦

    Das Quellenverzeichnis im Anhang wurde um den ósanwe-Eintrag erweitert,

    [OSK] J. R. R. Tolkien - Ósanwe-kenta, Enquiry into the Communication of Thought
    Hrsg. C. F. Hostetter, Vinyar Tengwar 39, p. 21ff. & Vinyar Tengwar 41, p. 5ff.

    sowie in Anbetracht bevorstehender bedeutsamer Ereignisse selbstverständlich um den folgenden:

    [ROI] Turbine Inc. - The Lord of the Rings Online, Rise of Isengard
    Westwood, MA, 2011
    Last edited by Macarusca; Sep 11 2011 at 04:23 AM. Reason: Nachlieferung einiger verloren gegangener Buchstaben

  6. #31
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    AW: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Meinen Respekt für das Finden des letzten Teils im Gedankenübertragungspuzzle. Mit dem von Dir gefundenen Text wird daraus ein in sich stimmiges und schlüssiges Gesamtbild. Wo ich mehr oder minder ohne Belege aus dem Kontext heraus vermutet habe, einfach, weil es mir logisch Erschien, hast Du es nun mit sauberen, belegbaren Quellen zum Abschluss gebracht.

    Natürlich freut es mich auch, dass ich jetzt nicht als ahnungslos dastehe. *lacht* Aber das ist auch nur Deinem, ich nenne es mal Forscherdrang, zuzuschreiben.

    Im übrigen verweise ich inzwischen als erstes auf diesen Text hier, wenn es um Elben-Basis-Wissen geht. Soll heissen: Bevor oder während sich jemand bei uns bewirbt, schicke ich ihn erstmal hierher, damit er ein Bild davon bekommt, was einen Tolkien-Elben ausmacht. Erneut meine Anerkennung und ein grosses Lob an die viele Arbeit, die Du Dir hier machst.
    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
    Abraham Lincoln
    Silanwen Silberauge - Ohren gegen den Feind
    [url=http://www.gwaith-celebrian.de/]Celebriaen Elanesse[/url] auf [DE-RP] Belegaer

  7. #32

    AW: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Mir scheint "-kleine- Elbenkunde" mittlerweile etwas untertrieben *grinst*.

    Also mich würde ehrlich gesagt die schiere Masse an Informationen abschrecken falls ich versuche sollte, einen Elben in all seine Fassetten richtig darzustellen versuchen.
    [B]Vestrian Verswort -Eichhörnchenforscher und Poet [DE-RP Belegaer] [/B]
    [URL="http://my.lotro.com/user-1344170/eichhornchenarten/"]Eichhörnchen! [/URL][URL="http://my.lotro.com/user-1344170/spezielle-eichhornchen-exemplare/"]Mehr Eichhörnchen![/URL]
    [CENTER][i]"Die Welt ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt."[/i]
    ~Oscar Wilde~[/CENTER]

  8. #33

    Re: Idhor Gidinn o Hedhil - Kleine Elbenkunde

    Man soll ja im Allgemeinen am Anfang anfangen. Da das bis jetzt weitgehend unterblieben ist, wird der Anfang hiermit nachgereicht und in den zweiten Teil noch vor die Völkerwanderungen und -sonderungen gezwängt.

    ♦ ♦ ♦

    II. 1. a) Über die Legende vom Erwachen der Elben

    Nirgendwo wird erzählt, wie alles endet. Doch es wird erzählt, wie alles begann – vor langer Zeit, als inmitten der jungen Arda Eru Ilúvatars Wille Wirklichkeit wurde und seine erstgeborenen Kinder in die Geschicke und Geschichte der Welt eintraten.

    J. R. R. Tolkien - Das Silmarillion,
    Quenta Silmarillion, III – Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft, S. 49

    Es wird erzählt, sobald Varda ihre Arbeit beendet hatte, und sie dauerte lange, und als zuerst Menelmacar den Himmel hinaufwanderte und das blaue Feuer Helluins in den Nebeln über den Grenzen der Welt glitzerte, da seien zu dieser Stunde die Kinder der Erde erwacht, die Erstgeborenen Ilúvatars. Am sternenbeschienenen See von Cuiviénen, dem Wasser des Erwachens, erhoben sie sich vom Schlafe Ilúvatars; und während sie noch stumm am Wasser saßen, erblickten ihre Augen als erstes von allen Dingen die Sterne des Himmels. Daher haben sie das Sternenlicht immer geliebt und Varda Elentári höher geehrt als alle anderen Valar.
    Dies geschah, so verzeichnen es [MOR71] die Annalen von Aman ebenso wie [WTJ5] die Grauen Annalen, im 4550sten Valianischen Jahr, welches dem 1050sten Jahr der Bäume entspricht, an den Ufern des besagten Cuiviénen (Q. cuivië Erwachen, Leben; nén Gewässer, Teich, See), [SIL49] einer Bucht des großen Binnenmeeres von Helcar am Fuße der Berge des Ostens, ein wenig nordöstlich des Mittelpunkts der Hinnenlande dort, wo einst Illuin, die nördliche der beiden Leuchten, von hohem Bergespfeiler herabgestrahlt hatte.
    [WTJ420] Die Cuivienyarna (Q. nyarna Erzählung, Sage), die Legende vom Erwachen der Quendi, ein elbisches Märchen, dessen Wahrheitsgehalt zweifellos weit über den eines gewöhnlichen Märchens hinausgeht, weiß noch Vieles mehr zu berichten. Diese Legende und [WTJ380] ein zugehöriger Kurztext über die ältesten Sippennamen zählen zu den späteren Schriften Tolkiens, die nach oder im Zuge teilweise gravierender mythologischer Überarbeitungen verfasst wurden. So darf es nicht verwundern, dass in der Cuivienyarna [vgl. MOR375] zum Zeitpunkt des Erwachens der Elben Sonne und Mond bereits lange existierten und nicht erst [SIL103][MOR131] nach der Zerstörung der Bäume 450 Valianische Jahre später erstmals in den Himmel stiegen. Diese lediglich in Notizen und Grundzügen angedachte Überarbeitung der Himmelslichter kann die allgemein bekannte Fassung des Silmarillions natürlich nicht ersetzen, und wo immer in der Cuivienyarna von der Sonne, von Tagen oder Tageslicht die Rede ist, kann dies getrost überlesen werden.

    [WTJ421] Die Legende besagt nun, dass unter den ersten Elben, die nicht gezeugt, sondern aus dem Fleisch der Erde gemacht wurden, zunächst Dreie kurz nacheinander erwachten. Als die Elben später erste Worte und Zahlwörter ersonnen hatten, schufen sie die Namen dieser drei Elbenväter nach der Reihenfolge ihres Erwachens: Imin (Q. min eins; minya erst-), Tata (Q. tata zwei; †tatya, attea zweit-) und schließlich Enel (Q. nel drei; †nelya, neldea dritt-). Ein jeder von ihnen erblickte zuerst die Sterne, danach neben sich seine ihm bestimmte noch schlafende Gefährtin, suchte nach Worten und Melodien für den Zauber ihres Liebreizes und erweckte sie. So war das Erste, was die erweckten Elbinnen sahen, ihr Gefährte, und ihre Liebe zu ihm war ihre erste. Und auf diese Weise erwachten alle schlafenden Elbenpaare.
    Während nun Imin mit seiner Gefährtin Iminyë, Tata mit Tatië und Enel mit Enelyë umherwanderten, fanden sie sechs weitere Paare, und als der Älteste beanspruchte Imin das Recht der ersten Wahl und erkor sie zu seinem Gefolge. Wenig später fanden sie neun weitere Paare, die nun Tata als der Zweitälteste zu seinen Gefährten bestimmte, und Enel schließlich wählte die nächste Schar von zwölf Paaren. Als sie 18 weitere Paare entdeckten, schob Imin, der nun wieder an der Reihe war, seine Wahl auf in der Hoffnung, nach weiterem Zuwarten eine noch größere Gefolgschaft zu finden. So schlossen diese 18 Paare sich Tatas Schar an. Und da Imin auch bei den nächsten 24 Paaren noch nicht wählen wollte, kamen diese zu Enels Gefolge. Imins Hoffnung jedoch erfüllte sich nicht, denn sie fanden keine weiteren Schläfer mehr, und die Zahl der 144 ersten Elben war vollständig.
    So also entstanden drei Sippen von unterschiedlicher Größe, deren ursprüngliche Namen denen ihrer Ältesten nachgebildet waren: [WTJ380] Imins Sippe waren die Minyar (Q. die Ersten) und zählte nur 14 Elben, ihn selbst, seine Gefährtin Iminyë und die sechs Paare, die sie zuerst gefunden hatten. Tatas Gefolge, die Tatyar (Q. die Zweiten) bestand aus ihm selbst und seiner Gefährtin Tatië, 18 und nochmals 36 weiteren, insgesamt also 56 Elben. Die Nelyar (Q. die Dritten) schließlich zählten mit Enel, Enelyë, einmal 24 und einmal 48 Elben insgesamt 74 Köpfe. [WTJ423] Ein Blick auf ihre Gesamtzahl und die der einzeln erwachten Gruppen erklärt die grundlegende Bedeutung, welche die Elben seit jeher der Zahl Drei und ihren Vielfachen beimessen und weshalb das Dutzend seit Anbeginn die Bezugsgröße ihres duodezimalen Zahlensystems ist.

    [MOR72][WTJ5] Den Annalen zufolge vergingen 35 Valianische Jahre, bis Oromë V.J. 4585, dem 1085sten Jahr der Bäume auf einer seiner Jagden durch Mittelerde die Elben entdeckte. Dies entspricht [MOR60] den kalendarischen Berechnungen der Weisen zufolge [MOR72] einer Dauer von rund 335 Sonnenjahren. Über diesen Zeitraum, der dem Erwachen folgte, ist wenig Genaues bekannt, doch liegt es auf der Hand, dass die Elben begannen, wissbegierigen Sinns und vorsichtigen Schritts sich selbst und die sie umgebende Welt zu erkunden.

    J. R. R. Tolkien - Das Silmarillion,
    Quenta Silmarillion, III – Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft, S. 50

    Lange blieben sie in ihrer ersten Heimat am Wasser und unter den Sternen; und mit Erstaunen gingen sie auf der Erde umher, und sie begannen zu sprechen und allen Dingen, die sie bemerkten, Namen zu geben. Sich selbst nannten sie Quendi, das heißt, die, welche mit Stimmen sprechen; denn noch war ihnen kein andres Ding von Leben begegnet, das sprach oder sang.
    Die Zahl der Elben wuchs zweifellos rasch, und umso rascher, als nach Ilúvatars Plan die Elben bereits in Paaren erwacht waren, sie also keiner Zeit des Kennen- und Liebenlernens mehr bedurften, sondern sich vergnügt und nahezu unverzüglich der Vorbereitung einer nächsten Generation widmen konnten. [WTJ380] Das Mengenverhältnis der drei Sippen zueinander, 14 Minyar zu 56 Tatyar zu 74 Nelyar, blieb jedoch auch mit steigender Bevölkerung erhalten. Es entstanden zudem alternative Sippennamen: [WTJ382] Den Minyar wurde ob ihrer strahlend goldblonden Haare, vermutlich von den dunkelhaarigen Tatyar, der Name Vanyar (Q. die Schönen) verliehen. [WTJ 383] Die geistig und handwerklich emsigen Tatyar hingegen nannten die beiden anderen Sippen bald die Noldor (Q. die Weisen). [WTJ382] Die Nelyar schließlich hießen auch die Lindar (Q. die Sänger). Man nimmt an, dass sie selbst sich diesen Namen gaben, denn beide Scharen, die zu Enels Gefolgschaft wurden, waren unmittelbar an Wassern erwacht, an einem Flüsschen in einem Birkenwald oder unmittelbar am See und Wasserfall Cuivíenens. [WTJ423] Sie liebten daher das Wasser, seine rauschenden und berauschenden Melodien, woraus wiederum ihre besondere Neigung zu Musik und Gesang entsprang, und sie sangen, bevor sie sprachen.

    ♦ ♦ ♦

    Und dann kommt plötzlich der Ubar-Imba-Hunter schlechthin dahergaloppiert, jagt den verängstigten Elben donnernde Hornstöße durch die empfindlichen Trommelfelle und verlangt zu allem Überfluss, sie sollten ihm in den Westen folgen, weil den hohen Herrschaften in Valinor langweilig ist. Oder so ähnlich... doch mehr dazu demnächst.
    Last edited by Macarusca; Sep 19 2011 at 07:54 AM. Reason: 1050 Y.T. = V.J. 4550

  9. *Thread mal aus der Versenkung holt und abwartend zu Macarusca schielt*
    [center][font=mahagoni][size=4][b][color=green][u]~~~____Celebriaen Elanesse____~~~[/u][/color][/b][/size][/font]
    [font=britannic bold]
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